Vier Reiter in Regenkleidung auf einem Waldweg, zwei in Regenponcho und gelber Jacke, ringsum nasses Grün

Sternritt zu Christi Himmelfahrt in der Rhön – Tag 4

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Tag 4 – Gewitterwolken über der Ebersburg: Fulda, Wind und ein sehr naher Donner

Frühstück und Waldgeruch nach Regen

Auch dieser Tag startete mit einem sehr guten, liebevoll zubereiteten Frühstück. Draußen sah man sofort, dass sich etwas verändert hatte: Über Nacht hatte es geregnet, und der Wald roch so, wie er nur direkt nach Regen riechen kann – frisch, dunkel, ein bisschen nach Erde und Laub.

Nebelschwaden hängen nach dem Regen über den bewaldeten Hängen, davor der Sportplatz und die Häuser des Dorfes

Die Etappe auf einen Blick

Etappe
Tag 4 – zur Ebersburg, mit Gewitter im Rücken
Wetter
Regen über Nacht, tagsüber auffrischender Wind, am Nachmittag Gewitter
Tagesziel
Burgruine Ebersburg mit Aussichtsturm
Unterwegs
Altenfeld, Brücke über die hier noch schmale Fulda, weiter Richtung Oberrod
Pause
überdachter Picknickplatz vor der Burgruine
Gangart
mehr Schritt als an den Vortagen – nasse Wege
Rückweg
über Rabennest und Hettenhausen, Bahnübergang bei Altenfeld

Start: Koppel weiter weg, Wege noch nass

Anschließend holten wir unsere Pferde von der Koppel – diesmal ein Stück weiter, weil wir am Vortag umgeweidet hatten. Dann Kraftfutter, putzen, satteln. Die Wege waren teilweise noch nass, und wir ritten insgesamt mehr Schritt als an den Vortagen. Trotzdem bot sich hier und da eine Möglichkeit, den Takt zu wechseln – aber immer mit dem Gefühl: Heute gehört Vorsicht zum Plan.

Richtung Altenfeld: Fulda überqueren, Wind nimmt zu

Da sich der Himmel zunehmend zuzog, waren wir froh, Regenmäntel eingepackt zu haben. Der Weg führte zunächst Richtung Altenfeld, wo wir auf einer Brücke die hier noch sehr schmale Fulda überquerten. Danach ging es weiter Richtung Oberrod. Auf den Feldern merkten wir, wie sehr der Wind inzwischen aufgefrischt hatte – nicht kühl, sondern drängend.

Feldweg am Waldrand entlang eines Getreidefelds unter grauem Himmel, rechts unten der Hut eines Mitreiters

An der Ebersburg: Picknick unter Dach, dann rauf zum Turm

Schließlich erreichten wir die Ebersburg. Dort konnten wir die Pferde anbinden, diesmal zur Sicherheit mit Regenschutz. Direkt vor der Burgruine gibt es einen überdachten Picknickplatz – perfekt, wenn man den Himmel nicht aus den Augen lassen möchte. Wir packten unser Picknick aus und stärkten uns.

Gut gestärkt machten wir uns auf, den Turm zu erklimmen. Oben war die Stimmung beeindruckend – aber angespannt: Wolken schwer am Horizont, Wind deutlich stärker, viele umliegende Gipfel bereits im Grau verschwunden.

Der Moment, der alles beschleunigt: Donnerschlag ganz nah

Wir blieben nicht lange. Im Treppenhaus ist es sehr dunkel, weil es weder Licht noch Fenster gibt. Wir waren noch nicht ganz unten, als ein extrem lauter Knall die Luft zerriss – offenbar ein Blitz ganz in der Nähe. Plötzlich war klar: Jetzt ohne Umwege zurück.

Heimweg im Regen: Rabennest, Hettenhausen, Bahngleise bei Altenfeld

Wir gingen schnell zu den Pferden, verstauten den Rest vom Picknick und machten uns auf den Heimweg. Man hörte aus der Ferne weiter Donner, aber so nah wie an der Burg war es nicht noch einmal. Inzwischen regnete es kräftiger – was waren wir froh über die Regenmäntel.

Der Rückweg führte vorbei an Rabennest und Hettenhausen. In der Nähe vom Bahnhof Altenfeld überquerten wir die Bahnschienen, und kurze Zeit später waren wir zurück am Hof.

