Die Etappe auf einen Blick
- Datum
- Samstag, November 2017 – dritter Reittag
- Strecke
- 37 km laut aufgezeichnetem Track – deutlich weniger als an den Vortagen
- Höchster Punkt
- Puig Segalar bei Albons, 175 m – der höchste Punkt der ganzen Woche
- Was das heißt
- ein 175 m hoher „Berg“ als Wochenhöhepunkt zeigt, wie flach dieses Gelände ist
- Aussicht
- vom Plateau nach Norden über die Pyrenäen, nach Osten zur Costa Brava – der erste Blick aufs Meer der ganzen Woche
- Unterwegs
- ein alter Römerpfad; der Überlieferung nach um die Zeitenwende angelegt
- Landschaft
- weite Ebenen und kleine Dörfer mit Natursteinmauern, engen Gassen und der Senyera an den Fassaden
- Am Berg
- steiniger Boden und karge Vegetation – hier hatte vor Jahren ein Waldbrand gewütet, die Natur holt sich das Gebiet zurück
- Letzter Abschnitt
- die letzten 15 km bis zur Unterkunft, einem Hotel direkt am Strand
Immer weiter Richtung Meer
Nachdem wir am Abend zuvor lange am Kamin zusammengesessen hatten (siehe Bericht von gestern), haben wir nach einer kurzen Nacht erst einmal gefrühstückt, bevor wir uns auf den Weg zu den Pferden gemacht haben und der Katalonien Trail weiterging.
Heute standen „nur“ ca. 35 km auf dem Plan – deutlich weniger als an den Vortagen, aber mit einem kleinen „Höhenpunkt“: dem Puig Segalar, dem einzigen nennenswerten Berg dieser Tour. Der Boden war zunächst flach, der Rhythmus entspannt.
Durch flaches Land & ruhige Dörfer
Unser Weg führte durch weitläufige Ebenen und kleine Dörfer, wie sie für diese Region typisch sind: enge Gassen, Natursteinmauern, schmale Durchfahrten und Häuser, deren Fassaden wirken, als stammten sie direkt aus dem Mittelalter. Viele Gebäude bestehen aus grob behauenen Steinen, die in warmen Ocker- und Grautönen schimmern. Über kleine Rundbögen gelangt man in verwinkelte Innenhöfe, und an sonnigen Ecken stehen oft Töpfe mit Kräutern oder blühenden Pflanzen.
Diese Orte strahlen eine ruhige, fast zeitlose Atmosphäre aus. Der Klang der Hufe hallt in den Mauern wider, die Fenster sind klein, die Straßen schmal – ein Gefühl, als würde man für einen Augenblick in ein anderes Jahrhundert eintauchen. Manche Häuser tragen die rot-gelbe Senyera, die Flagge Kataloniens, die hier nicht nur Dekoration, sondern Ausdruck des lokalen Selbstverständnisses ist.
Zwischen alten Mauern, Kopfsteinpflaster und dem Duft nach Holzfeuer oder frisch gebackenem Brot entfaltet sich eine ganz eigene Stimmung: schlicht, bodenständig und zutiefst katalanisch.
Der Vormittag verlief ansonsten ruhig.
Wir haben die spanische Sonne genossen und in den weiten offenen Landschaften den einen oder anderen Galopp eingelegt.
Hier bekommt ihr einen guten Eindruck von der Landschaft
Der Aufstieg zum Puig Segalar
Gegen Mittag wurde das Gelände deutlich hügeliger, und wir haben uns auf den Weg gemacht, den Puig Segalar (Albons) zu „erklimmen“. Naja, von Erklimmen kann nicht wirklich die Rede sein, denn der „Berg“ ist nur 175 Meter hoch. Da dies aber der höchste Punkt der ganzen Woche war, kann man sich ungefähr vorstellen, wie flach eigentlich das Gelände ist.
Je näher wir dem Puig Segalar kamen, desto spürbarer wurde der Wandel: Der Weg zog sich höher, der Boden wurde steiniger, die Vegetation karger. Hier hatte vor einigen Jahren ein Waldbrand getobt, aber die Natur holt sich langsam das Gebiet zurück. Oben angekommen, öffnete sich ein Panorama über das Meer und die sanften Hügel.
