Die Gruppe reitet im Gänsemarsch über eine grüne Wiese im Talboden

Balkantrail Bulgarien – Fazit einer Reitwoche im Zentralbalkan

Sechs Reittage durch Ebenen, Wälder und Gebirge, unzählige Ausblicke, kulturelle Entdeckungen und Begegnungen – der Balkantrail in Bulgarien war eine intensive und abwechslungsreiche Erfahrung, die wir so schnell nicht vergessen werden. Diese Zusammenfassung ordnet die Woche ein: Pferde, Unterkünfte, Reitprogramm, Essen – und für wen der Trail passt.

Der Ritt auf einen Blick

Ritt
Balkantrail – Wanderritt im Nationalpark Zentralbalkan
Land
Bulgarien, Anreise per Flug bis Sofia, danach rund 3 Stunden Transfer
Reisezeit
August 2017
Dauer
6 Reittage, davon ein halber
Reitzeit
täglich 5 bis 7 Stunden
Höchster Punkt
Hütte Mazalat, 1.503 m – über 1.000 Höhenmeter Aufstieg an einem Tag
Streckenführung
Rundritt: vom Stall hinauf über den Zentralbalkan und wieder zurück zum Stall
Pferde
bulgarischer Mix in sehr unterschiedlichen Größen
Gangarten
im Gebirge fast ausschließlich Schritt
Unterkünfte
Hotel bei An- und Abreise, 1 Nacht im Zelt, 1 Nacht in der Berghütte, sonst Pensionen und Gasthäuser
Veranstalter
Alfa Riders
Reitführung
Maria und Monika

Wo der Balkantrail verläuft

Der Balkantrail ist ein Rundritt und bleibt durchgehend auf der Nordseite des Balkangebirges. Vom Stall geht es zunächst nach Süden ins Gebirge: Camp auf 285 Metern, Pension auf rund 400 Metern, dann in einem Zug hinauf zur Hütte Mazalat auf gut 1.500 Meter. Der vierte Tag bleibt oben, der fünfte steigt über 1.000 Höhenmeter ab in die Ebene, und der sechste führt zurück zum Ausgangspunkt. Die Karte zeigt die Übernachtungsorte in der Reihenfolge der Etappen.

Grobe Übersicht: S ist der Stall, an dem der Rundritt beginnt und endet, die Ziffern sind die fünf Übernachtungsorte in der Reihenfolge der Etappen. Die gestrichelte Linie zeigt nur diese Reihenfolge – es ist keine aufgezeichnete Route. Höhenangaben aus SRTM-Daten. Kartendaten: OpenStreetMap-Mitwirkende.

Allgemeiner Eindruck

Insgesamt hat uns der Trail sehr gut gefallen. Die Tour führte uns auf abwechslungsreichen Wegen durch die verschiedensten Landschaften Bulgariens – von heißen Ebenen über schattige Wälder bis hinauf auf die Höhen des Nationalparks Zentralbalkan. Dabei kamen Reiterlebnisse, kulturelle Eindrücke und Naturmomente gleichermaßen auf ihre Kosten.

Pferde und Reitführung

Die Pferde waren alle brav, gut geritten und in sehr gepflegtem Zustand. Dank der unterschiedlichen Größen war für jeden Reiter das passende Pferd dabei. Besonders beeindruckend war, wie trittsicher die Pferde auch auf steilen Gebirgspfaden unterwegs waren – das fällt schon am zweiten Tag auf, wenn aus breiten Feldwegen die ersten schmalen Waldpfade werden.

Die Reitführung durch Maria und Monika war herzlich und aufmerksam. Sie kümmerten sich sehr engagiert um alle Gäste. Etwas schade war allerdings, dass wir beim Vorbereiten der Pferde und dem Auf- und Abbau der Camps kaum eingebunden wurden – hier wurde uns fast alles abgenommen. Das ist zwar sehr komfortabel, aber für erfahrene Reiter wäre etwas mehr Eigenbeteiligung schön gewesen.

Unterkünfte

Die Unterkünfte waren abwechslungsreich: ein Hotel bei An- und Abreise, eine Nacht im Zelt, eine Nacht in der Berghütte Mazalat und die übrigen Nächte in einfachen Pensionen und Gasthäusern.

Alle Unterkünfte waren sauber, und die Gastgeber zeigten viel Gastfreundschaft. Besonders in der Berghütte herrschte eine lebendige Atmosphäre – hier trafen wir auch andere Wanderer und hatten einen sehr netten Abend.

Wer Luxus erwartet, ist hier fehl am Platz. Wer jedoch authentische, landestypische Unterkünfte schätzt, wird diesen Trail lieben.

Reitprogramm

Die Etappen waren gut zu bewältigen. Nur der erste und der letzte Tag waren aufgrund der Hitze und der vielen Bremsen etwas anstrengender – beides Tage im offenen Vorland, wo Schatten fehlt. In den Bergen wurde fast ausschließlich im Schritt geritten, was bei der Topografie völlig normal ist: Die große Bergetappe allein bringt über 1.000 Höhenmeter Aufstieg.

