Wanderritt in Marokko – Agadir & Tiznit (Laazib–Massa–Tiznit–Atlantik–Laazib)
Neun Tage Wanderritt in Marokko – und am Ende bleibt vor allem dieses Gefühl, wirklich „draußen“ gewesen zu sein: Weite, Wind, Salz in der Luft und diese besondere Mischung aus Steinwüste, Palmeninseln und Atlantikküste. Der Ritt war landschaftlich außergewöhnlich abwechslungsreich – von Reg-Flächen und wüstenhaften Ebenen über Flussgrün am Oued Massa bis zu Strandpassagen, die nur im richtigen Ebbe-Fenster möglich sind. Zwei Tage lang begleitete uns zudem die Bergkulisse des Anti-Atlas am Horizont – ein ständiger, ruhiger Rahmen, der die Etappen optisch fast „zusammenhielt“.
Der Ritt auf einen Blick
- Ritt
- Wanderritt in Marokko, südlich von Agadir
- Route
- Laazib → Massa → Tiznit → Atlantikküste → Laazib
- Dauer
- neun Tage, davon sieben mit Pferd
- Gesamt
- rund 220 Kilometer
- Landschaft
- Reg-Steinwüste, wüstenhafte Ebenen, Flussgrün am Oued Massa, Strandpassagen
- Bergkulisse
- zwei Tage lang der Anti-Atlas am Horizont
- Besonderheit
- Strandabschnitte, die nur im richtigen Ebbe-Fenster passierbar sind
- Reisezeit
- Anfang Februar
Unser Gesamteindruck
Positiv
- Herzlichkeit und Gastfreundschaft: Wir haben uns an vielen Stellen ehrlich willkommen gefühlt – freundlich, hilfsbereit, unkompliziert.
- Atemberaubende Landschaft: Besonders eindrücklich waren die offenen Reg-Landschaften, die Wechsel von Kargheit zu Grün entlang der Oueds sowie die Anti-Atlas-Kulisse, die über zwei Tage hinweg wie ein Fixpunkt am Horizont stand.
- Erlebnisfaktor Küste: Die Strandtage waren echte Highlights – weite Galoppaden, felsige Ebbe-Passagen, Morgenlicht, Brandung.
Negativ
- Müll und Verschmutzung: Marokko wirkte in vielen Bereichen leider deutlich dreckig, gerade rund um Agadir ist uns viel herumliegender Müll aufgefallen (u. a. Plastikflaschen). Das ist schade, weil es die Schönheit der Landschaft an einigen Stellen spürbar schmälert.
Für wen ist dieser Ritt geeignet?
Dieser Ritt richtet sich klar an erfahrene, gut trainierte Reiter – nicht an Anfänger. Länge und Tempo (mehrere lange Etappen, teils sehr viele Kilometer, regelmäßige Galoppaden, wechselnder Untergrund von Sand über Stein bis zu Ebbe-Felsen) setzen voraus, dass man:
- in allen Gangarten sicher ist (auch über längere Strecken),
- ein Pferd in offenem Gelände zuverlässig kontrollieren kann,
- körperlich konditioniert ist (mehrere Tage hintereinander),
- und in ungeplanten Situationen ruhig bleibt (z. B. wenn Logistik/Team kurzfristig anders läuft oder etwas Unvorhergesehenes passiert).
Etappenübersicht (Kilometer & Reitzeiten)
Nur Reittage (Tag 2–7). Tage ohne Reiten sind nicht in der Gesamtsumme enthalten.
| Tag | Etappe | km | Reitzeit |
|---|---|---|---|
| 2 | Laazib → Massa | 32,3 | 5:22 |
| 3 | Massa → Talaainte Oufella | 37,8 | 6:12 |
| 4 | Talaainte Oufella → Tiznit (Vormittag) | 20,2 | 4:23 |
| 5 | Douar Sidi Ali → Zaouit Aglou | 33,7 | 5:22 |
| 6 | Zaouit Aglou → Sidi R’bat | 39,8 | 4:52 |
| 7 | Sidi R’bat → Laazib | 63,1 | 9:06 |
| — | Gesamt | 226,9 | 35:17 |
Tagesrückblick
Tag 1 – Agadir (ohne Pferd): Ankommen, Geld besorgen, Souks, Strand und erstes „Marokko-Gefühl“ – inklusive Kennenlernen der Rittführerin und Vorfreude auf den Start.
