Blick vom Aussichtsturm Mottener Haube

Sternritt zu Christi Himmelfahrt in der Rhön – Tag 2

•

Start in den Tag: Wetterglück und Aufbruch Richtung Grenze

Nach dem Frühstück war schnell klar: Das Wetter meinte es heute gut mit uns. Wir holten die Pferde von der Weide, putzten, sattelten und trensten – und dann ging es los, in Richtung Mottener Haube an der bayerischen Grenze.

Durch Wälder: Wege, die „laufen lassen“

Schon nach kurzer Zeit verschluckte uns der Wald. Die Wege waren wunderschön, und immer wieder gab es Abschnitte, die einluden, den Rhythmus zu wechseln. Und so hatten wir die Möglichkeit für die eine oder andere Galoppade. Unter den Bäumen war es ruhig, fast gedämpft, und doch lag Bewegung in der Luft.

Die Gruppe reitet an hohen Holzpoltern vorbei auf den Waldweg

Die Etappe auf einen Blick

Etappe
Tag 2 – zur Mottener Haube an der bayerischen Grenze
Richtung
nach Westen, zur Grenze zwischen Hessen und Bayern
Tagesziel
Mottener Haube (Große Haube), 658 m, mit Aussichtsturm
Unterwegs
lange Waldwege mit Gelegenheit zum Galoppieren, Abstecher zum Jagdhaus Hohe Kammer
Pause
Picknick oben an der Haube, Pferde angebunden im Wäldchen
Rückweg
am Rand des Truppenübungsplatzes heraus bei Dalherda

Mittagsziel: Aufstieg zur Mottener Haube

Gegen Mittag erreichten wir den Fuß der Mottener Haube. Erstmal grasen lassen, durchatmen – dann ging es bergauf. Der Anstieg hat etwas sehr Typisches für die Rhön: nicht spektakulär steil, aber lang genug, dass man merkt, wie man sich Schritt für Schritt nach oben schiebt.

Oben suchten wir Bäume zum Anbinden, packten das Picknick aus – und dann war da dieser besondere Mix aus Ruhe und Weite, den man auf solchen Höhen oft stärker spürt als unten im Tal.

Aussichtsturm: Bekannter Ort, neue Stimmung

Der Aussichtsturm war uns schon von der Räuberromantik bekannt ( Hier geht’s zum Artikel). Trotzdem – oder gerade deshalb – sind wir wieder hinauf. Manche Aussichten verlieren nicht an Wirkung. Oben wird die Landschaft plötzlich „lesbar“: Kuppen, Wälder, Schneisen, und irgendwo dazwischen die Grenze, die mehr Übergang als Linie ist.

Abstecher: Jagdhaus Hohe Kammer

Auf dem Rückweg machten wir einen kurzen Abstecher zum Jagdhaus Hohe Kammer. Ein Ort, der heute still wirkt, aber eine Geschichte in sich trägt – und genau deshalb nicht einfach nur „ein Gebäude im Wald“ ist.

Zurück am Hof: Wiedersehen mit Dalherda und ein runder Tagesabschluss

Schließlich kamen wir am Rand eines Truppenübungsplatzes wieder aus dem Wald heraus, am Ortsrand von Dalherda – das kannten wir schon von gestern. Den letzten Kilometer führten wir die Pferde bis zum Hof. Absatteln, versorgen, zurück auf die Weide – und dann wartete auch schon das Abendessen. Und so ging ein schöner Reittag zu Ende.

Mottener Haube / Große Haube (Höhe, Turm, Besonderheiten)

Höhe & Lage: Die Mottener Haube (auch Große Haube) ist etwa 658 m hoch und liegt im Bereich des Dammersfeldrückens – direkt an/nahe der Grenze zwischen Hessen und Bayern.

