Der Rondatrail beginnt nicht im Sattel, sondern im Lastwagen: Nach einer Anreise mit kleinem Missgeschick fahren Pferde und Reiter erst einmal drei Stunden in die Berge von Ronda. Erst dann geht es los – mit einem kurzen Einführungsritt, der vor allem einem Zweck dient: Pferd und Reiter sollen zueinander finden, bevor am nächsten Tag die erste große Etappe ansteht.
Die Etappe auf einen Blick
- Etappe
- Anreise und Tag 1 des Rondatrails – der Einführungsritt
- Datum
- Oktober 2017
- Anreise
- Flug über Frankfurt nach Málaga, danach Sammeltransfer zur Ranch
- Zum Startpunkt
- Pferde auf den Lkw, drei Stunden Fahrt in die Berge von Ronda
- Route
- Jimera de Líbar → Cortes de la Frontera, Serranía de Ronda
- Strecke
- 14,68 Kilometer
- Dauer
- 2 Stunden 52 Minuten
- Höhenmeter
- 592 im Aufstieg, 423 im Abstieg
- Höhe
- 366 bis 568 Meter, im Mittel 444
- Steigung
- im Schnitt 6,5 %, maximal 22,2 %
- Abends
- Stadtbummel durch Ronda
Anreise mit Hindernissen
Unsere Reise begann mit einem Flug von Deutschland über Frankfurt nach Málaga. Da nur ein Sammeltransfer zur Ranch organisiert war, hatten wir nach der Landung etwas Zeit – ideal, um entspannt einen Kaffee am Flughafen zu genießen. Doch als es Zeit war, zum Treffpunkt zu gehen, warteten wir vergeblich.
Der Transferfahrer stand nicht auf der Liste. Offensichtlich war ein Fehler passiert. Nach einigen Telefonaten mit der Ranch klärte sich das Missverständnis, und ein Fahrzeug machte sich auf den Weg zu uns. Statt der veranschlagten zwei Stunden verbrachten wir also dreieinhalb Stunden am Flughafen. Ende gut, alles gut – aber es ist ein guter Grund, die Telefonnummer des Veranstalters vor dem Abflug ins Handy zu tippen und nicht erst am Gepäckband danach zu suchen.
Als wir schließlich auf der Ranch ankamen, wurden wir mit einem üppigen Abendessen begrüßt. Danach stellte sich unsere Reitführerin vor, erkundigte sich nach unseren Reiterfahrungen und erläuterte den Ablauf der kommenden Tage. Später saßen wir noch bei spanischem Wein zusammen und ließen den Tag ausklingen.


Tag 1: Pferde verladen und drei Stunden Fahrt
Früh morgens um 07:00 Uhr gab es Frühstück. Direkt im Anschluss haben wir die Pferde auf den Lkw verladen und machten uns auf die dreistündige Fahrt zum Ausgangspunkt des Trails in den Bergen von Ronda.
Das ist eine Besonderheit dieses Trails: Er ist kein Rundritt, der vor der Haustür beginnt, sondern eine Punkt-zu-Punkt-Route von den Bergen bis ans Meer. Damit die Strecke am ersten Tag dort anfängt, wo sie landschaftlich anfangen soll, fahren Pferde und Ausrüstung vorher hin.
Der Einführungsritt
Nachdem wir angekommen waren, haben wir die Pferde fertig gemacht und sind zum Einführungsritt gestartet. Er begann bei Jimera de Líbar und endete bei Cortes de la Frontera – beides weiße Dörfer der Serranía de Ronda. Der Weg führte über staubige Feldwege, an Korkeichen und Olivenhainen vorbei, mit weitem Blick über das Tal des Guadiaro.
Laut Aufzeichnung waren es 14,68 Kilometer in 2 Stunden und 52 Minuten, mit 592 Höhenmetern im Aufstieg und 423 im Abstieg. Die Wegpunkte lagen zwischen 366 und 568 Metern. Das klingt nach wenig, ist aber für einen Einführungsritt genau richtig: lang genug, um zu spüren, wie das eigene Pferd auf Schenkel und Zügel reagiert, kurz genug, um am ersten Tag niemanden zu überfordern.
Bemerkenswert ist eher die maximale Steigung von 22,2 Prozent. Wer glaubt, ein Einführungsritt sei automatisch flach, wird in der Serranía de Ronda eines Besseren belehrt – hier ist praktisch nichts eben.
Bildstrecke: der Einführungsritt – Feldwege, Korkeichen und Olivenhaine in vier Aufnahmen.
Hier sind wir geritten
Die aufgezeichnete Route mit Höhenprofil: von Jimera de Líbar nach Cortes de la Frontera, 14,68 Kilometer.

