Drei Reiter auf einem Pfad durch lichten Wald mit hohen, schlanken Bäumen, Blick zwischen den Ohren des eigenen Haflingers

Wanderritt Toskana – Tag 5

Tag 5: Vulkansteine, Selva del Lamone und Lago di Mezzano

Vorletzter Tag vom Wanderritt Toskana. Wir machen uns langsam auf den Rückweg.

Die Etappe auf einen Blick

Etappe
Tag 5 – Vulkansteine, Selva del Lamone und der Lago di Mezzano
Charakter
entspannter Reittag, überwiegend Schritt mit einzelnen Galoppaden
Unterwegs
zunehmend hügelig, Wälder voller moosbewachsener Vulkansteine
Pause
Picknick am Rand der Riserva Naturale Regionale Selva del Lamone
Tagesziel
Lago di Mezzano, ein stiller, kreisrunder See vulkanischen Ursprungs
Quartier
Agriturismo direkt am See – einige gingen vor dem Abendessen schwimmen

Ein entspannter Reittag mit vielen Ausblicken

Nach dem Frühstück machten wir uns wieder auf den Weg. Die Landschaft wurde im Verlauf des Tages deutlich hügeliger. Wir ritten überwiegend im Schritt, genossen die Umgebung und gönnten uns hier und da eine kleine Galoppade – aber der Fokus lag eindeutig auf „Seele baumeln lassen“.

Blick zwischen den Ohren des Pferdes auf die Gruppe im Hohlweg zwischen Hecken

Durch Wälder voller alter Vulkansteine

Gegen Mittag wurde die Gegend bewaldeter, und uns fiel auf, wie viele große Steine überall im Wald lagen – oft von Moos überzogen. Unser Guide erklärte, dass es sich um Überreste eines sehr alten Vulkanausbruchs handle, bei dem das Material in weitem Umkreis verteilt wurde.

Tatsächlich ist diese Gegend von alten Vulkanen geprägt. Der nahegelegene Bolsenasee ist ein großer Kratersee, der durch vulkanische Aktivität entstanden ist; die Region wurde vor Hunderttausenden von Jahren von gewaltigen Eruptionen geformt.

Moosbewachsene Vulkansteine im lichten Wald der Selva del Lamone
Zwei Reiter auf einer schattigen Allee aus Steineichen

Unser Picknick fand am Rand der Riserva Naturale Regionale Selva del Lamone statt – einem Naturschutzgebiet, das für seinen wilden, basalt- und tuffreichen Wald bekannt ist.

Nach dem Essen ritten wir weiter. Der Wald lichtete sich, das Land wurde offener. Wir passierten Felder, kleinere Gehöfte und immer wieder Aussichtspunkte, von denen aus wir weit in die Landschaft blicken konnten.

Gegen Abend erreichten wir den Lago di Mezzano – einen stillen, kreisrunden See vulkanischen Ursprungs.

Direkt am See lag unser Agriturismo für diese Nacht. Einige aus der Gruppe nutzten vor dem Abendessen die Gelegenheit, im See zu schwimmen – andere fanden das Wasser dann doch etwas zu frisch und genossen lieber die Stimmung vom Ufer aus.

Beim Abendessen, wieder mit regionalen Spezialitäten, herrschte eine leicht wehmütige Stimmung: Wir wussten, dass der nächste Tag uns zurück nach Il Cornacchino führen würde – der Wanderritt neigte sich dem Ende zu.

Riserva Naturale Regionale Selva del Lamone

Die Selva del Lamone ist ein regionales Naturschutzgebiet in Latium, nahe der Grenze zur Toskana. Es umfasst rund 2.000 Hektar und besteht aus dichtem Wald, durchzogen von Felsblöcken vulkanischen Ursprungs.

Das Gebiet ist relativ wild und wenig besiedelt. Wanderwege führen über unebenes, von Lava und Tuff geprägtes Terrain – ein Paradies für Naturfreunde, die abseits der großen Touristenströme unterwegs sein möchten.

Bolsenasee & Vulkanausbruch

Der Bolsenasee (Lago di Bolsena) ist der größte vulkanische See Europas und füllt die Caldera eines Vulkans, der vor mehreren Hunderttausend Jahren entstanden ist.

Die vulkanische Vergangenheit der Region erklärt die vielen verstreuten Lavablöcke, Tuffschichten und Kraterseen – auch in der Umgebung der Selva del Lamone und des Lago di Mezzano.

Lago di Mezzano

Der Lago di Mezzano ist ein kleiner, fast kreisrunder Kratersee in Latium. Er ist vulkanischen Ursprungs, etwa 400.000 Jahre alt und liegt auf rund 450 m Höhe.

