Reiterin auf einem Schotterweg an einem bewachsenen Hang

Rondatrail Andalusien – Fazit: 175 Kilometer von den Bergen ans Meer

Sechs Tage, rund 175 Kilometer und eine Richtung, die alles bestimmt: Der Rondatrail beginnt in den Bergen der Serranía de Ronda auf knapp 570 Metern und endet auf Meereshöhe am Atlantik. Dazwischen liegen weiße Dörfer, zwei Tage Korkeichenwald, eine barocke Wallfahrtskapelle, Stierweiden und zum Schluss ein Strandgalopp.

Der Ritt auf einen Blick

Ritt
Rondatrail – von der Serranía de Ronda an die Costa de la Luz
Land
Andalusien, Spanien; Anreise per Flug nach Málaga
Reisezeit
Oktober 2017
Dauer
6 Reittage, der erste nur ein Einführungsritt
Gesamtstrecke
rund 175 Kilometer laut Aufzeichnung
Streckenführung
Punkt zu Punkt: Jimera de Líbar → Cortes de la Frontera → Alcalá de los Gazules → Vejer de la Frontera → Barbate → Zahara de los Atunes
Reitzeit
2:52 h am ersten Tag, danach zwischen 6:52 und 10:19 h
Höchster Punkt
763 Meter am zweiten Tag; tiefster Punkt 0 Meter am Meer
Sättel
andalusische Sättel
Tempo
die ersten drei Tage ausschließlich Schritt, danach ruhiger Galopp; Trab wird in Andalusien traditionell nicht geritten
Unterkünfte
durchgehend Hotels, zweimal zwei Nächte am selben Ort
Pferde
gepflegt, ruhig und trittsicher
Abenteuerfaktor
1 von 5
Veranstalter
Rancho La Paz

Der Verlauf des Trails

Der Rondatrail ist kein Rundritt, sondern eine Punkt-zu-Punkt-Route. Deshalb werden die Pferde am ersten Morgen auf einen Lkw verladen und drei Stunden weit in die Berge gefahren – von dort führt der Weg dann konsequent nach Südwesten, bis kein Land mehr kommt. Die folgende Karte zeigt alle sechs Etappen in der Reihenfolge, in der sie geritten wurden.

Die Etappen in Zahlen

TagDatumStreckeAuf/AbZeit
1 – EinführungsrittMo 2.10.14,7 km+592 / −423 m2:52 h
2 – KorkeichenwaldDi 3.10.36,8 km+850 / −1.248 m10:01 h
3 – nach AlcaláMi 4.10.30,7 km+998 / −1.079 m9:47 h
4 – in die EbeneDo 5.10.42,4 km+595 / −639 m10:19 h
5 – ans MeerFr 6.10.27,6 km+224 / −261 m7:38 h
6 – die Küste entlangSa 7.10.22,9 km+235 / −250 m6:52 h
Alle Angaben aus den GPS-Aufzeichnungen der Etappen von 2017.

Landschaft und Eindrücke

Der Rondatrail führt durch eine beeindruckende Vielfalt andalusischer Landschaften – vom bergigen Hinterland rund um Ronda über die Korkeichenwälder des Naturparks Los Alcornocales und die weiten Ebenen der Comarca La Janda bis hinunter zur Küste bei Barbate.

Auch die weißen Dörfer entlang der Strecke – etwa Cortes de la Frontera oder Alcalá de los Gazules – verleihen der Tour ihren typischen südspanischen Charakter. Bemerkenswert ist, wie deutlich sich die Etappen voneinander unterscheiden: Kein Tag sieht aus wie der davor.

Anspruch und Tempo

Ein Trail, der sich eher an erfahrene Reiter richtet: Ab dem zweiten Tag sind die Etappen mit rund zehn Stunden im Sattel lang. Zudem sollte man etwas Bergerfahrung mitbringen. Auch wenn die Wege nicht extrem steil sind – die maximale Steigung lag am dritten Tag bei 25,5 Prozent –, sollte man gerade an den ersten Tagen wissen, wie man mit einem Pferd im Gebirge umgeht.

Wer gerne lange und schnell galoppiert, ist bei dieser Tour falsch. Die ersten Tage wird ausschließlich im Schritt geritten, und auch danach ist das Galopptempo eher „mit angezogener Handbremse“ – ein ruhiger, langsamer Galopp.

Was gut war – und was fehlte

Reizvoll an der Tour ist definitiv die wechselnde Landschaft. Vom Gebirge über das Flachland bis zum Strand ist alles dabei, was Andalusien zu bieten hat. Und die weißen Dörfer sind einfach ein Traum.

Da die Unterkünfte durchgehend Hotels sind und man zweimal zwei Nächte im selben Hotel übernachtet, ist die Tour für Reiter auf der Suche nach Abenteuer eher nicht zu empfehlen. Auch kommt man – die Rittführung ist deutsch, und Hotels sind eben Hotels – kaum mit Einheimischen in Kontakt und lernt entsprechend wenig über Land, Leute und die Lebensweise in Andalusien.

In meinen Augen ist das schade, denn für mich gehört der Kontakt zu Einheimischen – etwa in Privatunterkünften – zu einem Trail dazu. Ich möchte immer gerne etwas über die Kultur und die Lebensweise der Menschen in der Region erfahren. Das kam bei diesem Trail zu kurz.

Für wen der Rondatrail passt

Zusammengefasst: ein Trail für Reiter, die wechselnde Landschaften mögen, nicht unbedingt jeden Tag galoppieren müssen und etwas mehr Komfort schätzen – und die dafür darauf verzichten können, Land und Leute kennenzulernen. Die Landschaft Andalusiens entschädigt für vieles.

Weniger passend ist er für alle, die Abenteuer und einfache Unterkünfte suchen, die viele und schnelle Galoppstrecken erwarten oder die mit langen Tagen im Schritt nichts anfangen können.

Alle Etappen im Überblick

  • Anreise und Tag 1 – über Málaga zur Ranch, drei Stunden Lkw-Fahrt in die Berge, Einführungsritt und ein Abend in Ronda
  • Tag 2 – 36,8 km und zehn Stunden im Schritt durch die Korkeichenwälder von Los Alcornocales
  • Tag 3 – zwei Berge, eine Maultierherde, ein Engpass zum Führen und Ankunft in Alcalá de los Gazules
  • Tag 4 – die längste Etappe mit 42,4 km, Halt an der Ermita de los Santos, erste Galoppstrecken
  • Tag 5 – durch die Stierweiden ans Meer, vorbei an einem Osborne-Stier
  • Tag 6 – Pinienwald, Barbate und der Strandgalopp bei Zahara de los Atunes

Eine Übersicht mit allen Beiträgen und Bildern steht außerdem auf der Seite zum Ronda-Trail in Andalusien.

FAQ zum Rondatrail in Andalusien

Wie lang ist der Rondatrail insgesamt?

Nach den Aufzeichnungen der sechs Etappen rund 175 Kilometer: 14,7 – 36,8 – 30,7 – 42,4 – 27,6 – 22,9 Kilometer. Er führt von der Serranía de Ronda auf knapp 570 Metern bis auf Meereshöhe an den Atlantik.

Wie anspruchsvoll ist der Rondatrail?

Er richtet sich an erfahrene Reiter. Ab dem zweiten Tag sind die Etappen mit rund zehn Stunden im Sattel lang, und in den ersten Tagen sollte man wissen, wie man ein Pferd im Gebirge reitet. Die maximale Steigung lag bei 25,5 Prozent.

Kann man auf dem Rondatrail viel galoppieren?

Nein. Die ersten drei Tage wird ausschließlich im Schritt geritten, weil der Boden zu steinig und zu steil ist. Ab Tag 4 gibt es Galoppstrecken, allerdings in ruhigem Tempo. Trab wird in Andalusien traditionell kaum geritten.

Wie übernachtet man auf dem Rondatrail?

Durchgehend in Hotels, zweimal zwei Nächte am selben Ort. Das ist komfortabel, führt aber dazu, dass man kaum in Kontakt mit Einheimischen kommt.

Ist der Rondatrail ein Rundritt?

Nein, es ist eine Punkt-zu-Punkt-Route von den Bergen ans Meer: Jimera de Líbar, Cortes de la Frontera, Alcalá de los Gazules, Vejer de la Frontera, Barbate und schließlich Zahara de los Atunes. Deshalb werden die Pferde am ersten Morgen per Lkw zum Startpunkt gebracht.

Welche Sättel werden geritten?

Andalusische Sättel. Die Pferde waren gepflegt, ruhig und im Gebirge bemerkenswert trittsicher.

Wann ist die beste Reisezeit für den Rondatrail?

Wir sind Anfang Oktober geritten – ideal, weil die größte Sommerhitze vorbei ist, die Tage aber noch lang genug für Etappen von zehn Stunden sind. Im Hochsommer wären die offenen Ebenen der zweiten Wochenhälfte kaum zu ertragen.

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