Reiter auf einem schmalen Pfad durch eine grüne Wiese, dahinter die bewaldeten Hügel der Gila Wilderness

Wanderritt New Mexico – Tag 1: Von Woody’s Corral in den White Rock Canyon

Woody’s Corral → White Rock Canyon

Erster Satteltag. Die Luft ist kühl, der Staub am Corral riecht nach Sonne und Pinie. Wir packen um, atmen durch – und reiten in die erste Canyonwelt hinein.

Die Etappe auf einen Blick

Etappe
Tag 1 – Woody’s Corral zum White Rock Canyon
Datum
August 2019
Anfahrt
Abholung im Hotel in Silver City, rund 40 Meilen zum Corral
Gepäck
Persönliches in die Packtaschen am eigenen Pferd; das Packpferd trägt Zelt, Kochzeug, Futterbeutel, Notfallset und die Lebensmittel für die Woche
Gelände
erst flach und offen, am Nachmittag zunehmend enger Canyon
Camp
am White Rock Canyon: Highline zwischen zwei Bäumen, Wassersäcke, Hufkontrolle
Abendessen
Chili con Carne aus der Pfanne über dem offenen Feuer
Rittführung
ein Guide der Native Americans

Es geht los.

Auf geht’s zum Wanderritt. Früh morgens sind wir vom Hotel in Silver City abgeholt worden und die 40 Meilen bis zu Woody’s Corral gefahren, wo schon die Pferde auf uns gewartet haben. Zunächst haben wir die Ausrüstung sortiert, Persönliches kommt in die Packtaschen am eigenen Pferd, das Packpferd trägt Zelt, Kochzeug, Futterbeutel und ein kleines Notfallset, sowie die Lebensmittel für die Woche. Unser Guide war übrigens ein „Native American“ und hatte viele spannende Geschichten zu erzählen.

Nachdem alles verstaut war, ging es los. Zuerst war das Gelände noch flach und offen. Am Nachmittag wird der Canyon enger. Die Wände treten näher, das Licht wird gesiebt. Unsere Linie folgt jetzt dem Kiesbett.

Kurz vor dem geplanten Lagerplatz hören wir zuerst das Wasser, sehen dann die helle Wand des White Rock Canyon. Genau dort schlagen wir unser Camp auf: Highline zwischen zwei Bäumen, Wassersäcke aufhängen, Hufe checken, Sattel runter, Decke drauf. Das Packpferd wird zuerst versorgt – Regel Nummer eins in der Wilderness.

Während die Sonne hinter den Bergen verschwindet und der Canyon im Schatten liegt, knackt das erste Holz im Feuer und wir bereiten unser Abendessen zu. Ganz im Stile des „Wilden Westens“ gab es Chili con Carne aus der Pfanne über dem offenen Feuer.

Lagerfeuer im Steinkreis am ersten Abend im White Rock Canyon

Gila National Forest & Gila Wilderness — Geburtsort der „Wilderness-Idee“

Der Gila-Komplex umfasst weite Pinienwälder, Canyonsysteme von West/Middle/East Fork des Gila River und Hochebenen (Mesas). Unter dem Einfluss des Försters und Naturschützers Aldo Leopold wurde hier 1924 die weltweit erste Wilderness Area ausgewiesen – als Gegenentwurf zu Straßenerschließung und kommerzieller Nutzung.
Geologisch gehört das Gebiet zum südlichen Colorado Plateau/Transition Belt. Vulkanische Phasen, tektonische Hebungen und Erosion haben Tuffe, Rhyolithe, Sandsteine und Konglomerate freigelegt – daher die wechselnden Farben und hellen Bänder in den Canyonwänden. Das Klima ist kontinental-trocken: Gewitterzellen können Canyons binnen kurzer Zeit umlaufen lassen.
Kulturell war Gila über Jahrtausende Lebensraum: Mogollon (Ancestral Pueblo) hinterließen Felssiedlungen und Keramiken; später prägten Apache-Gruppen (u. a. Chiricahua, Mimbreño) das Land. Die heutigen Trails folgen teils alten Wildwechseln und Handelsrouten.