Der Aussichtsturm – warum er hier steht:
Auf der Haube steht ein Aussichtsturm, der wegen der freien Lage besonders beliebte Rundblicke ermöglicht. In der Region gab es bereits früher einen Turm; der heutige Turm wird in Quellen als moderner Nachfolger beschrieben (Neubau/Erneuerung).

Grenzgeschichte zum Anfassen:
Spannend sind die historischen Grenzmarkierungen: In der Umgebung werden Wappensteine erwähnt, die mit früheren Grenz- bzw. Besitzverhältnissen zusammenhängen und die „Grenze“ als historischen Raum sichtbar machen.

Jagdhaus Hohe Kammer

Was ist das?
Die Hohe Kammer ist ein Jagdhaus im Waldgebiet bei Motten/Dalherda. Heute wirkt es wie ein stiller Punkt im Grünen – historisch war es Teil einer Jagdlandschaft, in der Fürstbischöfe und später auch bayerische Prominenz unterwegs waren.

Königspfad & Ludwig I.:
Ein regional überlieferter „Königspfad“ erinnert daran, dass Kronprinz (später König) Ludwig I. von Bayern den Weg zur Hohen Kammer genutzt haben soll – verbunden mit Jagdausflügen aus dem Staatsbad-Umfeld.

Lola Montez – Legende inklusive:
Mit Ludwig I. verknüpft sich auch die (regional erzählte) Anekdote um Lola Montez, die in diesem Kontext erwähnt wird. Solche Geschichten sind schwer sauber zu belegen, gehören aber zur lokalen Erzähltradition, die Orte „größer“ macht als nur ihre Koordinaten.

Entstehungszeit:
In lokalen Beschreibungen wird das Jagdhaus häufig dem späten 18. Jahrhundert zugeordnet (u. a. im Zusammenhang mit dem Fürstbischof Heinrich von Bibra). Das wird oft als „laut Infotafel/Überlieferung“ geführt – entsprechend sollte man es im Text als regionale Angabe kennzeichnen.

Wer selbst eine Runde über die Rhönkuppen plant: Wie sich aus Höhenlinien ablesen lässt, ob ein Anstieg reitbar ist, steht in unserem Beitrag zur Steilheit von Wegen.

Häufige Fragen zu diesem Reittag

Wie hoch ist die Mottener Haube?

Rund 658 Meter. Sie gehört zum Dammersfeldrücken und liegt direkt an der Grenze zwischen Hessen und Bayern. Oben steht ein Aussichtsturm, der wegen der freien Lage einen weiten Rundblick über die Rhön bietet – der heutige Turm ist der Nachfolger eines früheren Bauwerks an derselben Stelle.

Was hat es mit dem Jagdhaus Hohe Kammer auf sich?

Es liegt im Wald bei Motten und wirkt heute wie ein stiller Punkt im Grünen. Historisch gehörte es zu einer Jagdlandschaft, in der Fürstbischöfe unterwegs waren; lokale Beschreibungen ordnen den Bau dem späten 18. Jahrhundert zu. Ein überlieferter „Königspfad“ erinnert daran, dass Kronprinz und spätere König Ludwig I. von Bayern den Weg dorthin genutzt haben soll.

Warum stehen dort alte Grenzsteine?

Weil die Gegend über Jahrhunderte Grenzraum war. In der Umgebung finden sich Wappensteine, die auf frühere Grenz- und Besitzverhältnisse verweisen. Im Gelände ist die Grenze heute kaum zu erkennen – sie ist eher ein Übergang als eine Linie.

Kann man im Wald der Rhön gut galoppieren?

Auf den Forstwegen dieser Runde ja. Sie sind tragfähig und breit genug, und es gibt immer wieder Abschnitte, die zum Tempowechsel einladen. Wie überall gilt: Der Untergrund entscheidet, nicht die Lust – nach Regen sieht dieselbe Strecke anders aus.

Hinweis: Wenn du beim Klick auf „Nächster Etappenbericht“ auf der Startseite landest, ist der nächste Artikel vermutlich noch nicht veröffentlicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert