Von Barcelona zum mittelalterlichen Besalú
Anreise & erster Abend in Spanien
Unsere Anreise begann mit einem Flug über Brüssel nach Barcelona. Dort erwartete uns bereits ein Fahrer, der uns durch den abendlichen Verkehr Kataloniens zum Ausgangspunkt des Trails brachte. Es war spät, als wir ankamen – gegen 21 Uhr –, doch die Begrüßung war herzlich: ein reichhaltiges Abendessen, ein Glas Wein, viele neugierige Gesichter und die Vorfreude auf die kommenden Tage.
Tag 1:
Am nächsten morgen ging es dann nach einem reichhaltigen Frühstuck los.
Wir haben unsere Pferde für die nächsten Tage kenngelernt geputzt und gesattelt.
Dann starteten wir – hinein in die Landschaft, die sich langsam öffnete. Schon früh zeigten sich am Horizont die Pyrenäen, deren verschneite Gipfel im Morgenlicht glänzten. Unser Ziel: eine rund 50 Kilometer lange Etappe bis Besalú, am Fuße der Berge.
Durch kleine Dörfer & politische Spuren
Der Weg führte uns durch mehrere kleine katalanische Dörfer, in denen die politische Stimmung deutlich sichtbar war. Über vielen Balkonen hingen katalanische Fahnen, an Mauern klebten Plakate mit dem Wort „Sí“ – das Ja zur Unabhängigkeit.
Man spürte, dass dieses Thema die Menschen hier bewegt. Es lag nichts Aggressives in der Luft, eher ein leises, stolzes Selbstverständnis. Für uns war es faszinierend, das mitzuerleben – zu sehen, wie sehr sich Geschichte, Identität und Landschaft hier miteinander verweben.
Kilometer, Rhythmus & Mittagsrast
Die heutige Etappe war lang. Um das Ziel zu erreichen, blieb kaum Zeit zum Trödeln, trotzdem konnten wir viel von der Landschaft genießen und hatten auch genügen Zeit Fotos zu machen. Wir ritten über Felder, kleine Hügel und durch lichte Wälder – immer wieder mit Blick auf die Berge im Norden.
Dort, wo der Boden es zuließ, konnten wir galoppieren
Aber auch eine ausgedehnte Mittagspause muss natürlich sein, damit sich die Pferde ein bisschen erholen können. Zu dem Thema wie sich hier um die Pferde gekümmert wird, schreibe ich am letzten Tag noch mal was.
Man muss noch dazu sagen, dass alles, was wir für die Mittagsrast gebraucht haben in den Satteltaschen transportiert wurde.
Nach dem Mittag folgten wir weiter einen Fluss, der uns zu unserem Ziel fühte
Ankunft in Besalú – Mittelalter pur
Am späten Nachmittag tauchten am Horizont die Türme und Mauern von Besalú auf. Schon von weitem wirkte die Stadt wie ein Relikt aus einer anderen Zeit: grauer Stein, Rundbögen, eine Brücke, die den Fluss Fluvià überspannt.
Besalú gehört zu den schönsten mittelalterlichen Städten Kataloniens. Im 10. Jahrhundert war sie sogar die Hauptstadt einer eigenen Grafschaft – der Comtat de Besalú –, die sich durch Handel und Handwerk einen Namen machte. Ihre romanische Brücke mit sieben Bögen, erbaut im 12. Jahrhundert, ist heute das Wahrzeichen der Stadt.
Wer durch die Gassen geht, spürt sofort, wie eng Geschichte und Gegenwart hier miteinander verwoben sind. Kopfsteinpflaster, schmale Durchgänge, alte Balkone – und mittendrin das jüdische Viertel mit seiner einzigartig erhaltenen mittelalterlichen Mikwe (rituelles Bad), ein seltener Zeuge jüdischen Lebens auf der Iberischen Halbinsel.
Als wir über die Brücke ritten und das Hufklappern zwischen den Mauern widerhallte, schien für einen Moment alles stillzustehen. Nach einem langen Tag im Sattel war Besalú nicht nur das Ziel der Etappe, sondern ein Ort, der uns tief berührte – Geschichte zum Anfassen, am Ende eines Weges, der selbst schon Geschichte schrieb.




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