Die Etappe auf einen Blick
- Datum
- Dienstag, Juni 2025 – zweiter Reittag
- Strecke
- ca. 30 km
- Reitzeit
- ca. 7 Stunden (4 Stunden am Vormittag, 3 am Nachmittag) – ohne die Wartezeit am Radrennen
- Route
- Nauders (AT) → Stieralm → Panzersperre Reschenpass → Reschensee → Reschen (IT)
- Höchster Punkt
- Stieralm auf rund 1.900 m – dort gab es Knödelsuppe zur Mittagspause
- Grenze
- Österreich → Italien, oberhalb des Reschenpasses an der alten Panzersperre
- Aufstieg
- über Wiesen, die im Winter Skipisten sind – steil, aber mit Blick zurück auf Nauders
- Abstieg
- steinige Wege und Serpentinen; einen Großteil davon führten wir die Pferde
- Nacht
- die Pferde auf einer selbst gesteckten Koppel am Ortsrand von Reschen, wir zu Fuß ins Hotel im Ort
- Unerwartet
- ein Radrennen quer durch Nauders – erst nach einer halben Stunde lichtete sich das Feld, dann ging es Pferd für Pferd über die Straße
Von Nauders über die Stieralm zum Reschensee
Nach einer ruhigen Nacht auf dem Riatschhof begann der zweite Tag unseres Alpenritts mit einem gemütlichen Frühstück.
Der Regen vom Vortag hatte sich nun endgültig verzogen, und über den Bergen zeigte sich bereits das Morgenrot.
Wir holten die Pferde von der Weide, sattelten in aller Ruhe und machten uns auf den Weg. Der Morgen war angenehm frisch, und während wir vom Hof hinab nach Nauders ritten, hingen noch dünne Nebelschleier über dem Tal.
Ein Start mit Hindernissen
Nauders begrüßte uns mit regem Treiben: ein Radrennen war im Gange, und ausgerechnet auf der Straße, die wir queren mussten. Die ersten Minuten warteten wir noch geduldig, dann merkten wir, dass die Rennfahrer in endlosen Gruppen vorbeizogen. Nach einer halben Stunde begann sich das Feld zu lichten, und Diana organisierte den Übergang – Pferd für Pferd, in kleinen Abständen.
Aufstieg zur Stieralm
Kurz hinter dem Ort begann der Weg wieder anzusteigen. Über Wiesen, die im Winter Skipisten sind, schlängelte sich unser Pfad nach oben.




Der Aufstieg war steil, aber belohnend. Immer wieder blieben wir kurz stehen, um den Blick zurück auf Nauders zu genießen. Gegen Mittag erreichten wir die Stieralm, die auf etwa 1.900 Metern Höhe liegt. Hier machten wir Rast und genossen bei einer Knödelsuppe die Aussicht.



Über die Grenze nach Italien
Nach der Mittagspause führte uns der Weg weiter Richtung Süden. Wir ritten über Almwiesen, dann hinein in eine kargere, steinigere Landschaft. Bald tauchte oberhalb des Reschenpasses eine alte Panzersperre aus dem Zweiten Weltkrieg auf – ein stilles Zeugnis vergangener Zeiten.