Abend in Ronda
Da heute nur ein kurzer Reittag war, nutzten wir am Abend die Gelegenheit für einen Stadtbummel durch Ronda. Die Stadt liegt spektakulär auf einem Felsen über der tief eingeschnittenen Schlucht des Río Guadalevín.
Die maurische Altstadt La Ciudad und der neuere Stadtteil El Mercadillo werden durch den Tajo de Ronda getrennt, eine fast 100 Meter tiefe Felsschlucht – und drei Brücken überspannen diesen Graben. Besonders der Blick beim Sonnenuntergang war beeindruckend.
Wir schlenderten durch die Gassen, genossen die Architektur mit maurischem Einfluss und ließen den Abend unter dem Himmel von Ronda ausklingen.
Bildstrecke: Ronda am Abend – die Puente Nuevo, der Tajo und die Gassen der Altstadt in zehn Aufnahmen.
Ronda und der Tajo
Ronda liegt in der Provinz Málaga auf 729 Metern und hat rund 33.700 Einwohner. Die Stadt sitzt auf einem Felsplateau, das der Río Guadalevín in einer fast 100 Meter tiefen Schlucht durchschnitten hat – dem Tajo de Ronda.
Drei Brücken verbinden die beiden Stadthälften: die Puente Árabe, die Puente Viejo und die berühmte Puente Nuevo aus dem 18. Jahrhundert, die auf fast jedem Foto der Stadt zu sehen ist. Auf der einen Seite liegt die maurische Altstadt La Ciudad, auf der anderen der jüngere Stadtteil El Mercadillo.
Als römische Gründung Arunda angelegt, blühte Ronda ab 713 unter maurischer Herrschaft auf und war Hauptort des Bezirks Takurunna in Al-Andalus. Die Stierkampfarena Plaza de Toros entstand zwischen 1779 und 1785 und gilt als Geburtsort des modernen spanischen Stierkampfs.
Für Wanderreiter ist Ronda vor allem eines: der letzte große Ort vor mehreren Tagen in dünn besiedeltem Bergland. Ab morgen sind Dörfer die Ausnahme.
Sonnenuntergang über der Serranía
Zum Schluss des Tages noch der Blick, für den man abends in Ronda an die Kante geht: Die Sonne verschwindet hinter der Bergkette, und die Serranía staffelt sich im Dunst bis zum Horizont. Genau dort geht es am nächsten Morgen hinein.
Bildstrecke: der Sonnenuntergang über der Serranía de Ronda.
Fazit des ersten Tages
Der erste Tag ist ein Ankommenstag mit einer verpatzten Abholung, drei Stunden Lkw-Fahrt und nicht einmal drei Stunden im Sattel. Trotzdem sitzt am Abend alles: Man kennt sein Pferd, man hat die Landschaft gesehen, in die es geht, und man hat mit Ronda einen der schönsten Orte Andalusiens vor der Tür.
Am nächsten Tag wird es ernst: über 35 Kilometer und zehn Stunden unterwegs, mit dem größten Höhenunterschied der ganzen Woche. Rondatrail – Tag 2. Eine Einordnung der ganzen Woche steht im Fazit zum Rondatrail, alle Berichte auf der Seite zum Ronda-Trail in Andalusien.
FAQ zum Rondatrail – Anreise und Tag 1
Wie reist man zum Rondatrail an?
Über den Flughafen Málaga. Von dort bringt ein Sammeltransfer die Gäste zur Ranch; er ist mit etwa zwei Stunden veranschlagt. Bei uns dauerte es dreieinhalb Stunden, weil der Transferfahrer die Buchung nicht auf der Liste hatte.
Beginnt der Rondatrail direkt an der Ranch?
Nein. Am Morgen des ersten Tages werden die Pferde auf einen Lkw verladen, danach folgt eine dreistündige Fahrt zum Ausgangspunkt in den Bergen von Ronda. Der Trail ist eine Punkt-zu-Punkt-Route von den Bergen bis ans Meer, kein Rundritt.
Wie lang ist der Einführungsritt am ersten Tag?
14,68 Kilometer in 2 Stunden und 52 Minuten, mit 592 Höhenmetern im Aufstieg und 423 im Abstieg. Die Wegpunkte lagen zwischen 366 und 568 Metern, die maximale Steigung bei 22,2 Prozent.
Wie tief ist die Schlucht von Ronda?
Der Tajo de Ronda ist fast 100 Meter tief. Er wurde vom Río Guadalevín in das Felsplateau geschnitten, auf dem die Stadt auf 729 Metern liegt, und trennt die maurische Altstadt La Ciudad vom jüngeren Stadtteil El Mercadillo.
Welche Brücken führen über den Tajo de Ronda?
Drei: die Puente Árabe, die Puente Viejo und die Puente Nuevo aus dem 18. Jahrhundert. Letztere ist das Wahrzeichen der Stadt.
Lohnt sich ein Abend in Ronda?
Ja – zumal der erste Tag kurz ist und Zeit dafür lässt. Ronda ist außerdem der letzte größere Ort vor mehreren Tagen in dünn besiedeltem Bergland.

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