Tag 3: Mystik im Moor und Basaltpfade
Die Etappe auf einen Blick
- Etappe
- Tag 3 – durch die Lange Rhön zur Sennhütte
- Auftakt
- erster Morgen ohne Regen; über Nacht war im Holzberghof alles getrocknet
- Besonderheit
- in der Langen Rhön sind rund 500 Meter nur zu Fuß erlaubt – absteigen und führen
- Warum
- zum Schutz der empfindlichen Bergwiesen und der Bodenbrüter, etwa des Birkhuhns
- Unterwegs
- Schlossberg mit der Ruine Osterburg auf 714 m, Schwarzes Moor, riesige Basaltfelder
- Wetter
- ein heftiger Schauer am Nachmittag, aber schnell vorüber
- Ziel
- die Sennhütte
Aufbruch in die „Lange Rhön“
Der 3 Länderritt Rhön ist ein Abenteuer, das jeden Tag neue Facetten der Natur bereithält. Nach den verregneten Etappen der ersten Tage startete unser dritter Morgen zur Abwechslung einmal ohne das monotone Trommeln der Tropfen auf dem Dach. Auch wenn der Himmel noch wolkenverhangen war, herrschte Aufbruchstimmung. Das Beste daran? Alle unsere Sachen waren über Nacht im Holzberghof vollständig getrocknet. Wer schon einmal in klammen Reitstiefeln in den Sattel steigen musste, weiß, wie viel dieser kleine Luxus für die Moral der Truppe bedeutet.
Nach einem stärkenden Frühstück brachen wir in Richtung der Langen Rhön auf. Dieses Hochplateau ist eines der wertvollsten Naturschutzgebiete der Region. Hier begegneten wir einer interessanten administrativen Hürde: Ein Teilstück von etwa 500 Metern darf zwar von Pferden passiert werden, jedoch nicht im Sattel. Um die empfindlichen Böden zu schonen, heißt es hier: Absteigen und Führen. Manchmal erschließt sich der tiefere Sinn solcher Regeln nicht sofort – ob ein Pferdehuf mit oder ohne Reitergewicht den Boden anders belastet, bleibt wohl ein Geheimnis der Behörden. Doch wir nahmen es mit Humor: Eine kurze Dehnübung für die Reiterbeine schadet nach den langen Stunden im Sattel schließlich nie. Kaum hatten wir die Grenze des Schutzgebietes verlassen, schwangen wir uns wieder auf und genossen den Rhythmus unserer Pferde.
Kulinarik am Schlossberg und nasse Überraschungen
Der Weg führte uns weiter am imposanten Schlossberg vorbei. Die weiten Hochflächen der Rhön bieten hier Ausblicke, die selbst bei bewölktem Himmel eine enorme Weite vermitteln. Pünktlich zur Mittagszeit kehrten wir in einen gemütlichen Gasthof ein. Es gibt kaum etwas Schöneres, als sich bei einer warmen Mahlzeit über die bisherigen Erlebnisse vom 3 Länderritt Rhön auszutauschen, während die Pferde draußen zufrieden verschnaufen.
Am Nachmittag erinnerte uns die Rhön wieder an ihre launische Seite. Ein heftiger Regenschauer zog auf, doch im Gegensatz zum Dauerregen der vergangenen Tage war dieser spukhaft schnell wieder vorbei. Fast pünktlich zum Erreichen des Schwarzen Moors klarte es auf. Diese Landschaft ist schlichtweg beeindruckend. Die kargen Flächen, die seltenen Pflanzen und die dunklen Wasserlöcher verleihen diesem Ort eine mystische, fast schon schottische Atmosphäre.
Basaltfelder und das Ziel vor Augen
Der letzte Abschnitt des Tages führte uns durch dichte Wälder und vorbei an riesigen Basaltfeldern. Hier in der Nähe wird das dunkle Vulkangestein noch aktiv abgebaut, und man spürt die rohe, geologische Kraft, die diese Region einst geformt hat. Das Klappern der Hufe auf den festen Wegen begleitete uns, bis wir schließlich am Abend unser Ziel, die Sennhütte, erreichten. Ein langer, aber unglaublich facettenreicher Tag ging zu Ende.
Die Lange Rhön
Die „Lange Rhön“ ist mit ca. 4.000 Hektar eines der größten außeralpinen Naturschutzgebiete Bayerns. Sie ist Teil des UNESCO-Biosphärenreservats und zeichnet sich durch ihre baumfreien Hochflächen aus. Diese entstanden durch jahrhundertelange Beweidung und bieten heute Lebensraum für extrem seltene Arten wie das Birkhuhn. Die strengen Regeln für Reiter dienen dem Schutz der Bodenbrüter und der empfindlichen Bergwiesen.
Der Schlossberg
Der Schlossberg bei Bischofsheim ist vor allem für die Ruine der Osterburg bekannt. Geologisch gesehen ist er ein klassischer Basaltkegel der Rhön. Die Burgruine selbst thront auf 714 Metern Höhe. Von hier aus hatte man früher eine strategische Kontrolle über das Brendtal und die umliegenden Handelswege. Heute ist der Schlossberg ein beliebtes Ziel für Wanderer und bietet geschichtsträchtige Einblicke in die Befestigungsanlagen des Mittelalters.
Das Schwarze Moor
Das Schwarze Moor gehört zum Dreiländereck (Hessen, Bayern, Thüringen) und ist das bedeutendste Hochmoor der Rhön. Es umfasst eine Fläche von etwa 66 Hektar und ist ein wichtiger Wasserspeicher. Die Torfschicht ist hier bis zu 8 Meter dick. Es beherbergt eine spezialisierte Flora und Fauna, darunter fleischfressende Pflanzen wie den Sonnentau und seltene Libellenarten. Der Name rührt von der dunklen Farbe des Moorwassers her, das durch Huminsäuren tiefschwarz gefärbt ist.
Absteigen und führen, damit die Bergwiesen und die Bodenbrüter in Ruhe bleiben: In Schutzgebieten gelten eigene Regeln, und die sind selten Willkür. Welche das sind, steht im Ratgeber Naturschutzgebiete, Brutzeiten und Jagdtermine.
FAQ zum 3-Länderritt – Tag 3
Darf man in der Langen Rhön reiten?
Nur eingeschränkt. Ein Teilstück von rund 500 Metern darf zwar mit Pferden passiert werden, aber nicht im Sattel – dort heißt es absteigen und führen.
Warum gilt dort diese Regel?
Die Lange Rhön ist mit rund 4.000 Hektar eines der größten außeralpinen Naturschutzgebiete Bayerns und Teil des UNESCO-Biosphärenreservats. Die baumfreien Hochflächen sind Lebensraum für sehr seltene Arten, etwa das Birkhuhn. Die Regeln schützen die Bodenbrüter und die empfindlichen Bergwiesen.
Was ist das Schwarze Moor?
Ein Hochmoor auf der bayerischen Hochrhön mit kargen Flächen, seltenen Pflanzen und dunklen Wasserlöchern. Die Stimmung dort wirkt fast schottisch – besonders, wenn wie bei uns gerade ein Schauer abgezogen ist.
Was hat es mit dem Schlossberg auf sich?
Der Schlossberg bei Bischofsheim ist ein klassischer Basaltkegel der Rhön. Bekannt ist er vor allem für die Ruine der Osterburg, die auf 714 Metern thront und früher das Brendtal kontrollierte.

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