Region, Landschaft & Hintergrundwissen zur Route
Ein Reiturlaub in der Toskana ist für viele ein Traum aus Postkartenmotiven: sanfte Hügel, lange Schotterwege, kleine Dörfer auf Tuffsteinfelsen und Agriturismi, in denen nach dem Ritt gutes Essen und ein Glas Wein warten. Die Region, in der wir unterwegs waren, liegt im Grenzgebiet zwischen der südlichen Toskana (Maremma) und dem nördlichen Latium – rund um den Reithof Il Cornacchino, die Tuffstädte Sorano und Sovana, den Fluss Fiora sowie die Naturgebiete Selva del Lamone und Lago di Mezzano.
Die Reitregion auf einen Blick
- Region
- Grenzgebiet zwischen der südlichen Toskana (Maremma) und dem nördlichen Latium
- Ausgangspunkt
- Agriturismo Il Cornacchino bei Castell’Azzara, Provinz Grosseto
- Landschaft
- Mischwälder mit Eichen und Kastanien, offene Weiden, abgeschiedene Täler
- Wege
- Forstwege, Maultierpfade und alte Verbindungstrassen zwischen Höfen und Dörfern
- Tuffstädte
- Sorano, Sovana und Pitigliano im „Area del Tufo“, auf vulkanischem Fels über tiefen Tälern
- Gewässer
- der Fluss Fiora, der Kratersee Lago di Mezzano
- Naturgebiet
- Riserva Naturale Regionale Selva del Lamone
- Geeignet für
- Wanderritte, weil die Gegend dünn besiedelt ist – Stunden im Sattel ohne große Straßen
Verstecktes Eckchen Toskana rund um Il Cornacchino
Unser Ausgangspunkt war das Agriturismo Il Cornacchino bei Castell’Azzara in der Provinz Grosseto. Der Hof liegt in einem abgeschiedenen Tal, umgeben von Wäldern und Weiden, und ist auf Reiturlaub und Wanderritte spezialisiert.
Hier startet ein typischer Wanderritt Toskana mit täglichen Etappen auf Forstwegen, Maultierpfaden und alten Verbindungstrassen zwischen Bauernhöfen, Dörfern und Weidegebieten.
Die Umgebung ist geprägt von Mischwäldern, Eichen, Kastanien und offenen Weiden. Gerade für Reiter ist diese Region reizvoll, weil sie relativ dünn besiedelt ist und man viele Stunden im Sattel verbringen kann, ohne auf große Straßen oder dicht bebaute Orte zu stoßen.
Tuffstädte Sorano, Sovana & Pitigliano – Reiten im „Area del Tufo“
Ein besonderes Merkmal der südlichen Toskana ist das Tuffsteingebiet rund um Sorano, Sovana und Pitigliano, das oft als „Area del Tufo“ bezeichnet wird.
Die Orte liegen spektakulär auf vulkanischen Tuffsteinfelsen über tief eingeschnittenen Tälern. Historische Gassen, Felsmauern und mittelalterliche Festungen sorgen für eine einzigartige Kulisse – und genau hier führen viele Wanderritte vorbei.
Die Region war bereits zur Zeit der Etrusker dicht besiedelt. Noch heute finden sich überall Spuren dieser alten Kultur: Felsgräber, Nekropolen und die berühmten Vie Cave – mehrere Meter tief in den Tuff gehauene Hohlwege, die Straßen, Kult- oder Prozessionswege gewesen sein könnten.
Mit dem Pferd durch diese schattigen, grünen „Schluchten“ zu reiten, gehört zu den eindrucksvollsten Momenten eines Wanderritts in dieser Region.
Zwischen Toskana und Latium – das Tal des Flusses Fiora
Ein weiterer roter Faden unseres Ritts ist der Fluss Fiora. Er entspringt am Monte Amiata in der Toskana und fließt anschließend durch das Grenzgebiet zur Region Latium, bevor er ins Tyrrhenische Meer mündet.
Entlang seines Laufes wechseln sich breite Kiesbetten, Bachabschnitte mit niedrigen Ufern und von Tuffwänden eingerahmte Passagen ab. Für Reiter sind diese Bereiche ideal:
– natürliche Pferdetränken
– schattige Rastplätze für Picknicks
– spannende Landschaftswechsel im Tagesverlauf
Im oberen Fioratal liegen auch viele der etruskischen Felsgräber und Hohlwege, die im Parco Archeologico Città del Tufo rund um Sovana und Sorano geschützt sind.
Selva del Lamone – wilder Wald im Latium
Südlich der toskanischen Grenze beginnt die Selva del Lamone, ein regionales Naturschutzgebiet in Latium mit ausgedehnten, teilweise schwer zugänglichen Wäldern, Basalt- und Tuffblöcken und einem Netz markierter Wege.
