Drei Reiter auf Haflingern auf einem schmalen Asphaltweg am Hang, rechts eine Bergwiese, im Talschluss ein schneebedeckter Gipfel unter Quellwolken

Wanderritt Südtirol – Tag 3

Tag 3 – Von der Schönbergalm zur Rußbachalm

Weiter geht der Wanderritt Südtirol. Diese Etappe führt uns von der Schönbergalm weiter aufwärts zur Rußbachalm

Die Etappe auf einen Blick

Etappe
Tag 3 – von der Schönbergalm zur Rußbachalm
Charakter
erst hinunter, dann wieder hinauf – zwei Anstiege an einem Tag
Unterwegs
Versorgungsweg ins Schwarzbachtal, Aufstieg Richtung Wolfskogel, Rotbachalm
Gesehen
ein alter Felssturz gegenüber, längst wieder mit Bäumen bewachsen
Pause
Mittagspause in der Jausenstation Stallila
Schluss
steiler Anstieg zur Rußbachalm
Abends
Abendstimmung unterhalb des Schwarzenstein

Frühstück auf der Alm und Pferde von der Koppel

Nach unserer Nacht im Heu treffen wir uns morgens in der Almhütte zum Frühstück. Es gibt Rührei mit Speck, frische Brötchen, verschiedene Wurst- und Käsesorten, Marmelade, Kaffee und Orangensaft – genau das, was man nach einer kühlen Bergnacht braucht.

Draußen grasen die Pferde auf der Koppel, die wir über Nacht nutzen durften. Wir holen sie, putzen Staub und Heukrümel aus dem Fell und satteln in aller Ruhe. Die Abläufe laufen fast wie von selbst – jeder kennt jetzt seine Aufgaben.

Unsere Pferde auf der eingezäunten Almweide am Waldrand

Abstieg ins Schwarzbachtal auf dem Versorgungsweg

Von der Schönbergalm aus reiten wir auf dem gut ausgebauten Versorgungsweg talwärts. Der Weg ist breit und übersichtlich, sodass wir zwischendurch den Blick schweifen lassen können.

Unten angekommen, durchqueren wir das Schwarzbachtal. Ein Bach begleitet uns ein Stück, Wiesen und Wald wechseln sich ab. Man spürt, wie wir uns wieder vom Hochplateau in Richtung Talboden bewegen – nur um gleich darauf erneut in die Höhe zu starten.

Blick vom Versorgungsweg hinab ins Schwarzbachtal, unten Höfe und die Straße

Aufstieg Richtung Wolfskogel und Rotbachalm

Ein kurzer, aber kräftiger Anstieg führt uns wieder bergauf, in Richtung Wolfskogel. Der Weg verläuft nun etwa auf halber Hanghöhe, teils durch dichten Wald, teils über kleine Lichtungen. Immer wieder gibt es kurze Ausblicke ins Tal, bevor die Bäume uns wieder „verschlucken“.

Wir passieren die Rotbachalm und sehen auf der gegenüberliegenden Seite einen alten Felssturz. Große Blöcke liegen übereinandergeschoben, dazwischen haben sich inzwischen wieder Bäume und Sträucher angesiedelt – ein sichtbares Zeichen dafür, wie lebendig sich die Berglandschaft ständig verändert.

Mittagspause in der Jausenstation Stallila

Zur Mittagszeit erreichen wir die Jausenstation Stallila. Die Pferde bekommen schattige Plätze und werden angebunden, wir nehmen auf der Terrasse Platz. Viele von uns bestellen Leberknödelsuppe – warm, kräftig, sättigend und einfach perfekt nach einem halben Tag im Sattel.

Während wir essen, schweift der Blick immer wieder zu den Pferden und hinüber zu den Hängen, die wir gerade hinter uns gebracht haben. Es ist einer dieser Momente, in denen man die Zeit ein wenig vergisst.

Zwei Frauen sitzen auf der Holzterrasse der Jausenstation

Steiler Schlussanstieg zur Rußbachalm

Nach der Pause geht es erneut bergauf. Der Weg zieht sich kontinuierlich in die Höhe, und man merkt mit jedem Schritt und jeder Serpentine, dass wir wieder eine andere Höhenstufe erreichen. Die Luft wird kühler, die Wälder lichter, die Aussicht weiter.

Am Nachmittag taucht schließlich die Rußbachalm auf, unser Etappenziel auf etwa 1.830 Metern. Die Alm liegt wie eine kleine Insel im Hang, mit einem weiten Blick ins Tal und auf die umliegenden Gipfel. Wir versorgen die Pferde, verteilen Heu und Wasser, und dann gehört die Aufmerksamkeit dem Ankommen.

Abendstimmung unterhalb des Schwarzenstein

Am Abend genießen wir italienische Pasta auf der Terrasse – ein schöner Kontrast zur rustikalen Hüttenküche der letzten Tage. Weit über uns, oben am Berg, können wir die Lichter der Schwarzensteinhütte erkennen, die auf rund 3.000 Metern Höhe in der Felslandschaft klebt.

Über ihr ragt der Gipfel des Schwarzenstein in den Himmel – und es ist ein besonderes Gefühl, zu wissen, dass irgendwo dort oben die Staatsgrenze zwischen Italien und Österreich verläuft. Wir dagegen sitzen gemütlich auf „unserer“ Alm, schauen der Sonne zu, wie sie hinter den Bergen verschwindet, und fallen schließlich, nachdem wir noch etwas zusammengesessen haben, in unsere Wandererschutzräume – einfache, aber gemütliche Schlafplätze – müde, aber zufrieden ins Bett. Wandererschutzräume sind eigentlich für Wanderer gedacht, die am Berg vom schlechten Wetter überrascht worden sind oder sich selbst überschätzt haben und es im Hellen nicht mehr ins Tal schaffen, aber auch geplante Übernachtungen sind dort möglich.

