Tag 2 – Von Luttach nach Weißenbach und hinauf zur Schönbergalm
Auf geht’s auf die Strecke „Wanderritt Südtirol“ und hinauf auf die Almen.
Die Etappe auf einen Blick
- Etappe
- Tag 2 – von Luttach über Weißenbach hinauf zur Schönbergalm
- Charakter
- erster Tag auf Strecke: ab hier wird das Gepäck mitgeführt
- Gepäck
- Schlafsack und Ausrüstung für drei Tage in den Packtaschen hinter dem Sattel
- Aufstieg
- gleichmäßige Serpentinen auf breitem Forstweg, Blick auf die Zillertaler Alpen
- Heikel
- schmaler Pfad bergab nach Weißenbach an steilem Hang
- Pause
- Mittagsrast auf der Riesa Alm
- Übernachtung
- Lagerfeuer, Sternenhimmel und Nacht im Heu auf der Schönbergalm
Ein kräftiges Frühstück vor einem langen Tag
Der zweite Reittag beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück. Wir wissen inzwischen: Heute geht es richtig in die Berge. Der Blick aus dem Fenster bestätigt das – die Hänge steigen steil hinter dem Ort auf, und irgendwo dort oben liegt die Schönbergalm, unser Etappenziel.
Im Stall sitzt jeder Handgriff schon routinierter. Pferde holen, putzen, satteln, Gurt nachziehen, Wasserflaschen verstauen – man merkt, wie aus einer Gruppe Einzelner langsam eine kleine, eingespielte Wanderreittruppe wird. Aber heute muss auch das Gepäck für die nächsten 3 Tage mit. Schlafsack und Co, alles muss jetzt in die Packtasche hinterm Sattel. Und es beginnt das große Aussortieren. Was brauchen wir? Was kann hierbleiben?

Serpentinen bergauf mit Blick auf die Zillertaler Alpen
Vom Hof aus reiten wir zunächst wieder ein Stück durchs Tal, dann biegt unser Weg auf einen breiten Forstweg ab. In gleichmäßigen Serpentinen schrauben wir uns langsam bergauf. Es ist nicht besonders steil, aber stetig – perfekt, um in einen ruhigen Rhythmus zu kommen.
Mit jeder Kurve öffnet sich der Blick ein Stück weiter. Unten im Tal werden die Dörfer kleiner, die Ahr zu einem schmalen Band. In der Ferne zeichnen sich die schneebedeckten Gipfel der Zillertaler Alpen ab. Wir machen kurze Fotostopps, lassen die Pferde verschnaufen und genießen die Aussicht.
Schmaler Pfad bergab nach Weißenbach
Oben auf einem kleinen Sattel folgen wir dem Weg nach rechts. Der breite Forstweg wird zu einem schmaleren Pfad, der sich entlang einer Wiese bergab zieht. Hier heißt es gut aufpassen: Der Hang ist steil, der Pfad teilweise rutschig.
An einer besonders steilen Passage steigen wir ab und führen die Pferde vorsichtig zu Fuß. Man spürt, wie konzentriert sie einen Fuß vor den anderen setzen. Unten angekommen, steigen wir wieder auf – und wenig später liegen Talboden und Ort Weißenbach vor uns.
Mittagspause auf der Riesa Alm
Wir reiten durch den Ort und erreichen kurz dahinter die Riesa Alm. Die Pferde werden an passenden Plätzen angebunden und versorgt, wir nehmen auf der Terrasse Platz. Es gibt deftige Hausmannskost, genau das Richtige nach einem halben Tag im Sattel.
Die Stimmung ist gelöst, man hört viel Lachen in der Runde. Jeder merkt: Wir sind endgültig „angekommen“ in diesem Ritt.
Nachmittagsaufstieg zur Schönbergalm
Nach der Mittagspause geht es wieder bergauf. Der Weg zieht sich, aber die Steigung bleibt meist moderat. Wir reiten in einem ruhigen, gleichmäßigen Schritt, legen unterwegs kurze Trink- und Graspausen für die Pferde ein und genießen den Blick über das Ahrntal.
Gegen Abend erreichen wir schließlich die Schönbergalm. Die Lage ist traumhaft: eine kleine Almterrasse mit freiem Blick ins Tal und auf die umliegenden Hänge. Nachdem die Pferde versorgt und auf ihrer Koppel für die Nacht untergebracht sind, stoßen wir mit einem „Ankunftsgetränk“ auf den gelungenen Tag an.
Lagerfeuer, Sternenhimmel und Nacht im Heu
Am Abend gibt es ein deftiges Essen – Spiegeleier mit Speck und Knödel, so wie es sich für eine ordentliche Bergalm gehört. Draußen brennt ein kleines Lagerfeuer, und über uns spannt sich ein Sternenhimmel, wie man ihn in der Stadt kaum noch zu sehen bekommt.
Später rollen wir unsere Schlafsäcke im Heu aus. Für einige von uns ist es die erste Nacht „im Heu“, und nicht wenige waren vorher skeptisch. Doch am Ende schlafen wir erstaunlich gut – umgeben vom leisen Rascheln des Heus und der ruhigen Bergnacht.


