Konflikte vermeiden: Land- & Forstwirtschaft

Konflikte im Wald? Reiter als gern gesehene Gäste in der Natur.

Konflikte vermeiden: Ritte bitte vorausschauend planen, ausgeschilderte Wege nutzen, Sperrungen respektieren, bei Arbeitseinsätzen sofort absteigen oder großräumig ausweichen. Weidezäune und Gatter immer im vorgefundenen Zustand hinterlassen, Wildruhe beachten (Dämmerung/Nacht), Hunde sichern, freundlich grüßen – und im Zweifel umkehren statt diskutieren.

Warum das Thema wichtig ist

Wald- und Feldwege sind Wirtschafts-, Schutz- und Erholungsraum zugleich. Landwirtschaft, Forst und Jagd arbeiten dort – oft unter Zeitdruck, mit schweren Maschinen und im Jahreslauf zu sensiblen Zeiten (Aussaat, Ernte, Holzernte, Setzzeit der Wildtiere). Rücksicht und gute Kommunikation verhindern gefährliche Situationen, schützen Natur und Wild – und halten Wege langfristig für uns Reiter offen.


Grundprinzipien

  1. Sichtbarkeit & Planbarkeit: Ritte so legen, dass du Tageslicht, Wetter und Bodenverhältnisse berücksichtigst.
  2. Wegtreue: Bleib auf erlaubten Wegen; keine Trampelpfade durch Bestände oder Jungwuchs.
  3. Arbeit hat Vorfahrt: Wo geerntet, gerückt oder gejagt wird: warten oder weiträumig umgehen/umreiten.
  4. Ruhezeiten: Dämmerung/Nachtfahrten mit Pferd vermeiden; Wildruhe respektieren.
  5. Tore & Zäune: Immer im vorgefundenen Zustand schließen – auch wenn’s umständlich ist.
  6. Kein Müll, kein Feuer: Selbstverständlich – gilt auch für Kippen, Heunetze, usw
  7. Hunde sichern: An die Leine, wenn Vieh, Wild oder andere Nutzer:innen in der Nähe sind.
  8. Freundlichkeit zuerst: Grüßen, Platz machen, bedanken. Konflikte deeskalieren.
  9. NICHT auf sein Recht bestehen. Der Klügere gibt nach, auch wenn er im Recht seinen sollte.

Do/Don’t – nach typischen Situationen

Ernte auf dem Feld

DoSo klappt’s

  • Abstand halten, absteigen, auf Handzeichen warten.
  • Auf Wink zügig und im Schritt passieren, kürzeste Linie.
  • Staub/Lärm einkalkulieren, Pferd früh ansprechen/beruhigen.
  • Routen saisonal planen (Aussaat/Erntezeiten beachten).

Don’tBitte lassen

  • Zwischen Maschinen, Anhängern oder Schwaden hindurchreiten.
  • Frische Saat/gedroschene Flächen betreten oder queren.
  • Wege blockieren oder zu dicht an Arbeitskanten warten.

Wege, Matsch, Knicks & Jungwuchs

DoSo klappt’s

  • Tragfähige Wege wählen, Engstellen einzeln reiten.
  • Matschstellen weiträumig umgehen, aufgeweichte Wege nicht beschädigen.
  • Jungwuchs/Knicks mit Abstand passieren, Wegtreue wahren.

Don’tBitte lassen

  • Abkürzungen durch Bestände/Jungwuchs schlagen.
  • Sturmschäden übersteigen/überspringen (Sicherheits- & Schutzrisiko).

Höfe & Hofzufahrten

DoSo klappt’s

  • Im Schritt reiten, freundlich grüßen, kurz abstimmen.
  • Pfützen/Güllebereiche meiden, Zufahrten freihalten.
  • Hunde anleinen, Tore/Gatter im vorgefundenen Zustand.

Don’tBitte lassen

  • Hof als Abkürzung ohne Erlaubnis nutzen.
  • Hofhunde/Katzen/Tiere aufscheuchen.
  • Privatflächen beparken/befahren oder Lärm verursachen.

