Die Etappe auf einen Blick
- Etappe
- Tag 2 des Wintersternritts – Schnee, Drückjagd und Spargelfelder
- Besonderheit
- über Nacht hatte es geschneit
- Strecke
- 23,58 Kilometer in zwei Abschnitten (11,05 km vormittags, 12,53 km nachmittags)
- Reitzeit
- 4:20 Stunden im Sattel – 2:11 und 2:09 Stunden
- Pause
- Mittagspause am Hof
- Gangart
- überwiegend Schritt – gefrorener und teils rutschiger Untergrund
- Unterwegs
- eine Drückjagd, Misteln in den kahlen Kronen, die weiten Spargelfelder
Tag 2 – Schnee am Morgen, Jagdmoment und die endlosen Spargelfelder
Wir nehmen uns drei Tage Auszeit für einen Wintersternritt in Brandenburg
Weiß über Nacht
Am zweiten Morgen staunten wir nicht schlecht: Über Nacht hatte es geschneit, und plötzlich sah alles aus wie eine andere Region. Selbst bekannte Wege wirken neu, wenn Konturen weich werden und Geräusche gedämpft sind.
Wir holten die Pferde von der Weide, putzten, sattelten und trensten. Heute stand fest: Mittagspause am Hof, weil es unterwegs keine sinnvolle Einkehrmöglichkeit gab.
Entspannter Vormittag – bis zum Knall
Die Strecke führte am Waldrand entlang und über einige Felder. Eigentlich: total entspannt. Und dann – nur etwa 100 Meter entfernt – ein lauter Knall, Stimmen, Bewegung. Offenbar waren hier Jäger aktiv, ohne dass wir es vorher bemerkt hatten: kein Schild, keine sichtbaren Spuren im Schnee, nichts, was uns darauf vorbereitet hätte.
Die Pferde zuckten zusammen – wir ehrlich gesagt auch – aber sie machten es großartig: stehen bleiben, sortieren, nicht losrennen. Wir machten uns bemerkbar, suchten Blickkontakt, klärten die Situation – und konnten nach dem kurzen Schreck weiterreiten.
Spargelfelder bis zum Horizont
Nach diesem Moment kam wieder Ruhe rein. Und dann: Spargelfelder. Diese typisch geordneten Flächen, die im Winter leer wirken – und gerade dadurch so endlos aussehen.
Zur Mittagspause waren wir wieder am Hof. Drinnen wärmten wir uns bei Suppe auf, draußen standen die Pferde zufrieden und ruhig.
Nachmittags: Winter kann schnell umschalten
Nach dem Mittag die nächste Überraschung: In etwa 1,5 Stunden war der Schnee nahezu verschwunden. Plötzlich wurde aus „Winterpostkarte“ wieder „Brandenburg in Grau“.
Der Nachmittag führte uns erneut über Felder und Wiesen. Wo der Boden es zuließ, trabten wir; auch ein kurzer Galopp war drin. Aber weil der Boden stellenweise noch gefroren war, blieb – wie schon am Vormittag – das Meiste im Schritt. Sicherheit geht vor.
An einigen Bäumen entdeckten wir diese kugelartigen Gebilde, die aus der Ferne fast wie Vogelnester wirken: Misteln.
Am Ende kamen wir mit einsetzender Dämmerung nach einem rundum entspannten Tag wieder am Hof an.
Drückjagd – worin wir da hineingeraten sind
Eine Drückjagd ist eine Form der Bewegungsjagd, bei der Wild durch Treiber (und häufig Hunde) langsam in Bewegung gebracht wird.
Wichtig für Reiter:
- Ruhe bewahren, Pferde sammeln, notfalls absteigen.
- Sichtbar machen (rufen, Hand heben), Kontakt zu Beteiligten suchen.
- Wege/Abschnitte meiden, wenn unklar ist, wie weit die Jagd reicht.
Mistel – „grüne Kugeln“ im Winter
Misteln sind Halbschmarotzer: Sie zapfen Wasser und Nährsalze aus dem Wirtsbaum an, betreiben aber selbst Photosynthese.
Warum man sie im Winter so gut sieht: Wenn die Bäume kahl sind, bleiben die Misteln als grüne Büschel auffällig in den Kronen hängen.
Wann und wo mit Jagdbetrieb zu rechnen ist, steht in unserem Beitrag zu Naturschutzgebieten, Brutzeiten und Jagdterminen. Wo in Brandenburg überhaupt geritten werden darf, klärt der Beitrag zum Waldbetretungsrecht des Landes.
Häufige Fragen zu Tag 2
Wie lang war die zweite Etappe?
Sie bestand aus zwei Abschnitten mit Mittagspause am Hof: vormittags 11,05 Kilometer in 2:11 Stunden, nachmittags 12,53 Kilometer in 2:09 Stunden. Zusammen 23,58 Kilometer in 4:20 Stunden Sattelzeit.
Was tut man, wenn man unterwegs in eine Drückjagd gerät?
Ruhe bewahren, die Pferde sammeln, notfalls absteigen. Sich bemerkbar machen – rufen, Hand heben – und Kontakt zu den Beteiligten suchen. Wege oder Abschnitte meiden, solange unklar ist, wie weit die Jagd reicht. Bei uns fiel der Schuss aus etwa 100 Metern Entfernung, ohne Schild und ohne sichtbare Spuren im Schnee.
Warum sieht man Misteln ausgerechnet im Winter so gut?
Weil sie Halbschmarotzer sind: Wasser und Nährsalze zapfen sie beim Wirtsbaum an, Photosynthese betreiben sie selbst. Sie bleiben deshalb grün, wenn die Bäume längst kahl sind – und hängen als auffällige Kugeln in den Kronen.
Warum wurde überwiegend Schritt geritten?
Weil der Boden stellenweise gefroren war. Getrabt haben wir nur dort, wo der Untergrund es zuließ; ein kurzer Galopp war ebenfalls drin. Auf gefrorenem Grund gilt: Sicherheit vor Tempo.

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