Auf dem „Gipfel“ haben wir dann den Ausblick auf die nahen Pyrenäen genossen und das erste Mal während der kompletten Woche das Meer erblicken können. Natürlich haben wir die Gelegenheit für ein Gruppenfoto genutzt.
Unser Weg führte uns übrigens auch über einen alten Römerpfad. Der Überlieferung nach haben die Römer um die Zeitenwende den Pfad angelegt, als sie gegen die Franzosen (damals wohl eher die Gallier) gekämpft haben. Ob dem wirklich so war, lässt sich natürlich schwer sagen, aber so wehte ein Hauch von Asterix und Obelix durch die Luft.
So sieht der Pfad heute aus

Nach einer längeren Pause machten wir uns dann auf den Weg die letzten 15 km zu unserer Unterkunft (einem Hotel direkt am Strand) zurückzulegen.
Als wir durch ein Dorf geritten sind, kamen wir an einer Grillparty vorbei. Auch wenn man uns eingeladen hat mitzufeiern, haben wir lieber abgelehnt und unseren Weg fortgesetzt.
Schattenspiele und Sonnenuntergang
schön, oder?
Hier sind wir geritten
Tag 3: über den Puig Segalar bis ans Meer. Die Karte zeigt zusätzlich das Höhenprofil der Etappe.
Mehr zur Umgebung – Puig Segalar
Der Puig Segalar ist weniger ein markanter Hochgipfel, sondern vielmehr ein sanftes Plateau mit Panoramaqualitäten in der katalanischen Küstenregion (Comarcas Alt Empordà & Baix Empordà). Seine Höhe beträgt rund 175 m über dem Meeresspiegel, mit einer Prominenz von etwa 95 m — technisch gesehen also eher ein Hügel, doch seine Lage macht ihn zu einem ausgezeichneten Aussichtspunkt.
Vom Gipfel aus reicht der Blick weit: im Norden über die Pyrenäen, im Osten zur Küste der Costa Brava, im Süden bis hin zur Ebene Richtung Meer. Hier oben wird der Wechsel vom sanften Vorland zur Küstenlandschaft zum ersten Mal greifbar.
Häufige Fragen zur dritten Etappe
Wie hoch ist der höchste Punkt des Katalonien Trails?
Der Puig Segalar bei Albons mit rund 175 Metern. Das ist der höchste Punkt der gesamten Woche – ein guter Maßstab dafür, wie flach dieses Gelände insgesamt ist. Technisch gesehen ist er eher ein Hügel mit Panoramaqualitäten als ein Gipfel.
Was sieht man vom Puig Segalar aus?
Im Norden die Pyrenäen, im Osten die Küste der Costa Brava, im Süden die Ebene Richtung Meer. Für die Gruppe war es der erste Blick aufs Meer während der ganzen Woche – und der Moment für das Gruppenfoto.
Wie lang ist die dritte Etappe?
Der aufgezeichnete Track misst 37 Kilometer. Geplant waren rund 35 – von allen vier Tagen ist das der, bei dem Planung und tatsächlich gerittene Strecke am dichtesten beieinanderliegen. Und es ist die kürzeste Etappe der Woche.
Führt die Route über einen Römerweg?
Ein Abschnitt gilt als alter Römerpfad. Der Überlieferung nach wurde er um die Zeitenwende angelegt. Belegen lässt sich das nicht sicher – der Weg selbst ist trotzdem eindrucksvoll.
Wie sehen die Dörfer unterwegs aus?
Typisch katalanisch: enge Gassen, Natursteinmauern, schmale Durchfahrten und Fassaden aus grob behauenen Steinen in warmen Ocker- und Grautönen. Über kleine Rundbögen gelangt man in verwinkelte Innenhöfe. An vielen Häusern hängt die Senyera, die katalanische Flagge.
Warum ist die Landschaft am Berg so karg?
Dort hat vor einigen Jahren ein Waldbrand gewütet. Der Boden ist steinig, die Vegetation niedrig – die Natur holt sich das Gebiet aber langsam zurück.
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Die letzte Etappe:
Die Etappe davor:
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