Reiter auf dem Wanderritt Toskana

Wanderritt Toskana – Rückreise

Rückreise aus der Toskana & Abschlusstag in der Rhön

Der Wanderritt Toskana ist zu ende. Wir machen uns auf den Heimweg mit einem Zwischenstopp

Früher Start in den Tag – 1169 km vor uns

Nach unserem letzten Abend auf Il Cornacchino war der Wecker früh gestellt. Noch vor dem offiziellen Frühstück, gegen 5:30 Uhr, machten wir uns zu viert auf den Weg. Die Küche hatte uns freundlicherweise etwas Kaffee und ein paar Brötchen hingestellt – ein kleiner, aber sehr willkommener Snack.

Draußen war es noch dunkel, als wir den Hof verließen. 1169 Kilometer lagen vor uns. Während wir auf die Autobahn zusteuerten, färbte sich der Himmel langsam hell. Über den Hügeln der Toskana ging die Sonne auf – ein schöner Abschiedsgruß.

Durch die Poebene – und Kurswechsel in Richtung Schweiz

Unser Weg führte uns zunächst an Florenz und Bologna vorbei zurück in die Poebene. Dort legten wir den ersten Fahrerwechsel ein. Nach mehreren Tagen im Sattel wollten wir die lange Autobahnstrecke lieber entspannt und mit häufigeren Ablösungen fahren.

Eigentlich hatten wir geplant, über den Brenner zurückzufahren. Da dort aber Stau gemeldet war, entschieden wir uns spontan um und wählten die Route über Mailand und Lugano in die Schweiz. Diese Variante erwies sich als Glücksgriff: wenig Verkehr – bis auf einen ganz kurzen Stau am San Bernardino -, flüssiges Durchkommen, schöne Ausblicke auf Seen und Berge.

Bodensee, Deutschland und abends wieder Rhön

Kurz vor Chur wechselten wir noch einmal den Fahrer. Dann ging es weiter – durch die Schweiz, über den Bodensee zurück nach Deutschland.

Vorbei an Memmingen und Ulm, später an Würzburg und Schweinfurt, rollten wir schließlich am Abend wieder in die Rhön ein – wieder zu den Rhönreitern, die uns schon auf der Hinreise beherbergt hatten.

Dort wartete ein warmes Abendessen auf uns. Am Tisch war schnell klar, dass wir erst einmal ausführlich erzählen mussten: von Etruskerwegen, Butteri, Picknicks, Agriturismi und all den Momenten, die diese Woche in der Toskana so besonders gemacht haben.

Letzter Tag: Regenritt zum Jagdhaus Hohe Kammer

Am nächsten Morgen starteten wir nicht gleich weiter nach Hause. Stattdessen stand noch ein kleines Extra auf dem Programm: ein Abschlussritt mit den Rhönreitern.

Nach dem Frühstück sattelten wir die Pferde. Das Wetter zeigte sich von seiner ganz klassischen deutschen Seite – nach sonniger Toskana erwartete uns jetzt Nieselregen und grauer Himmel. Aber: Reiten ist Reiten, und ein bisschen Regen ist in der Rhön im Herbst nicht unüblich.

Ziel war das Jagdhaus Hohe Kammer, eine historische Jagdhütte im Wald. Der Weg führte durch Rhöner Mischwald, über weiche Waldpfade und Forstwege. Trotz des Regenwetters war es ein schöner Kontrast zur offenen, kargen, teils vulkanisch geprägten Landschaft der Toskana.

Am Jagdhaus legten wir eine Pause ein, bevor wir, wieder durch den nassen Wald, zur Unterkunft zurückritten. Die Stimmung war gelöst – ein bisschen müde, ein bisschen melancholisch, aber vor allem dankbar für die zwei sehr unterschiedlichen Reitwelten, die wir in kurzer Zeit erleben durften

Abschied und letzte Kilometer nach Hause

Am Nachmittag trennten sich unsere Wege. Eine Mitreiterin fuhr Richtung Frankfurt, eine Richtung Schweinfurt und wir Richtung Norden.

Kurz vor Hannover stieg die Mitreiterin aus, die wir schon auf der Hinreise mitgenommen hatten. Danach war es nicht mehr weit, bis wir wieder vor unserer eigenen Haustür standen – die Köpfe voller Bilder, die Beine noch leicht im „Schaukelmodus“ vom Sattel und das Gefühl: Das war ganz sicher nicht der letzte Wanderritt.

Jagdhaus Hohe Kammer

Das Jagdhaus Hohe Kammer liegt oberhalb von Motten am Rand des Truppenübungsplatzes Wildflecken in der Rhön. Es wurde laut regionalen Quellen vermutlich um 1775 unter dem Fuldaer Fürstbischof Heinrich von Bibra erbaut.

Später nutzte König Ludwig I. das Jagdhaus gerne zur Auerhahnjagd, wenn er im nahen Staatsbad Bad Brückenau zur Kur weilte; daraus entstand auch der sogenannte „Königspfad“, ein Wanderweg, der vom Bad hinauf zur Hohen Kammer führt.

Heute ist das Jagdhaus ein beliebtes Ziel für Wanderer, Radfahrer und Nordic-Walker. Mehrere Routen führen dorthin – ideal auch für einen kurzen Abschlussritt nach einer längeren Reise, wie wir ihn am Ende unseres Toskana-Abenteuers gemacht haben.

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