Blick zwischen den Ohren des Pferdes auf Reiter, die einen steinigen Hang zum Hochland hinaufsteigen

Wanderritt New Mexico – Tag 3: Aufstieg aus dem Canyon ins Hochland

Pine Flat → Lilley’s Spring (Aufstieg ins Hochland)

Heute verlassen wir den Canyon – hinauf in das sogenannte High Country. Langer, stetiger Aufstieg, große Aussicht als Belohnung.

Die Etappe auf einen Blick

Etappe
Tag 3 – Pine Flat hinauf zur Lilley’s Spring
Datum
August 2019
Charakter
langer, stetiger Aufstieg aus dem Canyon ins High Country
Unterwegs
Abstecher zu einem Wasserfall, danach stundenlang bergauf
Camp
oberhalb der Quelle, zwischen lichten Kiefern und windgeschützt
Wasser
Durchfluss prüfen, oberhalb der Quelle lagern, Pferde zuerst tränken
Abends
deutlich kühler – das Schichtenprinzip zahlt sich aus
Nachts
Milchstraße von Horizont zu Horizont, fernab jeder Stadt

Aber der Reihe nach:

Morgens haben wir erstmal über dem Lagerfeuer Frühstück gekocht und dann die Pferde fertig gemacht und das Packpferd beladen.

Dann sind wir zunächst noch für einige Kilometer der West Fork gefolgt, bevor wir endgültig die Canyons verlassen haben, denen wir die ersten beiden Tage gefolgt sind.

Kurzer Abstecher zu einem Wasserfall

Reiter auf einem schmalen Pfad durch eine hohe Wiese

Dann begann die Kletterei.

Die nächsten Stunden ging es kontinuierlich nach oben. Die Kletterei war zwar ganz schön anstrengend, dafür wurden wir mit einer sensationellen Aussicht belohnt.

Zwei Reiter auf einem steinigen Pfad mit weitem Blick über das Hochland

Oben angekommen ändert sich die Welt schlagartig. Statt Geröll und enger Felswände liegt plötzlich eine weite, offene Hochfläche vor uns: federnder Boden, lichte Kiefern und ein Horizont, der nicht mehr aufhört. Nach zwei Tagen zwischen den Canyonwänden fühlt sich diese Weite fast unwirklich an – und die Pferde gehen sofort anders, als hätten sie den Unterschied im Boden noch vor uns gespürt.

Gegen Sonnenuntergang erreichen wir den Bereich um Lilley’s Spring. Wasser ist Leben – wir prüfen Durchfluss und lagern oberhalb der Quelle, um sie sauber zu halten. Die Pferde bekommen zuerst; wir füllen Flaschen und Beutel. Das Camp sitzt zwischen lichten Kiefern, geschützt gegen den Wind. Es wird kühler; Schichtenprinzip bewährt sich. Es wird hier oben schnell dunkel. Da wir inzwischen weit in der Wilderness sind, fernab jeder Stadt, ist es hier besonders dunkel. Der Sternenhimmel ist ein Teppich, und die Milchstraße eine Spur. Wir zählen Sternschnuppen, verlieren die Zahl und lachen.

Lagerfeuer bei Nacht, dahinter die Silhouette eines Pferdes

Lilley’s Spring / Lilley Park — Wasser an der Kante der Mesa

Quellen wie Lilley’s Spring treten an Schichtgrenzen aus – dort, wo eine wasserführende Lage (z. B. Sandstein) auf eine weniger durchlässige Schicht trifft. Am Rand der Mesa staut sich Grundwasser und tritt als Quelle zutage.
Der umgebende Lilley Park ist keine Parkanlage, sondern eine offene Hochfläche („Park“ im westlichen Sprachgebrauch meint oft grasige Waldlichtungen). Nach dem langen Anstieg ist die weite, federnde Oberfläche ein Kontrast zum steinigen Canyon. Archäologisch wurden Hochflächen regelmäßig als Reise- und Jagdkorridore genutzt – sichtbare Orientierungspunkte, große Distanzen, kühlere Luft. Der Name „Lilley“ kommt von einer Trapperin, die zu Zeiten der Besiedlung hier lebte und die diese Quelle nutzte.

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Über tausend Höhenmeter an einem Tag verändern eine Etappe grundlegend – die Kilometerzahl sagt dann wenig aus. Wie sich das für die eigene Planung ansetzen lässt, steht im Beitrag zu Höhenmetern und Tagesbelastung.

FAQ zum dritten Tag

Warum lagert man oberhalb einer Quelle?

Damit sie sauber bleibt. Alles, was im Camp anfällt – von den Pferden wie von den Menschen –, würde sonst in das Wasser gelangen, das man selbst und alle nach einem trinken. Oberhalb zu lagern ist die einfachste Form von Rücksicht in der Wildnis.

Wer bekommt zuerst Wasser?

Die Pferde. Sie haben den ganzen Tag getragen und trinken deutlich mehr als der Mensch. Erst danach werden Flaschen und Wassersäcke gefüllt.

Wie kalt wird es nachts im High Country?

Deutlich kühler als unten im Canyon – auch Ende August. Auf über 2.000 Metern fällt die Temperatur nach Sonnenuntergang schnell, und das Schichtenprinzip bei der Kleidung bewährt sich.

Wie ist der Sternenhimmel in der Gila Wilderness?

Außergewöhnlich. Weil das Gebiet weit von jeder Stadt entfernt ist und keine Straßen hindurchführen, gibt es praktisch kein Streulicht. Die Milchstraße steht als Band über dem Camp, und Sternschnuppen sind eher die Regel als die Ausnahme.

Warum heißt eine Waldlichtung im Westen „Park“?

Weil „Park“ im westlichen Sprachgebrauch der USA keine Anlage meint, sondern eine offene, grasige Hochfläche zwischen Wald. Lilley Park ist also keine Parkanlage, sondern eine Lichtung auf der Mesa. Nach dem langen, steinigen Anstieg aus dem Canyon ist der Kontrast enorm: plötzlich weiter, federnder Boden statt Geröll.

Wie entsteht eine Quelle wie Lilley’s Spring?

An einer Schichtgrenze. Wenn eine wasserführende Lage – etwa Sandstein – auf eine weniger durchlässige Schicht trifft, kann das Grundwasser nicht weiter nach unten. Am Rand der Mesa staut es sich und tritt seitlich als Quelle zutage. Genau deshalb liegen solche Quellen so verlässlich an denselben Stellen und waren über Jahrhunderte feste Punkte für alle, die hier durchkamen.

Woher hat Lilley’s Spring ihren Namen?

Von einer Trapperin, die zur Zeit der Besiedlung hier lebte und diese Quelle nutzte. Die Hochflächen der Gila waren immer Reise- und Jagdkorridore – sichtbare Orientierungspunkte, große Distanzen, kühlere Luft als unten im Canyon. Wer hier oben eine verlässliche Wasserstelle hatte, hatte einen Standort.

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