Reitergruppe im Gänsemarsch über einen frisch gepflügten Acker, vorn ein Reiter auf einem Schimmel, dahinter ein bewaldeter Höhenzug unter blauem Himmel

Katalonien Trail – Tag 1: Von der Ranch ins mittelalterliche Besalú

Von Barcelona zum mittelalterlichen Besalú

Anreise & erster Abend in Spanien

Unsere Anreise begann mit einem Flug über Brüssel nach Barcelona. Dort erwartete uns bereits ein Fahrer, der uns durch den abendlichen Verkehr Kataloniens zum Ausgangspunkt des Trails brachte. Es war spät, als wir ankamen – gegen 21 Uhr –, doch die Begrüßung war herzlich: ein reichhaltiges Abendessen, ein Glas Wein, viele neugierige Gesichter und die Vorfreude auf die kommenden Tage.

Die Etappe auf einen Blick

Datum
Donnerstag, November 2017 – erster von vier Reittagen
Ziel
Besalú am Fuß der Pyrenäen
Strecke
40 km laut aufgezeichnetem Track (der Veranstalter gibt rund 50 km an)
Charakter
sportlich – viele Trab- und Galoppstrecken, wenig Zeit zum Trödeln
Landschaft
Felder, kleine Hügel und lichte Wälder, im Norden immer die verschneiten Gipfel der Pyrenäen
Verpflegung
alles für die Mittagsrast wird in den Satteltaschen mitgeführt
Anreise
Flug über Brüssel nach Barcelona, Transfer zum Ausgangspunkt, Ankunft gegen 21 Uhr
Zeitgeschichte
sechs Wochen nach dem Unabhängigkeitsreferendum – katalanische Fahnen an den Balkonen, „Sí“-Plakate an den Mauern
Besalú
im 10. Jahrhundert Hauptstadt der Grafschaft Comtat de Besalú; Wahrzeichen ist die romanische Brücke mit sieben Bögen aus dem 12. Jahrhundert
Sehenswert
das jüdische Viertel mit der erhaltenen mittelalterlichen Mikwe, einem rituellen Bad

Tag 1: die erste Etappe nach Besalú

Am nächsten Morgen ging es nach einem reichhaltigen Frühstück los. 

Wir haben unsere Pferde für die nächsten Tage kennengelernt, geputzt und gesattelt. 

Dann starteten wir – hinein in die Landschaft, die sich langsam öffnete. Schon früh zeigten sich am Horizont die Pyrenäen, deren verschneite Gipfel im Morgenlicht glänzten. Unser Ziel: eine gut 40 Kilometer lange Etappe bis Besalú, am Fuße der Berge.

Ein katalanisches Dorf im warmen Abendlicht, dahinter die bewaldeten Bergketten

Durch kleine Dörfer & politische Spuren

Der Weg führte uns durch mehrere kleine katalanische Dörfer, in denen die politische Stimmung deutlich sichtbar war. Über vielen Balkonen hingen katalanische Fahnen, an Mauern klebten Plakate mit dem Wort „Sí“ – das Ja zur Unabhängigkeit.

Man spürte, dass dieses Thema die Menschen hier bewegt. Es lag nichts Aggressives in der Luft, eher ein leises, stolzes Selbstverständnis. Für uns war es faszinierend, das mitzuerleben – zu sehen, wie sehr sich Geschichte, Identität und Landschaft hier miteinander verweben.

Kilometer, Rhythmus & Mittagsrast

Die heutige Etappe war lang. Um das Ziel zu erreichen, blieb kaum Zeit zum Trödeln, trotzdem konnten wir viel von der Landschaft genießen und hatten auch genügend Zeit, Fotos zu machen. Wir ritten über Felder, kleine Hügel und durch lichte Wälder – immer wieder mit Blick auf die Berge im Norden.

Dort, wo der Boden es zuließ, konnten wir galoppieren.

Aber auch eine ausgedehnte Mittagspause muss natürlich sein, damit sich die Pferde ein bisschen erholen können. Zu dem Thema, wie sich hier um die Pferde gekümmert wird, schreibe ich am letzten Tag noch mal was.

Man muss noch dazu sagen, dass alles, was wir für die Mittagsrast gebraucht haben, in den Satteltaschen transportiert wurde.

