Sternritt zu Christi Himmelfahrt in der Rhön – Tag 1

Tag 1 – Anreise und erster Proberitt in der Rhön

Anreise: Leere Autobahn, Kopf wird frei

Manchmal beginnt eine Reise nicht erst am Ziel, sondern in dem Moment, in dem die Autobahn unerwartet leer ist. Genau so fühlte sich unser Aufbruch in die Rhön an, wo wir einen Sternritt zu Christi Himmelfahrt gebucht hatten: wenig Verkehr, ein gleichmäßiger Rhythmus aus Kilometern und Vorfreude – und dieses leise Umschalten im Kopf, wenn der Alltag hinter einem kleiner wird.

Nach rund viereinhalb Stunden Fahrt rollten wir in der Rhön ein. Die Landschaft wirkte sofort anders als zu Hause: weichere Linien, weitere Horizonte, und diese typischen Kuppen, die nicht „alpin“ sein wollen, aber dennoch eine eigene Präsenz haben.

Ankommen am Hof: Gruppe, Vorstellungsrunde, Pferdeeinteilung

Am Hof trafen wir auf den Rest der Gruppe. Es war dieses angenehme erste Zusammenfinden, bei dem alle noch ein wenig vorsichtig sind – und doch spürt man schon, dass ein gemeinsamer Takt entsteht.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurden die Pferde für die nächsten Tage zugeteilt. Danach ging es gemeinsam zur Weide: Pferde holen, putzen, satteln – vertraute Handgriffe, die gleichzeitig beruhigen und fokussieren.

Gesattelte Pferde stehen am offenen Unterstand des Hofes, davor wird geputzt, im Hintergrund das Fachwerkhaus

Der Proberitt: Richtung Dalherda

Für den ersten Tag stand ein kurzer, ungefähr zweistündiger Einführungsritt an – ideal, um sich aneinander zu gewöhnen und die Rhön erstmal „anzutesten“. Der Weg führte zunächst durch das Tal, in dem auch der Hof liegt. Die Luft war klar, und obwohl wir noch ganz am Anfang waren, stellte sich dieses Gefühl ein, das ich an solchen Tagen so liebe: Man ist da, aber noch nicht erschöpft.

Am Rand von Ebersburg überquerten wir die Straße Richtung Dalherda und ritten ein Stück bergauf. Genau dort öffnete sich der Blick über die umliegenden Täler – eine dieser Rhön-Aussichten, die nicht mit dramatischen Felsen arbeiten, sondern mit Weite.

Am Ortsrand von Dalherda ging es zurück ins Tal. Der Ritt fühlte sich wie ein sanfter Einstieg an: genug, um anzukommen – aber nicht so viel, dass der Tag schon alles verbraucht.

Abend am Hof: Pferde versorgen, zurück zur Weide, gutes Essen

Zurück am Hof wurden die Pferde versorgt und wieder zur Weide gebracht. Und dann kam einer dieser Momente, die man nicht planen kann, die aber bleiben: Im Gastraum wartete bereits das Abendessen – liebevoll zubereitet, warm, reichlich.

Der erste Tag endete so, wie man es sich wünscht: mit dem Gefühl, dass alles gut organisiert ist, die Gruppe harmoniert, die Umgebung viel verspricht – und dass die nächsten Tage nicht nur Wege, sondern auch Geschichten bereithalten.

Die Rhön (Entstehung, Geologie, Geografie)

Kurzprofil: Die Rhön ist ein Mittelgebirge im Dreiländereck Hessen, Bayern, Thüringen und wurde am 6. März 1991 länderübergreifend als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt.

Warum die Rhön so aussieht, wie sie aussieht (Geologie in verständlich):
Der Charakter der Rhön ist eng mit dem Tertiär-Vulkanismus verbunden. Unter einer älteren „Basis“ aus Trias-Gesteinen (z. B. Buntsandstein, Muschelkalk) brach im frühen Tertiär Magma auf, bildete Schlote, Lavaergüsse und Basaltdecken. Später formten Abtragung und Erosion die typischen Basaltkuppen und Hochflächen heraus.

Zeitreise: Wann war das?
Die Hauptphase des Vulkanismus in der Rhön lag grob bei 18–25 Millionen Jahren vor heute; in geringerem Ausmaß hielt vulkanische Aktivität bis etwa 11 Millionen Jahre an.

Basalt – das „Signaturgestein“ der Rhön:
Basalt kühlt aus Magma ab. In der Rhön sind besonders bekannt die oft säulenförmigen Strukturen (Basaltsäulen), die beim Abkühlen entstehen. Basalt wurde und wird zudem in Steinbrüchen abgebaut und u. a. als Schotter genutzt.

Landschaft & Nutzung:
Die Rhön wirkt vielerorts offen, mit Wiesen- und Weideflächen, Hecken und Waldinseln. Genau dieses Mosaik ist Teil des Biosphären-Gedankens: Schutz und nachhaltige Nutzung sollen zusammen funktionieren – nicht als Widerspruch, sondern als Konzept.

Häufige Fragen zum ersten Tag

Was ist ein Sternritt?

Eine Form des Wanderreitens, bei der man jeden Tag vom selben Hof aus in eine andere Richtung reitet und abends wieder dorthin zurückkehrt – wie die Strahlen eines Sterns. Der Vorteil: Das Gepäck bleibt im Zimmer, die Pferde stehen jede Nacht auf derselben Weide, und man kann die Etappen unabhängig voneinander planen. Der Unterschied zum Streckenritt ist spürbar: Man kommt der Umgebung eines Ortes viel näher, legt aber keine großen Distanzen zurück.

Wie lang ist der Proberitt am Anreisetag?

Etwa zwei Stunden. Er führt vom Hof zunächst durchs Tal, dann am Rand von Ebersburg über die Straße Richtung Dalherda und ein Stück bergauf – genau dort öffnet sich der Blick über die umliegenden Täler. Zweck ist nicht die Strecke, sondern das Kennenlernen: Reiter und Pferd gewöhnen sich aneinander, und man kommt an, ohne dass der Tag schon alles verbraucht hat.

Wie lange dauert die Anreise in die Rhön?

Von Norddeutschland aus rund viereinhalb Stunden. Wir sind früh gestartet und hatten eine erstaunlich leere Autobahn – was den Kopf freier macht als jede Pause. Angekommen wirkt die Landschaft sofort anders: weichere Linien, weitere Horizonte und diese typischen Kuppen, die nicht alpin sein wollen, aber trotzdem Präsenz haben.

Warum sieht die Rhön so aus, wie sie aussieht?

Wegen des Vulkanismus im Tertiär. Unter einer älteren Basis aus Trias-Gesteinen wie Buntsandstein und Muschelkalk brach Magma auf und bildete Schlote, Lavaergüsse und Basaltdecken. Die Hauptphase lag grob 18 bis 25 Millionen Jahre zurück, in geringerem Ausmaß hielt die Aktivität bis vor etwa 11 Millionen Jahren an. Später hat die Erosion die weicheren Schichten abgetragen – übrig blieben die härteren Basaltkuppen und die Hochflächen dazwischen. Seit dem 6. März 1991 ist die Rhön länderübergreifendes UNESCO-Biosphärenreservat.

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