Ein Teller Nudeln mit Käse und Kräutern in der Pfanne auf der Almterrasse
Die Gipfel im Abendrot, davor der dunkle bewaldete Hang

Schwarzensteinhütte

Die Schwarzensteinhütte (Rifugio Vittorio Veneto) ist eine der höchstgelegenen Schutzhütten der Zillertaler Alpen. Sie liegt auf etwa 3.000 Metern Höhe in einer hochalpinen Landschaft aus Fels, Eis und Geröll.

Von der Hütte aus starten viele Bergsteiger zu Touren auf den Schwarzenstein und andere umliegende Gipfel. Wer oben ankommt, wird mit einem Panorama belohnt, das weit über die Grenzen einzelner Täler hinausreicht – in alle Richtungen erstrecken sich Gipfelketten und Gletscher.

Schwarzenstein

Der Schwarzenstein ist mit rund 3.369 Metern einer der markanten Grenzgipfel zwischen Italien und Österreich. Sein Gipfelgrat verläuft direkt auf der Staatsgrenze, seine Flanken sind zum Teil vergletschert.

Von oben reicht der Blick tief ins Ahrntal, ins Zillertal und in weitere Hochgebirgsregionen. Für uns bleibt der Berg in diesen Tagen der „Hohe Nachbar“, dessen Gipfel und Hütte wir abends als leuchtende Punkte über der Rußbachalm sehen.

Rußbachalm

Die Rußbachalm liegt oberhalb von Luttach auf etwa 1.830 Metern Höhe. Im Sommer ist sie ein klassischer Almbetrieb mit Weideflächen und einfacher Einkehrmöglichkeit für Wanderer und Reiter.

Von der Alm aus hat man einen weiten Blick über das Ahrntal und die gegenüberliegenden Hänge. An klaren Tagen sind die Zillertaler Alpen im Norden und die Gipfel der Durreckgruppe im Süden gut zu erkennen – eine ideale Bühne für Sonnenuntergänge, wie wir sie erleben durften.

Leberknödel

Leberknödel sind ein typisches Gericht der alpenländischen Küche. Aus fein gehackter Leber, eingeweichtem Brot, Eiern, Zwiebeln und Kräutern geformt, werden sie zu kugeligen Knödeln verarbeitet.

Besonders beliebt ist die Leberknödelsuppe: ein großer Knödel in kräftiger Brühe, sättigend und wärmend. In vielen Gasthäusern und Hütten in Südtirol, Tirol und Bayern steht sie als Klassiker auf der Karte – perfekt nach einem langen Tag im Freien.

Erst hinunter ins Schwarzbachtal, dann zweimal wieder hinauf – an solchen Tagen zählen nicht die Kilometer, sondern die Höhenmeter. Wie sich das auf die Tagesbelastung auswirkt, erklärt der Ratgeber Höhenmeter beim Wanderreiten.

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Häufige Fragen zu Tag 3

Wie sieht ein Frühstück auf der Alm aus?

Reichlich: Rührei mit Speck, frische Brötchen, verschiedene Wurst- und Käsesorten, Marmelade, Kaffee und Orangensaft. Nach einer kühlen Bergnacht im Heu ist das genau das Richtige.

Was ist ein Versorgungsweg, und wie reitet er sich?

Der Weg, über den eine Alm beliefert wird – entsprechend gut ausgebaut, breit und übersichtlich. Zum Reiten angenehm, weil man zwischendurch den Blick schweifen lassen kann, statt jeden Tritt zu kontrollieren.

Was ist bei der Rotbachalm zu sehen?

Auf der gegenüberliegenden Seite ein alter Felssturz: große Blöcke, übereinander geschoben, dazwischen inzwischen wieder Bäume und Sträucher. Ein sichtbares Zeichen dafür, wie beweglich eine Berglandschaft ist.

Wo ist die Mittagspause?

In der Jausenstation Stallila. Die Pferde bekommen schattige Plätze und werden angebunden, die Reiter sitzen auf der Terrasse – viele bestellen Leberknödelsuppe.

Was ist ein Wandererschutzraum?

Ein einfacher Schlafplatz an der Hütte, eigentlich gedacht für Wanderer, die am Berg vom Wetter überrascht wurden oder sich überschätzt haben und es im Hellen nicht mehr ins Tal schaffen. Geplante Übernachtungen sind dort aber ebenfalls möglich – für uns war es das Nachtquartier auf der Rußbachalm: einfach, aber gemütlich.

Welcher Berg steht über der Rußbachalm?

Der Schwarzenstein mit rund 3.369 Metern, einer der markanten Grenzgipfel zwischen Italien und Österreich – der Gipfelgrat verläuft direkt auf der Staatsgrenze, die Flanken sind teils vergletschert. Abends sieht man von der Alm aus weit oben die Lichter der Schwarzensteinhütte, die auf etwa 3.000 Metern in der Felslandschaft klebt. Es ist ein eigenes Gefühl, gemütlich auf der Terrasse zu sitzen und zu wissen, dass dort oben die Grenze verläuft.

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