Reiterin auf einem braunen Pferd auf einem Feldweg zwischen Weinreben und Feldern, Blick zwischen den Ohren des eigenen Haflingers

Wanderritt Toskana – Tag 3

Tag 3: Sonnenaufgang, Bachpicknick und gelb blühender Topinambur

Der Wanderritt Toskana geht weiter. Wir machen uns wieder auf den Weg durch beeindruckende toskanische Landschaften

Die Etappe auf einen Blick

Etappe
Tag 3 – Sonnenaufgang, Bachpicknick und blühender Topinambur
Beginn
Wecker vor dem Frühstück, Sonnenaufgang über den Hügeln mit Nebel in den Senken
Unterwegs
kleine Dörfer, kurze Asphaltabschnitte, immer wieder Etruskerwege wie grüne Tunnel
Pause
Mittagsrast an einem Bach – die Pferde tranken direkt im Wasser
Entdeckt
Topinambur (Helianthus tuberosus), Verwandter der Sonnenblume mit essbaren Knollen
Quartier
Agriturismo für zwei Nächte – Standquartier zur Wochenmitte

Sonnenaufgang vor dem Satteln

Für Tag 3 haben wir uns den Wecker extra früh gestellt. Noch bevor es zum Frühstück ging, standen wir mit einer Tasse Kaffee in der Hand draußen und schauten nach Osten. Der Sonnenaufgang über den Hügeln war spektakulär – warme Farben, leichter Nebel in den Senken. Ein Moment, der sich schon gelohnt hatte, bevor wir überhaupt im Sattel saßen.

Sonnenaufgang über den toskanischen Hügeln, Nebel liegt in den Senken

Nach dem Frühstück machten wir die Pferde fertig und ritten los.

Durch Dörfer, über Asphalt und wieder in die Etruskerwege

Der Weg führte uns zunächst durch das eine oder andere Dorf und über kurze Abschnitte Asphaltstraße. Immer wieder tauchten Etruskerwege auf, die sich wie grüne Tunnel durch den Tuff zogen. In der Umgebung wurden die Weinreben häufiger – wir waren in einer Gegend, in der Landwirtschaft und Geschichte eng nebeneinander liegen.

Gegen Mittag erreichten wir einen kleinen Bach. Wir ritten direkt ins Wasser, ließen die Pferde trinken und stiegen dann am Ufer ab. Im Schatten der Bäume banden wir sie an und widmeten uns dem liebevoll vorbereiteten Picknick. Wie an den anderen Tagen war alles mit viel Sorgfalt arrangiert – es fehlte an nichts.

Die gedeckte Picknicktafel mit buntem Geschirr, Wein und Obst

Felder, Topinambur und ein Agriturismo für zwei Nächte

Nach dem Essen ging es weiter. Der Weg führte vorbei an einem Feld mit gelb blühenden Pflanzen, die uns zunächst an kleine Sonnenblumen erinnerten. Unser Guide erklärte, dass es Topinambur ist – eine Staude mit essbaren Knollen, die in der Küche ähnlich wie Kartoffeln verwendet werden kann, aber einen leicht süßlichen, an Artischocken erinnernden Geschmack hat.

Für uns war das ein kleiner botanischer Aha-Moment – wieder etwas gelernt.

Am späten Nachmittag erreichten wir das nächste Agriturismo, in dem wir zwei Nächte bleiben würden. Die Zimmer waren gemütlich, der Blick in die Umgebung wunderschön. Ein bisschen „Zuhause auf Zeit“ mitten in der Toskana – nicht schlecht für die Mitte der Woche.

Die abgenommenen Sättel liegen aufgereiht auf einer Plane

Topinambur

Topinambur (Helianthus tuberosus) ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler, verwandt mit der Sonnenblume. Sie bildet gelbe Blüten und unterirdische Knollen, die als Gemüse genutzt werden.