Die Landschaft ist deutlich ursprünglicher als in vielen touristischen Toskana-Gebieten:
- dichte Wälder mit immergrünen Steineichen und Laubmischwald
- Lava- und Tuffblöcke, die an den vulkanischen Ursprung der Region erinnern
- kleine Bäche, Erosionsrinnen und natürliche Senken
Für einen Reiturlaub Toskana ist die Selva del Lamone eine spannende Ergänzung: Hier wird es wilder und einsamer, die Wege sind technisch manchmal anspruchsvoller, dafür ist die Atmosphäre sehr naturbelassen.
Lago di Mezzano – stiller Kratersee zwischen Latium und Toskana
Ein landschaftlicher Höhepunkt ist der Lago di Mezzano, ein kleiner Kratersee vulkanischen Ursprungs im oberen Latium, fast direkt an der Grenze zur Toskana.
Der See ist fast kreisrund, liegt in einer Mulde umgeben von Wiesen und Wäldern und ist bis zu etwa 38 Meter tief. Er gilt als ruhiges Naturziel, fernab der großen touristischen Zentren, und ist Teil eines Schutzgebiets, in dem Landwirtschaft, Natur und sanfter Tourismus nebeneinander existieren.
Für Reiter bietet sich der Lago di Mezzano ideal als Etappenziel an:
- stille Abende am Wasser
- Agriturismi mit Blick auf den See
- Möglichkeiten für ein Bad (je nach Jahreszeit)
Gleichzeitig verweist die Region auf eine lange Siedlungsgeschichte: archäologische Funde am Seeufer und am Grund des Sees zeigen, dass hier bereits in prähistorischer Zeit Menschen lebten und siedelten.
Reiturlaub Toskana – warum diese Region ideal für Wanderritte ist
Die Kombination aus südlicher Toskana und nördlichem Latium macht die Region rund um Il Cornacchino, Sorano und den Lago di Mezzano besonders interessant für einen Reiturlaub:
- abwechslungsreiche Landschaft: Wälder, Vulkanhügel, Tufffelsen, Flusstäler und offene Weiden
- kulturelle Highlights: Etruskergräber, Tuffstädte, mittelalterliche Dörfer
- viele kleine Agriturismi, die Pferde und Reiter aufnehmen können
- relativ wenig Massentourismus – vor allem abseits der großen Kunststädte
Wer einen Wanderritt Toskana plant, der nicht nur durch Weinberge, sondern auch durch geschichtsträchtige Hohlwege, Naturschutzgebiete und alte Vulkanlandschaften führen soll, findet hier eine ideale Kulisse. Die Region ist anspruchsvoll genug, um spannende Tagesetappen zu bieten, aber auch sanft und zugänglich, sodass man lange Strecken im Schritt genießen kann – genau das, was einen guten Reiturlaub ausmacht.
Dünn besiedelt, viele Forstwege und alte Verbindungstrassen – das macht die Gegend für Wanderritte so brauchbar. Wie sich daraus sinnvolle Etappen zusammenstellen lassen, behandelt der Ratgeber Streckenwahl für Wanderreiter.
Häufige Fragen zur Region
Warum eignet sich die Gegend um Il Cornacchino zum Wanderreiten?
Weil sie dünn besiedelt ist. Mischwälder mit Eichen und Kastanien wechseln sich mit offenen Weiden ab, und man kann viele Stunden im Sattel verbringen, ohne auf große Straßen oder dicht bebaute Orte zu stoßen.
Was ist die „Area del Tufo“?
Das Tuffsteingebiet der südlichen Toskana rund um Sorano, Sovana und Pitigliano. Die Orte liegen auf vulkanischen Tuffsteinfelsen über tief eingeschnittenen Tälern – historische Gassen, Felsmauern und mittelalterliche Festungen als Kulisse, an der viele Wanderritte vorbeiführen.
Welche Rolle spielt der Fluss Fiora?
Er ist der rote Faden des Ritts: Er entspringt am Monte Amiata, durchfließt das Grenzgebiet zur Region Latium und mündet ins Tyrrhenische Meer. Entlang seines Laufs wechseln breite Kiesbetten, flache Bachabschnitte und von Tuffwänden eingerahmte Passagen – also natürliche Pferdetränken, schattige Rastplätze und ständig neue Landschaftsbilder.
Was macht die Selva del Lamone besonders?
Sie ist deutlich ursprünglicher als die bekannten Toskana-Gebiete: dichte Wälder aus immergrünen Steineichen und Laubmischwald, dazwischen Lava- und Tuffblöcke, kleine Bäche und Erosionsrinnen. Ein regionales Naturschutzgebiet in Latium, teilweise schwer zugänglich.

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