Der letzte Tag des Rondatrails führt noch einmal durch alles, was Andalusien an der Küste zu bieten hat: Pinienwald und Tiefsand am Vormittag, eine Brücke mit Hauptverkehrsstraße mittendrin – und am Ende ein Strandgalopp am Atlantik.
Die Etappe auf einen Blick
- Etappe
- Tag 6 des Rondatrails – die letzte Etappe an der Küste
- Datum
- Oktober 2017, Aufbruch 09:03 Uhr
- Route
- Barbate nach Zahara de los Atunes, Costa de la Luz
- Strecke
- 22,9 Kilometer – die kürzeste Reitetappe
- Dauer
- 6 Stunden 52 Minuten
- Höhenmeter
- 235 im Aufstieg, 250 im Abstieg
- Höhe
- 0 bis 136 Meter, im Mittel 45
- Gelände
- Landstraße, Pinienwald mit tiefem Sand, Brücke über den Barbate, Sandstrand
Ein letzter Aufbruch im Morgenlicht
Wir sattelten früh, während die Sonne noch tief am Horizont stand. Der erste Wegabschnitt führte entlang einer Landstraße, bevor wir bald in den Schatten eines Pinienwaldes eintauchten.
Bildstrecke: der Aufbruch entlang der Landstraße – vier Aufnahmen zum Durchklicken.
Pinienwald und Tiefsand
Der Boden wurde sandig, die Wege teils tief – eine echte Herausforderung für die Pferde. Tiefsand kostet ein Pferd deutlich mehr Kraft als fester Boden, weil bei jedem Tritt Energie im nachgebenden Untergrund verlorengeht. Wer die Bilder anschaut, könnte meinen, wir wären in der Wüste unterwegs gewesen.
Es gab aber auch die eine oder andere Möglichkeit zu galoppieren, und so verging der Vormittag: Pinienwälder und ganz viel Sand.
Bildstrecke: durch den Pinienwald – vier Aufnahmen zum Durchklicken.
Mittagspause am Waldrand
Am Rand des Waldes machten wir unsere Mittagspause – im Schatten der Schirmpinien, mit den Pferden in Sichtweite.


Barbate, die Brücke und viel Verkehr
Mit schöner Aussicht ließen wir den Wald hinter uns und erreichten Barbate. Kaum hatten wir den Wald verlassen, holte uns die Zivilisation wieder ein: viel Verkehr, viele Menschen. Die Pferde haben das gut gemeistert.
Um an den Strand zu kommen, mussten wir einen Fluss auf einer Brücke überqueren – auf der leider auch eine Hauptverkehrsstraße verläuft. Der eine oder andere Autofahrer hat versucht, sich ganz dicht an uns vorbeizuquetschen; am Ende wurden wir sogar angehupt. Es ist bemerkenswert, wie wenig Rücksicht manche Menschen auf Pferde und Reiter nehmen. Gut gegangen ist es trotzdem, und wir waren froh, als die Brücke hinter uns lag.
Bildstrecke: die Brücke über den Barbate – fünf Aufnahmen zum Durchklicken.
Barbate und die Almadraba
Barbate ist ein Küstenort an der Costa de la Luz, zwischen Tarifa und Cádiz gelegen. Früher war er vor allem ein Fischerort, der vom Thunfischfang lebte – mit der traditionellen Almadraba, einem Labyrinth aus fest verankerten Netzen, in das die Thunfische auf ihrem Zug durch die Straße von Gibraltar geleitet werden. Betrieben wird sie bis heute im Frühjahr.
Weiße Häuser, kleine Tapasbars und der Geruch von Salz prägen das Stadtbild. Für uns war Barbate vor allem eines: das letzte Stück Zivilisation zwischen Pinienwald und Strand – und die Stelle, an der eine mehrtägige Ruhe in wenigen Minuten in Hauptverkehr umschlägt.
Wie man mit Pferden sicher durch Ortschaften und über Straßen kommt, steht in unserem Beitrag zum Straßenüberqueren und Reiten durch Ortschaften.
Strand und Meer
Nachdem wir die Brücke hinter uns gelassen hatten, brauchten wir nur noch einmal abzubiegen – und schon waren wir am Meer. Nachdem wir mit den Pferden ein bisschen im Wasser gespielt hatten, nutzten wir die Zeit für ein kurzes Fotoshooting.
Währenddessen wurde es unserem Ersatzpferd wohl ein bisschen zu langweilig, und es ging schon einmal ein Stück vor. Gewartet hat es dann aber ganz brav.
Bildstrecke: der Strand bei Zahara de los Atunes – zwölf Aufnahmen zum Durchklicken.
Der Strandgalopp
Und dann kam das, was zu jedem Strandritt gehört: der Strandgalopp. Auf dem festen, nassen Sand kurz oberhalb der Brandung trägt der Boden gut, und die Pferde wissen genau, was jetzt kommt.
Hier sind wir geritten
Die aufgezeichnete Route mit Höhenprofil: 22,9 Kilometer von Barbate nach Zahara de los Atunes.

