Wintersternritt in Brandenburg – Tag 2

Tag 2 – Schnee am Morgen, Jagdmoment und die endlosen Spargelfelder

Wir nehmen uns 3 Tage Auszeit für einen Wintersternritt in Brandenburg

Weiß über Nacht

Am zweiten Morgen staunten wir nicht schlecht: Über Nacht hatte es geschneit, und plötzlich sah alles aus wie eine andere Region. Selbst bekannte Wege wirken neu, wenn Konturen weich werden und Geräusche gedämpft sind.

Wir holten die Pferde von der Weide, putzten, sattelten und trensten. Heute stand fest: Mittagspause am Hof, weil es unterwegs keine sinnvolle Einkehrmöglichkeit gab.

Entspannter Vormittag – bis zum Knall

Die Strecke führte am Waldrand entlang und über einige Felder. Eigentlich: total entspannt. Und dann – nur etwa 100 Meter entfernt – ein lauter Knall, Stimmen, Bewegung. Offenbar waren hier Jäger aktiv, ohne dass wir es vorher bemerkt hatten: kein Schild, keine sichtbaren Spuren im Schnee, nichts, was uns darauf vorbereitet hätte.

Die Pferde zuckten zusammen – wir ehrlich gesagt auch – aber sie machten es großartig: stehen bleiben, sortieren, nicht losrennen. Wir machten uns bemerkbar, suchten Blickkontakt, klärten die Situation – und konnten nach dem kurzen Schreck weiterreiten.

Spargelfelder bis zum Horizont

Nach diesem Moment kam wieder Ruhe rein. Und dann: Spargelfelder. Diese typisch geordneten Flächen, die im Winter leer wirken – und gerade dadurch so endlos aussehen.

Zur Mittagspause waren wir wieder am Hof. Drinnen wärmten wir uns bei Suppe auf, draußen standen die Pferde zufrieden und ruhig.

Nachmittags: Winter kann schnell umschalten

Nach dem Mittag die nächste Überraschung: In etwa 1,5 Stunden war der Schnee nahezu verschwunden. Plötzlich wurde aus “Winterpostkarte” wieder “Brandenburg in Grau”.

Der Nachmittag führte uns erneut über Felder und Wiesen. Wo der Boden es zuließ, trabten wir; auch ein kurzer Galopp war drin. Aber weil der Boden stellenweise noch gefroren war, blieb – wie schon am Vormittag – das Meiste im Schritt. Sicherheit geht vor.

An einigen Bäumen entdeckten wir diese kugelartigen Gebilde, die aus der Ferne fast wie Vogelnester wirken: Misteln.

Am Ende kamen wir mit einsetzender Dämmerung nach einem rundum entspannten Tag wieder am Hof an.

Etappen in Zahlen (Tag 2)

Vormittag

  • 11,05 km
  • 2:11 h

Nachmittag

  • 12,53 km
  • 2:09 h

Drückjagd – in was wir da hinein geraten sind

Eine Drückjagd ist eine Form der Bewegungsjagd, bei der Wild durch Treiber (und häufig Hunde) langsam in Bewegung gebracht wird.
Wichtig für Reiter:

  • Ruhe bewahren, Pferde sammeln, notfalls absteigen.
  • Sichtbar machen (rufen, Hand heben), Kontakt zu Beteiligten suchen.
  • Wege/Abschnitte meiden, wenn unklar ist, wie weit die Jagd reicht.

Mistel – “grüne Kugeln” im Winter

Misteln sind Halbschmarotzer: Sie zapfen Wasser und Nährsalze aus dem Wirtsbaum an, betreiben aber selbst Photosynthese.
Warum man sie im Winter so gut sieht: Wenn die Bäume kahl sind, bleiben die Misteln als grüne Büschel auffällig in den Kronen hängen.

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