Woody’s Corral → White Rock Canyon
Erster Satteltag. Die Luft ist kühl, der Staub am Corral riecht nach Sonne und Pinie. Wir packen um, atmen durch—und reiten in die erste Canyonwelt hinein
Es geht los.
Auf geht’s zum Wanderritt. Früh morgens sind wir vom Hotel in Silver City abgeholt worden und die 40 Meilen bis zu Woody’s Coral gefahren, wo schon die Pferde auf uns gewartet haben. Zunächst haben wir die Ausrüstung sortiert, persönliches kommt in die Packtaschen am eigenen Pferd, das Packpferd trägt Zelt, Kochzeug, Futterbeutel und ein kleines Notfallset, sowie die Lebensmittel für die Woche. Unser Guide war übrigens ein „Nativ American“ und hatte viele spannende Geschichten zu erzählen.
Nach dem alles verstaut war, ging es los. zuerst war das Gelände noch flach und offen. Am Nachmittag wird der Canyon enger. Die Wände treten näher, das Licht wird gesiebt. Unsere Linie folgt jetzt dem Kiesbett
Kurz vor dem geplanten Lagerplatz hören wir zuerst das Wasser, sehen dann die helle Wand des White Rock Canyon. Genau dort schlagen wir unser Camp auf: Highline zwischen zwei Bäumen, Wassersäcke aufhängen, Hufe checken, Sattel runter, Decke drauf. Das Packpferd wird zuerst versorgt – Regel Nummer eins im der Wilderness.
Während die Sonne hinter den Bergen verschwindet, und der Canyon im Schatten liegt, knackt das erste Holz im Feuer und wir bereiten unser Abendessen zu. Ganz im Stile des „Wilden Westens“ gab es Chili con Carne aus der Pfanne über dem offenen Feuer
Gila National Forest & Gila Wilderness — Geburtsort der „Wilderness-Idee“
Der Gila-Komplex umfasst weite Pinienwälder, Canyonsysteme von West/Middle/East Fork des Gila River und Hochebenen (Mesas). Unter dem Einfluss des Försters und Naturschützers Aldo Leopold wurde hier 1924 die weltweit erste Wilderness Area ausgewiesen – als Gegenentwurf zu Straßenerschließung und kommerzieller Nutzung.
Geologisch gehört das Gebiet zum südlichen Colorado Plateau/Transition Belt. Vulkanische Phasen, tektonische Hebungen und Erosion haben Tuffe, Rhyolithe, Sandsteine und Konglomerate freigelegt – daher die wechselnden Farben und hellen Bänder in den Canyonwänden. Das Klima ist kontinental-trocken: Gewitterzellen können Canyons binnen kurzer Zeit umlaufen lassen.
Kulturell war Gila über Jahrtausende Lebensraum: Mogollon (Ancestral Pueblo) hinterließen Felssiedlungen und Keramiken; später prägten Apache-Gruppen (u. a. Chiricahua, Mimbreño) das Land. Die heutigen Trails folgen teils alten Wildwechseln und Handelsrouten.
White Rock Canyon (Gila) — Helle Wände im Schattengürtel
Die hellen, beinahe kreidigen Wandbänder des White Rock Canyon bestehen aus pyroklastischen Ablagerungen (Tuff) und hellen Sedimentlagen, die durch differenzielle Erosion Stufen und Bänke bilden. Der Bachlauf am Grund ändert nach Starkregen seine Furtstellen; Kies und Schotter „wandern“.
Der Name „White Rock“ ist deskriptiv – weiße Felsbänke, die im Nachmittagslicht stark reflektieren. Lagerplätze entstehen natürlich an Kiesbänken unter Baumwollpappeln (Cottonwoods). Historisch war das Tal Durchgangsraum: Spuren indigener Nutzung (Jagdlager, Sammelstellen) liegen oft oberhalb der Überflutungszone – bitte nichts sammeln, nichts versetzen.

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