Der See ist von Wiesen und Wäldern umgeben und gilt als ruhiges Naturziel abseits der großen touristischen Hotspots. Archäologische Funde belegen, dass die Gegend schon in prähistorischer Zeit besiedelt war.

Agriturismo

Ein Agriturismo ist im Grunde „Urlaub auf dem Bauernhof“ auf Italienisch: landwirtschaftliche Betriebe, die Zimmer oder Apartments vermieten, oft mit hausgemachten Produkten wie Wein, Olivenöl oder Käse.

Gerade bei Reiturlauben ist diese Form der Unterkunft ideal, weil sie häufig über Weiden, Ställe und Infrastruktur für Pferde verfügen – und man gleichzeitig sehr nah am ländlichen Leben und an der regionalen Küche ist.

Das Picknick lag am Rand eines Naturschutzgebiets. Welche Regeln in Schutzgebieten, während der Brutzeiten und zu Jagdterminen gelten, steht im Ratgeber Naturschutzgebiete, Brutzeiten und Jagdtermine.

Der Lago di Mezzano – ein See in einem Krater

Der See, an dem unser Agriturismo lag, ist kein gewöhnliches Gewässer. Der Lago di Mezzano liegt in der Provinz Viterbo im nördlichen Latium, nahe der Grenze zur Toskana, und ist vulkanischen Ursprungs: Er füllt einen Krater, der vor rund 400.000 Jahren entstand. Daher auch seine auffällig runde Form. Sein Abfluss, der Olpeta, mündet in den Fiora – jenen Fluss, an dem wir am zweiten Tag entlanggeritten waren.

Bemerkenswert ist aber vor allem, was unter der Wasseroberfläche liegt. Im See wurden Reste bronzezeitlicher Pfahlbausiedlungen gefunden, die etwa zwischen 2000 und 1000 vor Christus bewohnt waren. Das Wasser hat sie fast vier Jahrtausende lang konserviert: Holzkonstruktionen, Keramik, Bronzegegenstände wie Beile, Schwerter und Nadeln. Wer abends am Ufer sitzt, ahnt davon nichts – aber es erklärt, warum diese stille Ecke Italiens archäologisch als so bedeutend gilt.

Selva del Lamone und die Latera-Caldera

Auch die Steine im Wald, über die wir uns gewundert hatten, haben mit demselben Vulkanismus zu tun. Die Riserva Naturale Regionale Selva del Lamone liegt am Rand der Latera-Caldera – eines eingebrochenen Vulkankraters, dessen Auswurf die ganze Gegend geprägt hat. Der Wald wuchs später über die Blockfelder, ohne sie zu verdecken.

Zwischen Selva del Lamone und dem Lago di Mezzano liegen zahlreiche Fundplätze, darunter Sorgenti della Nova, Pian di Morrano und Rofalco. Man reitet dort also nicht durch eine leere Landschaft, sondern durch eine, die sehr lange bewohnt war und deren Spuren nur schwer zu sehen sind, wenn man nicht weiß, wonach man schaut.

Hinweis: Wenn du beim Klick auf „Nächster Etappenbericht“ auf der Startseite landest, ist der nächste Artikel vermutlich noch nicht veröffentlicht.

Häufige Fragen zu Tag 5

Warum liegen im Wald so viele große Steine?

Es sind Überreste eines sehr alten Vulkanausbruchs, bei dem das Material weit verteilt wurde – heute oft von Moos überzogen. Die ganze Gegend ist von alten Vulkanen geprägt; der nahe Bolsenasee ist ein großer Kratersee.

Was ist die Selva del Lamone?

Ein regionales Naturschutzgebiet in Latium nahe der Grenze zur Toskana, rund 2.000 Hektar groß: dichter Wald, durchzogen von Felsblöcken vulkanischen Ursprungs. Das Terrain ist uneben, von Lava und Tuff geprägt, und das Gebiet ist wenig besiedelt.

Was ist der Lago di Mezzano?

Ein stiller, kreisrunder See vulkanischen Ursprungs. Unser Agriturismo lag direkt am Ufer – einige aus der Gruppe sind vor dem Abendessen noch schwimmen gegangen, andere fanden das Wasser zu frisch.

Wie anstrengend ist diese Etappe?

Sie ist die ruhigste der Woche. Die Landschaft wird deutlich hügeliger, geritten wurde überwiegend im Schritt mit gelegentlichen Galoppaden – der Fokus lag auf Ausblicken und Seele-baumeln-Lassen.

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