Gelegentlich mussten wir die Pferde auf steilen Passagen kurz führen, was jedoch kein Problem darstellte. Wer einen Trail im Gebirge bucht, weiß, dass hier nicht täglich Galoppstrecken im Vordergrund stehen – stattdessen lag der Fokus auf Landschaft, Natur und bewusstem Reiten.

Essen und Kulinarik

Ein echtes Highlight war das Essen. Es war landestypisch, abwechslungsreich und sehr lecker. Wir konnten viele bulgarische Spezialitäten probieren – von deftigen Eintöpfen bis zu frischen Salaten und Gebäck. Auch Vegetarier wurden gut versorgt. Am ersten Abend gab es Fisch über dem Lagerfeuer, an den Hüttenabenden das, was oben eben gekocht wird.

Die gemeinsamen Mahlzeiten rundeten jeden Tag ab und gaben Gelegenheit, ihn in gemütlicher Runde ausklingen zu lassen.

Für wen der Balkantrail passt

Der Balkantrail ist ein absolut empfehlenswerter Reiturlaub – besonders für Reiterinnen und Reiter, die beeindruckende Landschaften, authentische Unterkünfte und kulturelle Erlebnisse schätzen, und für die nicht der Galopp, sondern das bewusste Erleben im Vordergrund steht.

Weniger passend ist er für alle, die viele Galoppstrecken erwarten, die im Hochsommer schlecht mit Hitze zurechtkommen oder die auf gehobene Unterkünfte Wert legen. Und wer gern selbst sattelt und mit anpackt, sollte das vorher ansprechen.

Alle Etappen im Überblick

  • Anreise und Tag 1 – über Sofia ins Bergvorland, 5,5 Stunden im Sattel, die einzige Nacht im Zelt
  • Tag 2 – vom offenen Land in die Buchenwälder, Mittagsrast am Bach, rund 5 Stunden
  • Tag 3 – die große Bergetappe: über 1.000 Höhenmeter im Schritt hinauf zur Hütte Mazalat
  • Tag 4 – Sonnenaufgang auf dem Gipfel, Gipfelwanderung und vier Stunden Höhenritt auf 1.500 Metern
  • Tag 5 – Abstieg in den Vorbalkan, streckenweise zu Fuß, mit Flussquerung
  • Tag 6 – Freilichtmuseum Etar bei Gabrowo und die letzte Etappe durch Felder und Wälder

Eine Übersicht mit allen Beiträgen und Bildern steht außerdem auf der Seite zum Wanderritt in Bulgarien.

Hier noch ein paar Eindrücke

FAQ zum Balkantrail Bulgarien

Wie lange dauert der Balkantrail und wie viel wird geritten?

Sechs Reittage, davon einer nur ein halber. Die tägliche Reitzeit liegt bei 5 bis 7 Stunden. Die längste Etappe ist die große Bergetappe an Tag 3 mit rund sieben Stunden Aufstieg.

Wie anspruchsvoll ist der Balkantrail?

Konditionell fordernd, technisch überschaubar. Die Belastung kommt aus den Höhenmetern und der Dauer, nicht aus schwierigen Wegen. An einem Tag geht es über 1.000 Höhenmeter im Schritt bergauf, beim Abstieg wird streckenweise geführt. Galoppstrecken gibt es im Gebirge praktisch nicht.

Welche Pferde werden geritten?

Ein bulgarischer Mix in sehr unterschiedlichen Größen, sodass für jeden Reiter ein passendes Pferd dabei ist. Die Pferde waren brav, gut geritten, gepflegt und im Gebirge bemerkenswert trittsicher.

Wie übernachtet man auf dem Balkantrail?

Gemischt: ein Hotel bei An- und Abreise, eine Nacht im Zelt, eine Nacht in der Berghütte Mazalat und die übrigen Nächte in einfachen Pensionen und Gasthäusern. Alles sauber und gastfreundlich, aber kein Luxus.

Wann ist die beste Reisezeit für einen Wanderritt in Bulgarien?

Wir sind im August geritten. Im Gebirge war das ideal – kühl und insektenarm. In den offenen Ebenen am ersten und letzten Tag waren dagegen Hitze deutlich über 30 Grad und sehr viele Bremsen das Hauptthema. Wer empfindlich auf Hitze reagiert, fährt in den Randmonaten besser.

Wie kommt man zum Balkantrail?

Per Flug nach Sofia. Vom Flughafen bis zum Ausgangspunkt sind es noch rund drei Stunden Transfer, den der Veranstalter organisiert. Man sollte also einen kompletten Anreisetag einplanen.

Wie ist das Essen auf dem Balkantrail?

Landestypisch, abwechslungsreich und sehr gut – von deftigen Eintöpfen über frische Salate bis zu Gebäck. Vegetarier werden gut versorgt. Am ersten Abend gab es Fisch über dem Lagerfeuer.

2 Kommentare zu „Balkantrail Bulgarien – Fazit einer Reitwoche im Zentralbalkan“

  1. Avatar von Hannah
    Hannah
    1. Avatar von Tobias
      Tobias

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