Tag 2 – Erster Reittag (Laazib → Massa): Start in eine neue Reitwelt: arabische Pferde, Tempowechsel, erste Reg-/Sandpassagen, Steilküste von oben – und dann das grüne Band am Oued Massa bis nach Massa.
Tag 3 – Massa → Talaainte Oufella: Steinwüste statt Dünenmeer, schnelle Galoppaden in offener Ebene und am Mittag Tajine im Schatten eines Arganbaums – während der Anti-Atlas am Horizont langsam näher rückt.
Tag 4 – Talaainte Oufella → Tiznit (halber Reittag): Vormittags „Reg“ (das ist eine Wüstenart) mit kleinen Düneninseln und die ersten Dromedare; nachmittags dann Stadtwechsel: Tiznit, Souks, Kasbah und die „blaue Quelle“ als Kontrastprogramm.
Tag 5 – Douar Sidi Ali → Zaouit Aglou: Ein Tag voller Landschaftswechsel: „Wäldchen im Sand“, dann wieder Weite, Ruinen mit Geschichtshauch und abends Camp-Stimmung mit Vollmond-Aufgang hinter den Pferden.
Tag 6 – Zaouit Aglou → Sidi R’bat: Frühstart für das Ebbe-Fenster, Strandritt im Morgenlicht, felsige Passagen am Wasser und Ankunft an der Oued-Massa-Mündung – gekrönt von einem neugierigen Dromedar beim Sundowner.
Tag 7 – Sidi R’bat → Laazib (längste Etappe): Der große Abschlusstag: Strand, Steilküste und viele Kilometer – inklusive der einzigen echten Stressminute der Woche, als das frei mitlaufende Pferd verschwand und später wieder auftauchte; danach Zieleinlauf mit Tee und Abschied.
Tag 8 – Agadir: Freier Tag, Wanderung zur Kasbah Agadir Oufella mit Panorama, Hafenbummel und ein letzter langer Abend am Strand.
Tag 9 – Heimreise: Reibungsloser Rückflug über Casablanca und Frankfurt – und plötzlich endet diese Reise dort, wo sie begonnen hat: am Flughafen, nur mit deutlich mehr Bildern im Kopf.
Schlussfazit
Dieser Ritt war für uns ein intensives, landschaftlich starkes Erlebnis – mit echter Küstenmagie, wüstenhaftem Reitgefühl ohne Klischee-Dünen und der eindrucksvollen Anti-Atlas-Kulisse als ständiger Begleiter. Gleichzeitig bleibt die Enttäuschung über den vielerorts sichtbaren Müll, gerade im Raum Agadir. Wer jedoch erfahren ist, Tempo und Länge liebt und Marokko nicht nur „anschauen“, sondern im Sattel durchqueren möchte, findet hier eine Reise, die lange im Kopf bleibt.
Hier noch ein paar Videos
Bei diesem Ritt fuhren die Koffer im Begleitfahrzeug – wer ohne Team unterwegs ist, muss alles am Pferd unterbringen. Wie sich Gepäck sinnvoll verteilen und begrenzen lässt, steht im Ratgeber Gepäck am Pferd.
Häufige Fragen zum Ritt
Wie lang ist der Ritt insgesamt?
Rund 220 Kilometer auf der Runde Laazib – Massa – Tiznit – Atlantik – Laazib, in der Wüste und an der Küste südlich von Agadir.
Für wen ist dieser Ritt geeignet?
Für erfahrene, gut trainierte Reiter – nicht für Anfänger. Man sollte in allen Gangarten sicher sein, auch über längere Strecken, ein Pferd im offenen Gelände zuverlässig kontrollieren können und körperlich für mehrere Tage hintereinander konditioniert sein. Es gibt lange Etappen, regelmäßige Galoppaden und wechselnden Untergrund von Sand über Stein bis zu Ebbe-Felsen.
Was war landschaftlich am eindrücklichsten?
Die offenen Reg-Landschaften und der Wechsel von Kargheit zu Grün entlang der Oueds. Dazu der Anti-Atlas, der über zwei Tage hinweg wie ein Fixpunkt am Horizont stand – und die Strandtage mit weiten Galoppaden, felsigen Ebbe-Passagen und Morgenlicht.
Gibt es Kritikpunkte?
Einen deutlichen: Müll. Gerade rund um Agadir ist uns viel herumliegender Abfall aufgefallen, unter anderem Plastikflaschen. Das schmälert die Schönheit der Landschaft an einigen Stellen spürbar – und es gehört zu einem ehrlichen Bericht dazu.




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