Sechs Tage, von den Bergen ans Meer
Damit endet der Rondatrail. Laut den Aufzeichnungen sind es über die sechs Tage rund 175 Kilometer gewesen: 14,7 – 36,8 – 30,7 – 42,4 – 27,6 – 22,9. Angefangen hat es auf 568 Metern in der Serranía de Ronda, geendet hat es auf Meereshöhe am Atlantik.
Was diesen Trail ausmacht, ist genau diese Richtung. Man reitet nicht durch eine Landschaft, sondern durch mehrere: erst weiße Dörfer und Felsschluchten, dann zwei Tage Korkeichenwald, dann offene Ebene mit Stierweiden, zuletzt Pinienwald und Strand. Jeder Tag sieht anders aus als der davor.
Eine Einordnung der ganzen Woche mit Pferden, Unterkünften und Empfehlungen steht im Fazit zum Rondatrail. Der Vortag mit der Ankunft am Meer steht in Tag 5; alle Berichte auf der Seite zum Ronda-Trail in Andalusien.
FAQ zum Rondatrail – Tag 6
Wie lang ist die letzte Etappe des Rondatrails?
22,9 Kilometer in 6 Stunden und 52 Minuten, von Barbate nach Zahara de los Atunes. Es ist die kürzeste Reitetappe der Woche.
Wie viele Kilometer hat der Rondatrail insgesamt?
Nach den Aufzeichnungen der sechs Etappen rund 175 Kilometer: 14,7 – 36,8 – 30,7 – 42,4 – 27,6 – 22,9 Kilometer. Der Trail beginnt auf 568 Metern in der Serranía de Ronda und endet auf Meereshöhe am Atlantik.
Warum ist Tiefsand für Pferde anstrengend?
Weil der Untergrund bei jedem Tritt nachgibt und dabei Energie verlorengeht. Ein Pferd braucht im Tiefsand deutlich mehr Kraft als auf festem Boden – deshalb reitet man am Strand auf dem festen, nassen Streifen und nicht im trockenen Sand.
Was ist die Almadraba?
Eine traditionelle Thunfischfang-Methode an der Costa de la Luz: ein Labyrinth aus fest verankerten Netzen, in das die Thunfische auf ihrem Zug durch die Straße von Gibraltar geleitet werden. Barbate lebte lange davon; betrieben wird sie bis heute im Frühjahr.
Muss man auf dem Rondatrail über Straßen reiten?
Am letzten Tag ja. Um vom Pinienwald an den Strand zu kommen, führt der Weg über eine Brücke, auf der eine Hauptverkehrsstraße verläuft. Einzelne Autofahrer haben sich dicht an uns vorbeigedrängt und gehupt – die Pferde haben es gelassen genommen.

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