Hier verließen wir Österreich, überquerten die Grenze nach Italien und hatten einen richtig schönen Blick auf den im Tal liegenden Reschensee, der auch unser heutiges Ziel war.
Ab hier ging es stetig bergab, anfangs auf steinigen Wegen, später über Serpentinen, wo wir einen Großteil des Weges die Pferde führten.
Unten im Tal angekommen führte uns unser Weg noch ein Stück am Reschensee entlang, ehe wir am Rande des Dorfes Reschen auf einer Wiese unter Bäumen ein Stück für die Pferde einzäunten, sodass eine Koppel entstand, auf der sie über Nacht bleiben konnten. Wir machten uns dann zu Fuß auf den Weg in den Ort, wo unser Hotel war und wir über Nacht blieben.
Der Reschensee und der Reschenpass – Schönheit und Tragödie
Der Reschensee (Lago di Resia) liegt im Vinschgau, an der Grenze zwischen Nord- und Südtirol, und ist mit über 6 km Länge der größte See Südtirols.
Berühmt wurde er durch den versunkenen Kirchturm von Alt-Graun, der einsam aus dem Wasser ragt – das Überbleibsel eines Dorfes, das 1950 geflutet wurde, als man für ein Wasserkraftprojekt die Täler zwischen Reschen und Graun aufstaute. Über 160 Häuser wurden damals zerstört, 900 Menschen verloren ihre Heimat.
Heute ist der See ein beliebtes Ziel für Wanderer, Reiter und Fotografen – besonders im Winter, wenn der See zufriert und man zu Fuß bis zum Kirchturm gehen kann.
Der angrenzende Reschenpass war schon in römischer Zeit ein bedeutender Alpenübergang. Die alte Römerstraße Via Claudia Augusta führte hier über die Alpen, und auch heute erinnert vieles an die jahrhundertelange Geschichte dieser Route – ein Symbol für Handel, Kultur und die Verbindung zwischen Nord und Süd.
Die Panzersperre Nauders – Stiller Zeuge vergangener Zeiten
Direkt oberhalb des Passes befindet sich die Panzersperre Nauders – ein Relikt aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.
Die Anlage wurde in den späten 1930er-Jahren als Teil des sogenannten Alpenwalls errichtet, einer Verteidigungslinie, mit der Italien sich gegen mögliche Angriffe aus dem Norden absichern wollte.
Die Sperre besteht aus mehreren Bunkeranlagen, Panzertoren und einer massiven Panzerabwehrmauer, die quer über das Tal führte. Viele dieser Anlagen sind heute noch erhalten, teilweise restauriert und als Freilichtmuseum zugänglich.
Wer hier vorbeikommt, spürt den Kontrast: die friedliche Berglandschaft – und mitten darin diese steinernen Zeugen einer konfliktreichen Vergangenheit.
Tagesdaten
- Strecke: ca. 30 km
- Reitzeit: ca. 7 Stunden (4 h am Vormittag + 3 h am Nachmittag, ohne Wartezeit am Radrennen)
- Route: Nauders – Stieralm – Panzersperre Reschenpass – Reschensee – Reschen
Die Route dieser Etappe
Tag 2: von Nauders über die Stieralm zum Reschensee. Die Linie ist aus den Aufnahmeorten der Fotos dieses Tages rekonstruiert – sie zeigt den Verlauf zuverlässig, schneidet aber Kurven ab und ersetzt keine aufgezeichnete GPS-Spur. Die Kilometerangabe im Faktenkasten stammt vom Veranstalter.
Häufige Fragen zur zweiten Etappe
Wie lang ist die zweite Etappe?
Rund 30 Kilometer in etwa sieben Stunden – vier am Vormittag, drei am Nachmittag. Die Wartezeit am Radrennen in Nauders ist darin nicht enthalten.
Wie hoch geht es hinauf?
Bis auf die Stieralm auf rund 1.900 Metern. Der Aufstieg beginnt gleich hinter Nauders und führt über Wiesen, die im Winter Skipisten sind. Er ist steil, belohnt aber mit dem Blick zurück ins Tal.
Wo wird Mittagspause gemacht?
Auf der Stieralm. Dort gab es Knödelsuppe und den Blick über die Berge – die einzige bewirtschaftete Einkehr dieser Etappe.
Welche Grenze wird an Tag 2 überquert?
Die zwischen Österreich und Italien, oberhalb des Reschenpasses. Kurz davor taucht die alte Panzersperre auf, von dort geht der Blick hinunter auf den Reschensee.
Was hat es mit der Panzersperre auf sich?
Die Panzersperre Nauders wurde in den späten 1930er-Jahren als Teil des sogenannten Alpenwalls errichtet – einer Verteidigungslinie, mit der Italien sich gegen Angriffe aus dem Norden absichern wollte. Erhalten sind Bunkeranlagen, Panzertore und eine massive Panzerabwehrmauer quer über das Tal, teilweise restauriert und als Freilichtmuseum zugänglich.
Warum ragt ein Kirchturm aus dem Reschensee?
Er ist das Überbleibsel von Alt-Graun. 1950 wurden für ein Wasserkraftprojekt die Täler zwischen Reschen und Graun aufgestaut; über 160 Häuser wurden zerstört, 900 Menschen verloren ihre Heimat. Der Reschensee ist mit über sechs Kilometern Länge der größte See Südtirols. Im Winter friert er zu, dann kann man zu Fuß bis zum Turm gehen.
Wo stehen die Pferde über Nacht?
Am Rand des Dorfes Reschen. Auf einer Wiese unter Bäumen wurde ein Stück eingezäunt, sodass eine Koppel entstand. Das Weidezubehör fährt im Begleitfahrzeug mit. Die Reiter gingen zu Fuß ins Hotel im Ort.
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