Schönberg
Der Schönberg erhebt sich oberhalb von Luttach und Weißenbach und bietet weite Blicke über das Ahrntal. Seine Hänge sind von Lärchenwiesen, Weideflächen und Wäldern geprägt – eine typische Südtiroler Kulturlandschaft.
Im Sommer ziehen sich Wanderwege und Almsteige über den Berg, im Winter liegen viele Bereiche tief verschneit. Von den höher gelegenen Almen sieht man bei klarer Sicht weit über die Bergketten der Region – ein idealer Aussichtspunkt für alle, die das Ahrntal von oben erleben möchten.
Ab heute musste alles für drei Tage mit: Schlafsack und Ausrüstung wanderten in die Packtaschen hinter dem Sattel, und das große Aussortieren begann. Wie sich Gepäck sinnvoll verteilen und begrenzen lässt, steht im Ratgeber Gepäck am Pferd.
Häufige Fragen zu Tag 2
Wie anspruchsvoll ist der Aufstieg zur Schönbergalm?
Vormittags geht es in gleichmäßigen Serpentinen über einen breiten Forstweg bergauf – nicht besonders steil, aber stetig, ideal zum Hineinfinden in einen ruhigen Rhythmus. Der Nachmittagsaufstieg zieht sich, bleibt aber ebenfalls moderat.
Wann steigt man ab und führt die Pferde?
Wenn es der Untergrund verlangt. Beim Abstieg nach Weißenbach wird der breite Forstweg zu einem schmalen Pfad an einem steilen, stellenweise rutschigen Hang – an der steilsten Passage sind wir abgestiegen und zu Fuß gegangen.
Wo ist die Mittagspause?
Auf der Riesa Alm kurz hinter Weißenbach. Die Pferde werden an passenden Plätzen angebunden und versorgt, die Reiter sitzen auf der Terrasse – deftige Hausmannskost nach einem halben Tag im Sattel.
Wie übernachtet man auf einer Alm?
Die Pferde kommen auf die Koppel, die Reiter ins Heu. Abends gab es Spiegeleier mit Speck und Knödel, draußen ein kleines Lagerfeuer – und darüber ein Sternenhimmel, wie man ihn in der Stadt kaum noch zu sehen bekommt.
Was kommt an Tag 2 ins Gepäck am Pferd?
Alles für die nächsten drei Tage – ab hier geht es auf die Almen und nicht mehr zurück ins Talquartier. Schlafsack und was man sonst braucht, muss in die Packtasche hinterm Sattel. Damit beginnt das große Aussortieren: Was brauchen wir wirklich, was kann im Tal bleiben? Bis dahin war der Ritt ein Tagesausflug mit leerem Sattel, ab jetzt trägt das Pferd mit.

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