Immer weiter Richtung Meer
Nach dem wir am Abend vorher lange am Kamin zusammen gesessen haben (sie Bericht von gestern), haben wir nach einer kurzen Nacht erstmal gefrühstückt, bevor uns auf den Weg zu den Pferden gemacht haben und der Katalonien Trail weitergeht
Heute standen „nur“ ca. 35 km auf dem Plan – deutlich weniger als an den Vortagen, aber mit einem kleinen „Höhenpunkt“: den Puig Segalar, den einzigen nennenswerten Berg dieser Tour. Der Boden war zunächst flach, der Rhythmus entspannt.
Durch flaches Land & ruhige Dörfer
Unser Weg führte durch weitläufige Ebenen und kleine Dörfer, wie sie für diese Region typisch sind: enge Gassen, Natursteinmauern, schmale Durchfahrten und Häuser, deren Fassaden wirken, als stammten sie direkt aus dem Mittelalter. Viele Gebäude bestehen aus grob behauenen Steinen, die in warmen Ocker- und Grautönen schimmern. Über kleine Rundbögen gelangt man in verwinkelte Innenhöfe, und an sonnigen Ecken stehen oft Töpfe mit Kräutern oder blühenden Pflanzen.
Diese Orte strahlen eine ruhige, fast zeitlose Atmosphäre aus. Der Klang der Hufe hallt in den Mauern wider, die Fenster sind klein, die Straßen schmal – ein Gefühl, als würde man für einen Augenblick in ein anderes Jahrhundert eintauchen. Manche Häuser tragen die rot-gelbe Senyera, die Flagge Kataloniens, die hier nicht nur Dekoration, sondern Ausdruck des lokalen Selbstverständnisses ist.
Zwischen alten Mauern, Kopfsteinpflaster und dem Duft nach Holzfeuer oder frisch gebackenem Brot entfaltet sich eine ganz eigene Stimmung: schlicht, bodenständig und zutiefst katalanisch.
Der Vormittag verlief ansonsten relativ ereignislos.
Wir haben die spanische Sonne genossen und in den weiten offenen Landschaften den einen oder anderen Galopp eingelegt.
Hier bekommt ihr einen guten Eindruck von der Landschaft
Der Aufstieg zum Puig Segalar
Gegen Mittag wurde das Gelände dann deutlich Hügliger und wir haben uns auf den Weg gemacht den Puig Segalar (Albons) zu „erklimmen“. Naja, von erklimmen kann nicht wirklich die rede sein, denn der „Berg“ ist nur 175 meter hoch. Da dies aber der höchste Punkt der ganzen Woche war, kann man sich ungefähr vorstellen, wie flach eigentlich das Gelände ist.
Je näher wir dem Puig Segalar kamen, desto spürbarer wurde der Wandel: Der Weg zog sich höher, der Boden wurde steiniger, die Vegetation karger, hier hatte vor einigen Jahren noch ein Waldbrand getobt, aber die Natur holt sich langsam das Gebiet zurück. Oben angekommen öffnete sich ein Panorama über das Meer und die sanften Hügel
Auf dem „Gipfel“ haben wir dann den Ausblick auf die nahen Pyrenäen genossen und das erste Mal während der kompletten Woche das Meer erblicken können. Natürlich haben wir die Gelegenheit für eine Gruppenfoto genutzt.
Unser Weg führte uns übrigens auch über einen alten Römerpfad. Der Überlieferung nach haben die Römer um die Zeitenwende den Pfad angelegt als sie gegen die Franzosen (damals wohl ehr die Gallier) gekämpft haben. Ob dem wirklich so war, lässt sich natürlich schwer sagen, aber so wehte ein Hauch von Asterix und Obelix durch die Luft
So sieht der Pfad heute aus

Nach einer längeren Pause machten wir uns dann auf den Weg die letzten 15 km zu unser Unterkunft (eine Hotel direkt am Strand) zurückzulegen.
Als wir durch ein Dorf geritten sind kamen wir an einer Grillparty vorbei. Auch wenn man uns eingeladen hat mitzufeiern, haben wir lieber abgelehnt und unseren Weg fortgesetzt.
Schattenspiele und Sonnenuntergang
schön, oder?
Hier sind wir geritten
Mehr zur Umgebung – Puig Segalar
Der Puig Segalar ist weniger ein markanter Hochgipfel, sondern vielmehr ein sanftes Plateau mit Panoramaqualitäten in der katalanischen Küstenregion (Comarcas Alt Empordà & Baix Empordà). Seine Höhe beträgt rund 175 m über dem Meeresspiegel, mit einer Prominenz von etwa 95 m — technisch gesehen also eher ein Hügel, doch seine Lage macht ihn zu einem ausgezeichneten Aussichtspunkt.
Vom Gipfel aus reicht der Blick weit: im Norden über die Pyrenäen, im Osten zur Küste der Costa Brava, im Süden bis hin zur Ebene Richtung Meer. Dies macht den Schneidesprung von Geländeformen in deinem Ritt umso spürbarer — denn hier oben war der Wechsel von sanftem Vorland zu Küstenlandschaft bereits greifbar.


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