White Rock Canyon → West Fork → Pine Flat
Morgens weckte uns die aufgehende Sonne. Wir haben dann erstmal das Lagerfeuer wieder angefacht und dann Kaffee gekocht und gefrühstückt. Danach das Lager zurück gebaut, Highline lösen, Stricke sauber schlingen – jedes Ding hat seinen Platz, und alles geht in umgekehrter Reihenfolge zurück auf den Packsattel bzw das Packpferd. Dann reiten wir los.
Der West Fork ist heute unsere Leitlinie. Das Bachbett zwingt uns in eine Abfolge aus Querungen und kurzen Kletterstücken. Wir lassen den Zügel länger, die Pferde suchen ihren Weg;
Die Mittagsrast legen wir an einem Ort ein, den die Leute hier „Devils Hole“ nennen. Der Name steht in Karten variabel, aber die Geschichten über vergangene Konflikte in Apache-Landen hängen hier schwer in der Luft. Wir halten es respektvoll: Es wird gegessen, Wasser aufgefüllt, still geschaut. Eine Eidechse sonnt sich auf einer warmen Platte, ein Specht hämmert irgendwo gegen Totholz. Die Pferde dösen im Halbschatten, Köpfe tief, Lippen locker.
Der Nachmittag zieht sich, aber nicht unangenehm. „Unspektakulär“ im besten Sinne: Schrittarbeit, sauberer Takt, kleine Mikroentscheidungen am Zügel. Zweimal weichen wir Uferabbrüchen aus und steigen über eine Terrasse aus hellem Sandstein. Die Landschaft bleibt groß, nur unser Sichtfeld ist selten weiter als 50 Meter. Gegen Abend wird das Tal flacher; die Kiefern treten dichter, und das Licht fällt als lange Streifen durch die Stämme. Das ist Pine Flat.
Dann wird wieder das Camp aufgebaut, das ging heute schon deutlich schneller als gestern und Essen gabs dann wieder am Lagerfeuer
West Fork Gila River — Flusskorridor als Naturweg
Der West Fork ist der landschaftliche Leitfaden vieler Gila-Routen: Ein enges Band aus Wasser, Schotterinseln und schattigem Galeriewald. Das „Wechselspiel“ von Felsplatte–Kies–Wasser macht den Korridor zum idealen, aber schrittbetonten Reitweg – technisch unspektakulär, doch anhaltend fordernd für Hufe, Sehnen und Konzentration.
Hydrologisch wirkt der West Fork als Erosionsmotor: Nach Monsungewittern räumt Hochwasser Kiesbänke um, unterspült Ufer und legt frische Sedimente frei. Deshalb sind Karten hier immer nur Momentaufnahmen.
Ökologisch bildet der Korridor ein Band aus Cottonwoods, Weiden und mesischen Nischen – Rückzugshabitate für Vögel, Reptilien und Insekten. Spurenleser finden Trittsiegel von Maultierhirsch und Koyote im feuchten Sand.
Devils Hole“ — Toponym zwischen Terrain und Geschichte
Im amerikanischen Westen bezeichnen „Devil’s/Devils“-Namen häufig schwierige Orte: tiefe Löcher, tückische Furten, steile Stufen. Im Gila-Gebiet kursieren Erzählungen, die „Devils Hole“ mit Episoden der Apache Wars und mit gefährlichem Gelände verknüpfen.
Wichtig für die Darstellung: Nicht jeder lokale Name ist eindeutig kartiert – oft überlagern sich mündliche Überlieferung, alte Rancher-Bezeichnungen und moderne Karten. Wer darüber schreibt, benennt den Kontext (Konfliktgeschichte, Respekt vor Stätten) und vermeidet falsche Zuordnungen. Es gilt: nichts ausgraben, nichts mitnehmen, Respekt zeigen.
Hier in unserem Fall stammt der Name von einer Schlacht, bei der die Apachen die Siedler in diesem natürlichen Talkessel in einen Hinterhalt gelockt hatten. Auf Grund der hohen Verlusten, die die Siedler dabei erlitten wurde dieser Talkessel als „Devils Hole“ bezeichnet.
Pine Flat — Kiefernterrasse am Rand der Talflanken
„Pine Flat“ beschreibt eine Geomorphologie: flache Terrassen aus verwittertem Sand-/Tuffmaterial, bewachsen von Ponderosa-Kiefer. Solche Flächen entstehen, wenn alte Fluss- oder Schuttkegel ausnivellieren und die aktive Erosionskante sich verlagert.
Für Lager prädestiniert sind diese Plätze wegen Drainage (leichtes Gefälle) und Windschutz. Historisch dienten sie als Weidepunkte und temporäre Camps; archäologische Streufunde (Flintflakes, Scherben) tauchen punktuell auf – Finger weg, Fotodokumentation reicht. Wir haben aber nichts gefunden

Schreibe einen Kommentar