Abschluss: Pferde versorgen, nasse Sachen loswerden, eine Nacht länger bleiben

Am Hof hieß es zuerst: absatteln, Kraftfutter, versorgen – und dann selbst aus dem nassen Regenmantel herauskommen. Eigentlich war dies der letzte Reittag, und viele machten sich noch auf den Heimweg. Wir blieben eine Nacht länger, weil es bereits spät war und noch fünf Stunden Fahrt vor uns gelegen hätten. So ging es für uns erst am nächsten Tag nach dem Frühstück zurück – mit dem Gefühl, dass dieser Abschluss nicht nur dramatisch war, sondern auch typisch Rhön: Wetter kann schnell ernst werden, und genau das macht die sonnigen Stunden umso wertvoller.

Nasse Sättel und Satteldecken trocknen auf den geöffneten Türen und im Kofferraum des Kombis

Burgruine Ebersburg (Geschichte & Besonderheiten)

Entstehung: Die Burg wird in der Forschung in die Zeit zwischen 1200 und spätestens 1250 datiert. Sie liegt auf dem Ebersberg und wurde aus lokalem Phonolith (Ebersberg-Gestein) errichtet, ergänzt durch Sandstein für Kanten, Fenster- und Türbereiche.

Wiederaufbau/Erweiterung: Um 1396 erfolgte ein Wiederaufbau bzw. Ausbau; später wechselten Besitzverhältnisse mehrfach. Die Anlage wurde im Laufe der Zeit aufgegeben, zeitweise aber auch noch genutzt (z. B. als Flucht-/Zufluchtsort in unsicheren Zeiten).

Aussichtsturm & „moderne“ Nutzung: Im 19. Jahrhundert wurde ein Turm als Aussichtsturm hergerichtet; heute ist die Ruine ein geschütztes Kulturdenkmal und frei zugänglich (Turmzugang teils per Schlüsselregelung).

Fluss Fulda (Länge, Quelle, Mündung)

Steckbrief: Die Fulda ist ein Quellfluss der Weser und rund 220,4 km lang. Sie entspringt in der Rhön an der Wasserkuppe und vereinigt sich in Hann. Münden mit der Werra zur Weser.

Warum sie in der Rhön „so klein“ wirkt:
Im Oberlauf ist die Fulda noch ein schmales Quellgewässer. Erst durch Zuflüsse und die zunehmende Einzugsgebietsfläche wächst sie zu dem Fluss an, den viele eher aus Städten wie Kassel oder aus dem Weser-Zusammenfluss kennen.

Die Fulda entspringt in der Rhön und ist als Quellfluss der Weser vielen eher aus „größerem“ Kontext bekannt. In der Rhön zeigt sie sich noch als schmales, junges Gewässer – ein schöner Kontrast zu dem, was später daraus wird.

Hettenhausen

Hettenhausen steht exemplarisch für viele kleine Orte im Rhönraum: ländlich geprägt, eingebettet in Tal- und Übergangslagen zwischen Wald und Höhen, und oft stärker durch regionale Alltagsgeschichte als durch „große“ Sehenswürdigkeiten definiert.

Ein Gewitter kündigt sich meistens an – man muss die Zeichen nur lesen. Und falls doch einmal etwas passiert, während man ohne Empfang unterwegs ist: Wie man sich ohne Handy bemerkbar macht, steht im Beitrag zum alpinen Notsignal.

Häufige Fragen zu diesem Reittag

Wie alt ist die Ebersburg?

Die Forschung datiert sie in die Zeit zwischen 1200 und spätestens 1250. Errichtet wurde sie auf dem Ebersberg aus örtlichem Phonolith, ergänzt durch Sandstein an Kanten, Fenstern und Türen. Um 1396 folgte ein Wiederaufbau; später wechselten die Besitzverhältnisse mehrfach. Heute ist die Ruine ein geschütztes Kulturdenkmal und frei zugänglich.

Warum ist die Fulda hier so schmal?

Weil sie an dieser Stelle noch ganz am Anfang steht. Die Fulda entspringt in der Rhön an der Wasserkuppe und ist insgesamt rund 220 Kilometer lang; erst durch die Zuflüsse weiter unten wächst sie zu dem Fluss, den man aus Kassel kennt. In Hann. Münden vereinigt sie sich mit der Werra zur Weser.

Was tut man, wenn im Gelände ein Gewitter aufzieht?

Vor allem: früh entscheiden. Wir sind nach dem ersten sehr nahen Donnerschlag ohne Umwege zurückgeritten. Erhöhte Punkte, freistehende Bäume und Aussichtstürme meidet man, sobald sich etwas zusammenbraut – und ein Turm mit dunklem Treppenhaus ist kein Ort, an dem man den Blitz abwarten will.

Lohnt sich Regenkleidung in der Rhön?

Ja, und zwar immer. Das Wetter kann dort binnen einer Stunde umschlagen; an diesem Tag waren die Regenmäntel der Grund, warum der Heimweg erträglich blieb. Wer im Frühjahr in der Rhön reitet, packt sie auch bei blauem Himmel ein.

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