White Rock Canyon (Gila) — Helle Wände im Schattengürtel

Die hellen, beinahe kreidigen Wandbänder des White Rock Canyon bestehen aus pyroklastischen Ablagerungen (Tuff) und hellen Sedimentlagen, die durch differenzielle Erosion Stufen und Bänke bilden. Der Bachlauf am Grund ändert nach Starkregen seine Furtstellen; Kies und Schotter „wandern“.
Der Name „White Rock“ ist deskriptiv – weiße Felsbänke, die im Nachmittagslicht stark reflektieren. Lagerplätze entstehen natürlich an Kiesbänken unter Baumwollpappeln (Cottonwoods). Historisch war das Tal Durchgangsraum: Spuren indigener Nutzung (Jagdlager, Sammelstellen) liegen oft oberhalb der Überflutungszone – bitte nichts sammeln, nichts versetzen.

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FAQ zum ersten Tag in der Gila Wilderness

Was trägt das Packpferd auf einem Wilderness-Ritt?

Zelt, Kochzeug, Futterbeutel, ein kleines Notfallset und die Lebensmittel für die ganze Woche. Persönliche Sachen kommen in die Packtaschen am eigenen Pferd. In der Wilderness gibt es keine Hütten und keine Versorgung – was mitkommt, tragen die Pferde.

Was ist eine Highline?

Ein straff gespanntes Seil zwischen zwei Bäumen, an dem die Pferde über Nacht angebunden werden. Es hält sie sicher, ohne dass Bäume beschädigt oder der Boden zertrampelt wird – die übliche Methode, wo es keine Koppel gibt.

Welche Regel gilt im Camp zuerst?

Das Packpferd wird zuerst versorgt. Es hat den ganzen Tag die schwerste Last getragen, und ohne seine Ladung gibt es weder Abendessen noch Zelt.

Wie weit ist es von Silver City zum Ausgangspunkt?

Rund 40 Meilen, etwa 65 Kilometer, bis Woody’s Corral. Die Gäste werden morgens im Hotel abgeholt.

Was macht die Gila Wilderness besonders?

Sie war 1924 die erste ausgewiesene Wilderness Area der Welt. Durchgesetzt hat das der Förster und Naturschützer Aldo Leopold – als bewusster Gegenentwurf zu Straßenerschließung und kommerzieller Nutzung. Damit prägt die Gila bis heute, was wir unter „unberührter“ Landschaft überhaupt verstehen. Praktisch heißt das für einen Ritt: keine Hütten, keine Versorgung, keine Straßen. Was mitkommt, tragen die Pferde.

Wer hat vor uns in diesen Canyons gelebt?

Über Jahrtausende war die Gila Lebensraum. Die Mogollon, eine Ancestral-Pueblo-Kultur, hinterließen Felssiedlungen und Keramik; später prägten Apache-Gruppen wie Chiricahua und Mimbreño das Land. Viele der heutigen Trails folgen alten Wildwechseln und Handelsrouten. Spuren indigener Nutzung – Jagdlager, Sammelstellen – liegen oft oberhalb der Überflutungszone. Dort gilt: nichts aufsammeln, nichts umlegen, alles liegen lassen, wie es ist.

Warum sind die Wände im White Rock Canyon so hell?

Weil sie aus pyroklastischem Material bestehen – Tuff, also verfestigte Vulkanasche, dazu helle Sedimentlagen. Die unterschiedlich harten Schichten verwittern verschieden schnell und bilden dabei Stufen und Bänke. Im Nachmittagslicht reflektieren die weißen Felsbänke so stark, dass der Name schlicht beschreibend ist. Die Lagerplätze ergeben sich dort fast von selbst: auf den Kiesbänken unter den Baumwollpappeln.

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