Wanderritt in den USA / New Mexico – Tag 5

Woodland Park → Abstieg zur West Fork → Woody’s Corral

Letzter Reittag. Wir starten in der Hochebene und machen uns auf den Rückweg ins Tal

Nachdem wir ein letztes Mal unser Camp abgebaut und die Pferde fertig gemacht hatten, ging es auf die letzte Etappe.

Zuerst ging es noch eine Stunde über die Hochebene, bevor wir uns an den Abstieg machten.

Ziel: hinunter in die West Fork, wo wir am ersten Tag gestartet sind.

Der Weg war mal einfach, Mal steil, aber die Pferde haben alle Passagen super gemeistert.

Gerade im zweiten Video kann man erahnen, wie steil der Weg doch manchmal war

Unten weitet sich der Canyon der West Fork Gila – das Wasser klingt heute lauter, vielleicht wegen des Winds. Wir lassen die Pferde einmal trinken und folgen dem Flusslauf. Das Licht tanzt an den Felswänden. Kurz vor der Straße heben wir den Blick: In einer Felsnische gegenüber liegen die Gila Cliff Dwellings – ein letzter Geschichtsgruß, der die Gegenwart größer macht.

Dann sind wir angekommen. Woody’s Corral. Der Ort wo alles begann, der Ort wo der Trailer auf uns wartet. Wir verladen die Pferde und machen uns auf den Rückweg nach Silver City wo wir in das gleiche Hotel wie am ersten Tag einchecken.

West Fork Gila River — Quellarm durch Canyons und Cottonwoods

Der West Fork ist einer der drei großen Quellarme des Gila-Systems in der Gila Wilderness. Er entspringt in den Mogollon Mountains und läuft als ganzjährig wasserführender Bach durch enge, hell gebänderte Tuff- und Sandstein­schluchten mit Galeriewald aus Cottonwoods und Weiden. Im Bereich der Gila Cliff Dwellings/Gila Hot Springs vereint er sich mit den anderen Quellarmen zum Hauptfluss des Gila – die Karten nennen den Ursprung des Gila meist am Zusammenfluss von East und West Fork, die Middle Fork stößt im selben Oberlauf-Bereich hinzu. Von dort fließt der Gila westwärts quer durch New Mexico und Arizona bis zur Mündung in den Colorado bei Yuma.

Länge & Verlauf: Für den West-Fork-Abschnitt durch die Wilderness werden in Trailführern über 30 Meilen Flusskorridor beschrieben; die Route ist berühmt für viele Furtungen (allein im Einstiegsbereich dutzende Querungen auf kurzer Distanz). Genaue Kilometrierungen variieren je nach Quelle und Abschnittsdefinition (Quellrinnsale, Seitenarme, Confluence). Praktisch relevant: Schritt-orientiertes Vorankommen, wechselnde Kies-/Felsplatten, Pegel- und Uferwechsel nach Monsunregen.

Geologie & Ökologie: Der West Fork schneidet in Ablagerungen des Mogollon-Datil-Vulkanfeldes sowie in Sedimente; durch differenzielle Erosion entstehen Stufen, helle Bänke und Kiesinseln. Das kühle Wasserband schafft mesische Nischen in sonst trockenem Klima – Rückzugsräume für Vögel, Reptilien und Insekten. Nach Sommergewittern räumt Hochwasser Kiesbänke um und verlegt Furten: Karten sind hier immer Momentaufnahmen.

Geschichte & Bedeutung: Im oberen Gila-Gebiet lebten über Jahrhunderte Menschen der Mogollon-Tradition; die Gila Cliff Dwellings aus dem späten 13. Jh. liegen oberhalb der Quellarme. Später prägten Apache-Gruppen (u. a. Chiricahua, Mimbreño) das Land. 1924 wurde rund um die Quellgebiete die erste ausgewiesene Wilderness der Welt etabliert – ein Meilenstein, der unerschlossene Flusskorridore wie den West Fork bis heute schützt.

Einordnung im Gesamtsystem: Der aus den Quellarmen gebildete Gila River ist insgesamt ca. 649 Meilen (≈ 1.045 km) lang; historisch war er in weiten Teilen perennierend und teils sogar schiffbar, wird heute aber weit unterhalb durch Entnahmen oft unterbrochen. Die Headwaters im Gila bleiben davon vergleichsweise wenig technisiert – Backcountry-Charakter, Wildfluss-Dynamik und hohe ökologische Wertigkeit

Gila Cliff Dwellings National Monument — Wohnungen im Fels, Stimme aus dem 13. Jahrhundert

Hoch über einem Nebental der West Fork Gila liegen natürliche Felsalkoven in hellem, vulkanischem Gestein (verschweißter Tuff aus dem Mogollon-Datil-Vulkanfeld). Wind, Wasser und Frost haben über lange Zeit Hohlräume in die Wand geschnitten – trockene, gut geschützte Nischen mit Blick über den Talgrund. Genau hier errichteten Menschen der Mogollon-Tradition im späten 13. Jahrhundert eine kompakte Siedlung mit Dutzenden Räumen.

Die Bauten bestehen aus Trockenmauerwerk und Lehm, mit Holzbalken (vigas) als Decken- und Türstürzen. Keramikfunde (u. a. schwarz-auf-weiß-Dekore) und Dendrochronologie datieren die Nutzungszeit eng in einige Jahrzehnte – wahrscheinlich eine oder zwei Generationen. Warum die Bewohner wegzogen, ist nicht abschließend geklärt: Klimaschwankungen, Ressourcen, soziale Verflechtungen und neue Siedlungsräume gelten als mögliche Gründe.

Kulturell liegt das Monument an einer Kontaktzone: Mogollon-Gruppen nutzten die Flusskorridore des Gila seit Jahrhunderten; räumlich und zeitlich gibt es Bezüge zu Ancestral-Pueblo-Traditionen (Bauformen, Keramik, Subsistenz). Die Klippenwohnungen selbst zeigen den typischen Alltagszuschnitt: Wohnräume, Vorratsnischen, Herdstellen, Rauchspuren an der Decke – ein stilles Archiv von Arbeit, Kochen, Schlafen, Ritual.

Der Schutzstatus als National Monument besteht seit 1907 (Roosevelt-Ära). Heute führt ein kurzer, aber stellenweise steiler Rundweg vom Visitor Center zu den Alkoven; Teile sind über gesicherte Stege/Boardwalks einsehbar. Berühren, Besteigen oder Sammeln ist untersagt – das Gestein ist brüchig, die Oberflächen reagieren empfindlich, und der Ort hat bis in die Gegenwart eine spirituelle Bedeutung. Wer früh oder spät kommt, erlebt das Wechselspiel von Schatten und warmem Felslicht besonders eindrücklich.

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