Die Knollen können roh, gekocht, gebraten oder frittiert gegessen werden und haben einen süßlich-nussigen Geschmack, der etwas an Artischocken und Süßkartoffel erinnert. In vielen Regionen wird Topinambur sowohl als Nahrungsmittel als auch als Futterpflanze angebaut – in unserem Fall war das Feld einfach ein schöner, gelb leuchtender Farbtupfer entlang der Route.

Dörfer und kurze Asphaltabschnitte gehören auf dieser Etappe dazu. Worauf beim Straßenüberqueren und Reiten durch Ortschaften zu achten ist, steht im Ratgeber.

Was ein Agriturismo ist – und was nicht

Wir haben auf diesem Ritt fast ausschließlich in Agriturismi übernachtet. Der Begriff ist in Italien keine Werbebezeichnung, sondern gesetzlich geregelt. Maßgeblich ist heute das nationale Gesetz Nr. 96 aus dem Jahr 2006, das die ältere Regelung von 1985 abgelöst hat.

Der Kern beider Fassungen ist derselbe: Beherbergung darf nur betreiben, wer tatsächlich Landwirtschaft betreibt – Ackerbau, Forstwirtschaft oder Tierhaltung –, und die Gästebetreuung muss diesem Betrieb untergeordnet bleiben. Ein Agriturismo ist also kein Hotel auf dem Land, sondern ein Bauernhof, der zusätzlich Gäste aufnimmt.

Für Reisende hat das spürbare Folgen. Das Essen kommt oft aus eigener Erzeugung, die Zimmerzahl ist begrenzt, und man sitzt abends nicht in einem Speisesaal, sondern am Tisch eines Betriebs, der am nächsten Morgen weiterarbeitet. Für einen Wanderritt ist das ideal: Wo ohnehin Tiere stehen, ist eine Koppel für die Nacht selten ein Problem.

Asphalt unter Hufen

An diesem Tag lagen mehrere kurze Abschnitte auf befestigten Straßen – unvermeidlich, wenn eine Route Dörfer verbindet. Asphalt ist für Pferde kein Drama, aber er verzeiht wenig: Der Boden federt nicht, die Erschütterung geht in Hufe und Gelenke, und bei Nässe oder Rollsplitt wird es rutschig.

Deshalb wird auf Asphalt in der Regel im Schritt geritten, auch wenn der Weg gerade und verlockend aussieht. Lange Asphaltetappen vermeidet man besser ganz – ein Umweg über einen Feldweg ist fast immer die bessere Entscheidung, für die Pferde und für die Nerven.

Hinweis: Wenn du beim Klick auf „Nächster Etappenbericht“ auf der Startseite landest, ist der nächste Artikel vermutlich noch nicht veröffentlicht.

Häufige Fragen zu Tag 3

Lohnt es sich, für den Sonnenaufgang früher aufzustehen?

An diesem Morgen ja. Warme Farben über den Hügeln, leichter Nebel in den Senken – ein Moment, der sich gelohnt hatte, bevor wir überhaupt im Sattel saßen. Eine Tasse Kaffee draußen genügt dafür.

Wie viel Asphalt liegt auf so einer Etappe?

Kurze Abschnitte lassen sich nicht vermeiden, wenn der Weg durch Dörfer führt. Dazwischen ging es aber immer wieder in die Etruskerwege, die sich wie grüne Tunnel durch den Tuff ziehen.

Was ist Topinambur?

Eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler, mit der Sonnenblume verwandt – daher die gelben Blüten, die aus der Ferne wie kleine Sonnenblumen wirken. Ihre unterirdischen Knollen lassen sich wie Kartoffeln verwenden, schmecken aber süßlich-nussig, etwas nach Artischocke und Süßkartoffel.

Wie macht man Mittagspause an einem Bach?

Erst hinein: Wir ritten direkt ins Wasser und ließen die Pferde trinken. Danach am Ufer absteigen, die Pferde im Schatten der Bäume anbinden – und dann das Picknick.

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