Begegnungen mit Menschen

DoSo klappt’s

  • Früh ansprechen: „Guten Tag, wir passieren gleich im Schritt.“
  • Platz machen, Tempo rausnehmen, freundlich bedanken.
  • Kinder einbeziehen – nur wenn Pferd sicher ist.
  • E-Bikes höflich um langsamere Fahrt/Abstand bitten.

Don’tBitte lassen

  • Im Trab/Galopp dicht an Personen vorbeireiten.
  • Mit dem Handy diskutieren statt Situation zu lösen.

Holzernte

DoSo klappt’s

  • „Forstarbeiten“ beachten, Absperrungen respektieren.
  • Weiträumig Abstand zu Kran-/Windenseilen halten.
  • Absteigen, Blickkontakt, auf Handzeichen warten.
  • Nach Sturm: besondere Vorsicht (lose Äste).

Don’tBitte lassen

  • Unter hängenden Lasten oder am Rückewagen durchreiten.
  • Zwischen Holzpoltern, Maschinen und Seilen hindurch.
  • Absperrbänder versetzen oder „kurz öffnen“.

Jagd

DoSo klappt’s

  • „Drückjagd/Treibjagd“-Hinweise beachten, Route anpassen.
  • In Dämmerung ruhig und wegtreu; Dickungen/Wechsel meiden.
  • Hunde sichern; Reflektoren/Signale nutzen.
  • Bei Begegnung kurz anhalten, freundlich abstimmen.

Don’tBitte lassen

  • Nacht- oder Dämmerungsritte im Kernlebensraum des Wildes.
  • Durch Treib-/Schneisen reiten, wenn Jagd aktiv ist.
  • Hunde frei laufen lassen in Wild-/Jagdgebieten.

Weide

DoSo klappt’s

  • Gatter ruhig anreiten, absteigen, Pferd sichern, Gatter schließen.
  • Weidetiere mit Abstand im Schritt passieren; klare Linie.
  • Elektrozäune stets als aktiv behandeln.
  • Keine Futterreste hinterlassen (Heunetze, Kraftfutter).

Don’tBitte lassen

  • Weideflächen queren, wenn nasse Böden Spuren/Erosion verursachen.
  • Zäune versetzen oder „provisorisch offen“ stehen lassen.
  • Tiere aufscheuchen oder den Weg durch die Herde suchen.

Planung: Konflikte schon vor dem Ritt minimieren

  • Karten & Apps: Wegequalität, Sperrungen, Jagdzeiten (manchmal online), Naturschutz-Zonen checken.
  • Saisonal denken: Ernte (Getreide/Gras) meist Juni–September; Holzernte oft Herbst/Winter.
  • Wetter & Wind: Lärmbelastung durch Maschinen, umfallende Äste, Flatterplanen – Pferde vorbereiten.
  • Ausrüstung: Hufschutz, Reflektoren, Handy, Notfallnummern.

Kommunikation vor Ort

  • Start: Freundlich Grüßen
  • Bei Kritik: „Danke für den Hinweis – das war uns nicht bewusst. Wir ändern das sofort.“
  • Bei Sperrung: „Alles klar, wir drehen um. Gibt es eine empfohlene Ausweichroute?“
  • Nach dem Passieren: „Vielen Dank! Schönen Arbeitstag!“ Höflichkeit ist kostenfrei – Wirkung enorm.

Rechtlicher Rahmen – in Kürze

  • Erlaubte Wege nutzen: In vielen Regionen ist Reiten nur auf Wegen/straßen erlaubt.
  • Sperrungen & Schilder: Temporäre Arbeits-Sperrungen sind zu beachten.
  • Naturschutz: In Schutzgebieten gelten zusätzliche Regeln (z. B. Wegepflicht, Brutzeiten).
    (Hinweis: Regeln variieren je nach Bundesland/Region. Im Zweifel lokal nachfragen.)

Ein Wort zum Miteinander

Das Wichtigste zuerst: Nehmt aufeinander Rücksicht. Egal ob Wanderer, Läufer, Radfahrer, Reiter, Pilzsammler – oder, oder, oder. Wir alle wollen den Wald zur Erholung oder für unser Hobby nutzen. Freundlichkeit, Augenmaß und ein „Danke“ zur richtigen Zeit verhindern Konflikte – und helfen, dass Wege offenbleiben, statt schärfer reguliert zu werden.

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