Tag 6: Sorano, steile Hohlwege und zurück nach Il Cornacchino
Der Wanderritt Toskana neigt sich dem Ende entgegen. Wir machen uns auf den Rückweg zum Hof.
Letzter Reittag – ein bisschen Wehmut schwingt mit
Der letzte Tag führte uns zurück zum Ausgangsort. Nach einem guten Frühstück am Lago di Mezzano sattelten wir die Pferde ein letztes Mal für diese Tour. Man merkte, dass alle die Zeit noch einmal bewusst genießen wollten.
Wir ritten über Hügel, an Feldern vorbei, immer wieder mit schönen Ausblicken – ein „Genießertag“ im Sattel.
Abstieg durch Sorano
Gegen Mittag erreichten wir Sorano. Am Rand der Ortschaft stiegen wir ab und führten die Pferde zu Fuß durch die steilen Gassen der Altstadt hinab – die Via Roma schlängelte sich in engen Kurven bergab.
Sorano ist eine mittelalterliche Kleinstadt, die spektakulär auf einem Tuffsteinfelsen über einem Flusstal liegt und etruskische Wurzeln hat.
Mit Pferden zwischen alten Mauern, Torbögen und Treppen unterwegs zu sein, war ein ganz besonderes Erlebnis.
Unten im Tal erreichten wir einen Fluss, wo schon das letzte Picknick auf uns wartete. Wir stärkten uns, lehnten uns noch einmal in die Sonne und wussten: Jetzt kommt die finale Etappe.
Der längste und steilste Etruskerweg der Woche
Direkt nach der Pause ging es wieder bergauf – durch den längsten und steilsten Etruskerweg der gesamten Woche. Die Pferde trugen uns souverän die engen, hoch aufragenden Wände hinauf. Noch einmal dieses Gefühl, in einem grün überwachsenen Felsenkorridor zu reiten, während über uns nur ein schmaler Streifen Himmel zu sehen ist.
Oben angekommen, öffnete sich die Landschaft wieder. Am Horizont konnten wir bereits den Berg erkennen, auf dem Il Cornacchino liegt.
Auf dem Weg dorthin passierten wir Castell’Azzara, einen hübschen Ort auf den Hängen des Monte Civitella. Die Gemeinde liegt auf rund 815 m Höhe und bietet entsprechend weite Ausblicke – nicht umsonst trägt sie den Beinamen „Adlernest“.
Zurück auf Il Cornacchino
Schneller als uns lieb war, erreichten wir den Fuß des Berges, auf dem Il Cornacchino liegt. Der letzte Anstieg fühlte sich ein wenig symbolisch an – noch einmal konzentriert bergauf, bevor der Ritt endet.
Auf dem Hof verabschiedeten wir uns von unseren vierbeinigen Partnern, gaben ihnen eine letzte Streicheleinheit und übergaben sie an das Team.
Eigentlich hatten wir geplant, nach dem Abendessen früh schlafen zu gehen, denn am nächsten Morgen sollten wir schon um 5:30 Uhr starten. (Aber dazu im nächsten Beitrag mehr) In der Realität saßen wir dann doch länger als gedacht am Kamin – mit einem Glas Wein, vielen Geschichten und dem gemeinsamen Fazit: Dieser Wanderritt in der Toskana war jede Minute wert.
Sorano
Sorano ist eine mittelalterliche Kleinstadt in der Provinz Grosseto, südliche Toskana. Sie liegt spektakulär auf einem Tuffsteinfelsen über dem Fluss Lente und hat etruskische Wurzeln.
Sorano gehört gemeinsam mit Sovana und Pitigliano zu den „Tuffstädten“ der Region. In der Umgebung liegen zahlreiche etruskische Nekropolen und die berühmten Vie Cave – Hohlwege, die tief in den Tuff geschnitten wurden und heute zu den Besonderheiten des Parco Città del Tufo zählen.
Castell’Azzara
Castell’Azzara ist eine Gemeinde in der Provinz Grosseto und liegt auf etwa 815 m Höhe an den Hängen des Monte Amiata bzw. Monte Civitella.
Der Ort gilt als einer der höchstgelegenen in der Provinz und bietet weite Ausblicke über Täler und Hügellandschaften – daher der Spitzname „Adlernest“. Historisch war Castell’Azzara u. a. im Besitz der Adelsfamilien Aldobrandeschi und Sforza und spielte durch Erzabbau (Cinnabar) eine Rolle in der Region.

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