Nach dem Mittag folgten wir weiter einem Fluss, der uns zu unserem Ziel führte.

Ankunft in Besalú – Mittelalter pur

Am späten Nachmittag tauchten am Horizont die Türme und Mauern von Besalú auf. Schon von weitem wirkte die Stadt wie ein Relikt aus einer anderen Zeit: grauer Stein, Rundbögen, eine Brücke, die den Fluss Fluvià überspannt.

Besalú gehört zu den schönsten mittelalterlichen Städten Kataloniens. Im 10. Jahrhundert war sie sogar die Hauptstadt einer eigenen Grafschaft – der Comtat de Besalú –, die sich durch Handel und Handwerk einen Namen machte. Ihre romanische Brücke mit sieben Bögen, erbaut im 12. Jahrhundert, ist heute das Wahrzeichen der Stadt.

Wer durch die Gassen geht, spürt sofort, wie eng Geschichte und Gegenwart hier miteinander verwoben sind. Kopfsteinpflaster, schmale Durchgänge, alte Balkone – und mittendrin das jüdische Viertel mit seiner einzigartig erhaltenen mittelalterlichen Mikwe (rituelles Bad), ein seltener Zeuge jüdischen Lebens auf der Iberischen Halbinsel.

Als wir über die Brücke ritten und das Hufklappern zwischen den Mauern widerhallte, schien für einen Moment alles stillzustehen. Nach einem langen Tag im Sattel war Besalú nicht nur das Ziel der Etappe, sondern ein Ort, der uns tief berührte – Geschichte zum Anfassen, am Ende eines Weges, der selbst schon Geschichte schrieb.

Hier sind wir geritten

Tag 1: von der Unterkunft bis ins mittelalterliche Besalú. Die Karte zeigt zusätzlich das Höhenprofil der Etappe.

Und hier noch ein Video von einem typischen Dorf in Katalonien

Und ein bisschen Spaß im Wasser

Hinweis: Wenn du beim Klick auf „Nächster Etappenbericht“ auf der Startseite landest, ist der nächste Artikel vermutlich noch nicht veröffentlicht.

Häufige Fragen zur ersten Etappe

Wo beginnt der Katalonien Trail?

Nordöstlich von Barcelona, im Hinterland der Costa Brava. Vom Flughafen bringt ein Fahrer die Gruppe zum Ausgangspunkt; die erste Etappe führt am nächsten Morgen quer durch die Ebene bis nach Besalú am Fuß der Pyrenäen.

Wie lang ist die erste Etappe?

Der aufgezeichnete Track misst 40 Kilometer – das ist die tatsächlich gerittene Strecke und die Grundlage der Karte weiter unten. Der Veranstalter schreibt die Etappe mit rund 50 Kilometern aus. So oder so bleibt bei dieser Länge wenig Zeit zum Trödeln.

Wie schnell wird geritten?

Zügig. Der Katalonien Trail ist eine der sportlichsten Touren: Wo der Boden es zulässt, wird getrabt und galoppiert. Für lange Schrittpassagen ist bei diesen Tagesetappen kaum Zeit.

Was ist an Besalú besonders?

Besalú gehört zu den schönsten mittelalterlichen Städten Kataloniens. Im 10. Jahrhundert war es die Hauptstadt einer eigenen Grafschaft. Wahrzeichen ist die romanische Brücke mit sieben Bögen aus dem 12. Jahrhundert; im jüdischen Viertel steht eine der wenigen erhaltenen mittelalterlichen Mikwen der Iberischen Halbinsel.

Wie wird die Mittagspause versorgt?

Alles, was für die Rast gebraucht wird, reist in den Satteltaschen mit – ein Begleitfahrzeug mit Verpflegung gibt es unterwegs nicht. Die Pause fällt trotzdem ausgiebig aus, damit sich die Pferde erholen können.

Was hat es mit den Fahnen in den Dörfern auf sich?

Der Ritt fand wenige Wochen nach dem Unabhängigkeitsreferendum vom Oktober 2017 statt. In den Dörfern hingen katalanische Fahnen an den Balkonen und „Sí“-Plakate an den Mauern – spürbar, aber ohne alles Aggressive.

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